Bormann-Brunnen: Ist das Brandschutz-Argument nur vorgeschoben?

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Jan Bormann wehrt sich dagegen, in der Frage um den Brandschutz in Castrop-Rauxel als Buhmann dazustehen. Aus seiner Sicht ist sein Brunnen der Feuerwehr im Notfall überhaupt nicht im Weg.

Castrop

, 30.11.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Künstler Jan Bormann versteht die Welt nicht mehr. Besser gesagt: Er versteht die Stadtverwaltung nicht. Die hat bekanntlich die Sorge geäußert, dass wegen des Bormann-Brunnens am Lambertusplatz eventuell der Brandschutz der Lambertuskirche bedroht sei.

Das will Bormann so nicht stehen lassen: „Der Lambertusplatz ist um die Brunnensäule herum mit 6,50 Meter Spurbreite permanent befahrbar, bei Tag und bei Nacht, zu allen Jahreszeiten. Vor ehemals Schlatholt sind es sogar 12 Meter. Da werden keine Rettungsarbeiten behindert.“

Ungünstige Stelle für Löscharbeiten

Bormann kann allerdings auch nicht verstehen, weshalb die Stadt ausgerechnet den ungünstigsten Punkt rund um die Kirche für Löscharbeiten nutzen will. Denn: „Diese Stelle ist der am weitesten vom Kirchendach entfernte, wenn man löschen will. Alle anderen Aufstellplätze in der Straße Am Markt, in der Mühlengasse, auf dem Marktplatz oder an der Marktfrau und am Biesenkamp sind bis zu 20 Meter dichter am Kirchendach.“

Wenn man denn aber unbedingt den Lambertusplatz am Brunnen als Löschpunkt verwenden wolle, müsse man lediglich einen oder mehrere der Sitzwürfel rund um den Brunnen verschieben. Denn die sind laut Bormann nicht im Boden verankert und ließen sich mit einem schweren Feuerwehrfahrzeug ohne Probleme zur Seite schieben.

Der Bildhauer Jan Bormann hat im Ruhrgebiet seine Spuren hinterlassen. Seine Kunstwerke sind bekannt: Der Kugelbrunnen in Bochum und die Flüsterbrücke am Dortmunder Phoenix-See.

Der Bildhauer Jan Bormann hat im Ruhrgebiet seine Spuren hinterlassen. Seine Kunstwerke sind bekannt: Der Kugelbrunnen in Bochum und die Flüsterbrücke am Dortmunder Phoenix-See. © Regener

„Das war damals als Auflage erlassen worden, als ich den Brunnen entworfen und realisiert habe“, erzählt der Castroper Künstler. In den 40 Jahren, in denen der Platz mit seinem Brunnen gestaltet sei, habe man oft genug schon die Situation beobachten können, wie die Quader durch LKW verschoben worden seien.

Bormann fühlt sich in der Problematik vom Beigeordneten Michael Eckhardt gezielt zum Buhmann gemacht, da es der Stadt an Argumenten gegen den Brunnen fehle. Bormann: „Es geht doch gar nicht um den Brandschutz der Kirche. Das wird nur vorgeschoben.“

Will man den Brunnen los werden?

Tatsächlich, so mutmaßt er, wolle man den Brunnen vielleicht einfach los werden. Eine ähnliche Vermutung äußerte jetzt auch die ehemalige SPD-Ratsfrau Margrit Appelhorst, die seit Ewigkeiten in der Altstadt wohnt.

Ihrer Meinung nach ist der Brandschutz vorgeschoben, da die Geschäftsleute den Brunnen schon seit Jahren weg haben wollten, damit sie auf dem Platz mehr Buden aufstellen können. „So kann man mit dem Künstler nicht umgehen und der Brunnen hat lange Jahre gute Dienste geleistet“, stellt sie sich an die Seite Bormanns.

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Was aus dem Brunnen und der Brandschutz-Frage wird, bleibt vorerst abzuwarten. Denn der Beigeordnete Michael Eckhardt hatte ja bereits im Ausschuss erläutert, dass man von einer Lösung noch weit entfernt sei.

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