BürgerSolar will wieder mit Sonnenstrom durchstarten und hat neues Dach im Visier

mlzPhotovoltaik

Lange war es ruhig um BürgerSolar. Jetzt will der Verein neu durchstarten, um die Klimaziele auch in Castrop-Rauxel zu erreichen. Etwa mit einem Photovoltaik-Dach auf der Dingebauer-Scheune.

Castrop-Rauxel

, 04.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er war einige Zeit in der Versenkung verschwunden, jetzt möchte der Verein BürgerSolar wieder durchstarten. Und lädt deshalb die Vereinsmitglieder und Gesellschafter in den verschiedenen Betriebsgesellschaften von BürgerSolar am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr ins Grünen-Büro am Lambertusplatz 1 ein.

Seit dem Wegzug von Barbara Gröger und Heinrich Breuckmann war Uli Werkle der einzig im Vorstand verbliebene. Auch die in den Keller gestürzte Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien und der Umstand, dass BürgerSolar quasi alle für den Verein verfügbaren Dächer in der Vergangenheit bereits mit Photovoltaik versehen hat, sorgten dafür, dass der Verein praktisch ruhte.

Für jedes Photovoltaik-Projekt (ASG, BBZ Dingen, Bornstraße, Grundschulen Am Busch und Alter Garten usw.) war eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) unter dem Dach von BürgerSolar gegründet worden.

„Es stellt sich die Frage, ob es nicht gerade sinnvoll wäre, BürgerSolar Castrop-Rauxel e.V. wiederzubeleben“, sagt Werkle. Ein Vertreter sitze im Klimabeirat, das Klimabündnis gehe auch auf eine Initiative von BürgerSolar zurück. Und: Aktuell gebe es Bestrebungen, den Ausbau von Photovoltaik in Castrop-Rauxel massiv nach vorne zu bringen.

Uli Werkle: Wir entwickeln gemeinsam Pläne

Stadtbetrieb EUV, Stadtwerke, die Energieberatung der Verbraucherzentrale und BürgerSolar entwickeln laut Werkle derzeit gemeinsam Pläne dafür. Auch die neue Stadtbaurätin, sagt Werkle, habe sich klar positioniert. Demnach gelte das Ziel der Bundesregierung (65 Prozent Erneuerbare Energie bis 2030) auch für Castrop-Rauxel.

Werkle: „Dafür brauchen wir aber pro Jahr einen Zubau von 2000 KWp. 2019 hatten wir hier vor Ort rund 50 neue PV-Anlagen mit gut 500 KWp installierter Leistung.“

Investition bei der Scheune liegt bei gut 100.000 Euro

Um dieses vornehme Ziel zu erreichen, könnte BürgerSolar zwar nicht mit Siebenmeilen-Stiefeln vorweggehen, aber doch etliches bewirken. Werkle denkt zum Beispiel an neue BürgerSolar-Projekte. Etwa eine Photovoltaik-Anlage auf der Dingebauer-Scheune oder Carports mit Photovoltaik-Modulen auf großen, unverschatteten Parkplätzen.

Das Invest bei der Scheune betrage weniger als 900 Euro pro KWp, der Strom koste in der Produktion weniger als fünf Cent. „Damit lässt sich eine PV-Anlage auch auf Basis der Einspeisevergütung mit Gewinn betreiben.“

Daneben könnte BürgerSolar etwa auch Menschen helfen, die beispielsweise Probleme bei der Beantragung der Förderung haben.

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