Busfahrer klagen: Stress an den Haltestellen

CASTROP-RAUXEL Täglich kommt es zu brenzligen Situationen an den Bushaltestellen entlang der Bahnhofstraße. Vor allem zu Schulbeginn und nach Schulschluss herrscht riesiger Andrang. Stress pur für Busfahrer und Schüler.

von Von Christoph Witte

, 04.03.2009, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Busfahrer klagen: Stress an den Haltestellen

Die DSW21 würde eine Entzerrung des Busverkehrs zu Schulzeiten an der Bahnhofstraße, wo auch ihr Betriebshof liegt, begrüßen.

"Diese Schuldichte an der Bahnhofstraße ist schon extrem", sagt Reiner Holob, Leiter des Fahrbetriebs bei der DSW21. "Da sind dem System Bus schnell Grenzen gesetzt." In kurzen Abständen drängen sich Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums, der Willy-Brandt-Gesamtschule und der Fridtjof-Nansen-Realschule in die Linien 480 und 482. Dazwischen liegt noch der Hauptbahnhof, ein weiterer Verkehrsknotenpunkt. "Wir fahren schon in der Spitze im 5-Minuten-Takt. Morgens erhöhen wir unsere Kapazität um 35 Prozent. Mehr geht nicht", erklärt Holob.

Beförderungspflicht

Neben der Beförderungspflicht auch noch die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten, ist eine immense Herausforderung für die Busunternehmen, die sie nicht alleine tragen können. "Viele Autofahrer fahren nicht im Schritttempo an den haltenden Bussen vorbei, wenn die Warnblinker gesetzt sind", sagt DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann. "Und viele Schüler überqueren unvorsichtig die Straße, nur um einen Sitzplatz zu ergattern oder mit einem anderen Bus in die Gegenrichtung zu fahren, um ein paar Haltestellen vorher wieder umzusteigen."

Eine Patentlösung hat die DSW21 nicht. Man tue, was möglich ist, so Winkelmann. Etwa mit einem Bushaltestellen-Training für Viert- und Fünftklässler, das aber schon bis Jahresende ausgebucht ist. Zudem könnten schon bald ältere Schüler zu Schülerbegleitern ausgebildet werden, die ein wachsames Auge auf den Ansturm werfen und als Ansprechpartner fungieren. In Bochum und Dortmund wird das Projekt bereits getestet. "Es war auch mal von der Bezirksregierung angedacht, die Anfangs- und Schulschlusszeiten zu staffeln", weiß Bernd Winkelmann von unkonkreten Plänen. Noch mehr Busse einsetzen kann DSW21 nur auf eigene Kosten. Dafür fehle es aber an Ressourcen.

Keine Aufsicht

Die haben auch die Schulen nicht, um etwa Lehrer zur Aufsicht abzustellen. "Das können wir nicht leisten", sagt etwa Gudrun Höhle, Schulleiterin der WBG. Als wenig zielführend stuft Reiner Holob den Einsatz von Kundenbetreuern ein: "Die könnten in einem vollen Schulbus gar nicht reagieren", meint Reiner Holob und greift in die Utopiekiste: "Ideal wäre nur eine eigene Busspur an der Bahnhofstraße oder eine U- oder Straßenbahn." wit

Der Betriebshof Castrop-Rauxel der DSW21 umfasst 35 Busse und 123 Fahrer. Die Linien 480 und 481 befördern zusammen fast 8000 Fahrgäste am Tag.

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