Umbau fertig: Busbahnhof wieder offen - Fahrgäste haben aber noch Wünsche

mlzMünsterplatz

Der Busverkehr rollt wieder auf dem Zentralen Busbahnhof am Münsterplatz. Vertreter der Stadt Castrop-Rauxel und EUV zeigen sich am Montag zufrieden. Passanten haben allerdings noch Wünsche.

Castrop

, 07.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlich alles wie immer: Das sagt eine Frau, die am Zentralen Omnibusbahnhof auf dem Castroper Münsterplatz auf ihren Bus wartet. Doch es hat sich einiges getan in den vergangenen Wochen. Auch Bürgermeister Rajko Kravanja hat die Vorteile schon bemerkt. „Wenn ich mit dem Kinderwagen aus der Post komme, ist es viel bequemer“, sagte er am Montag. Gemeinsam mit Stadträtin Bettina Lenort, EUV-Vorstand Michael Werner und Vertretern der Verkehrsbetriebe sah er sich am Montag vor Ort um.

Rund 280.000 Euro wurden hier seit Mitte März verbaut. 90 Prozent übernahm der Bund. Wesentliche Neuerungen sind die beiden barrierefreien Querungshilfen. Nicht nur Kravanja mit Kinderwagen, auch Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhlfahrer kommen jetzt besser über den Platz und in den Bus.

Überzeugten sich vom gelungenen Bau des zentralen Omnibusbahnhofs: Bürgermeister Rajko Kravanja, EUV-Vorstand Michael Werner und Vertreter von Stadt, EUV und der beteiligten Verkehrsbetriebe.

Überzeugten sich vom gelungenen Bau des zentralen Omnibusbahnhofs: Bürgermeister Rajko Kravanja, EUV-Vorstand Michael Werner und Vertreter von Stadt, EUV und der beteiligten Verkehrsbetriebe. © Ronny von Wangenheim

Auffallend sind die neuen taktilen Pflasterelemente mit weißen Rippen- und Noppensteinen, mit deren Hilfe Menschen mit Sehbehinderungen sich gut orientieren können. Das war ein Hauptgrund für den Umbau. Die neue Pflasterung führt sie direkt zu Informationssäulen. Hier sollen später Hinweise in Blindenschrift angebracht werden. Vorher, so Michael Werner, sollen noch Details in Gesprächen mit Vertretern des Blindenvereins besprochen werden.

Passanten freuen sich über die zentrale Anlaufstelle

Positiv ist die Resonanz zum Start am Busbahnhof auch bei den Passanten. Maria Kropf ist zwar nicht auf einen Rollator angewiesen. Die Barrierefreiheit schätzt sie trotzdem. „Ich bin zufrieden, dass die Busse wieder hier fahren“, sagt sie: „Man kommt leichter zum Bus.“ Auch Cedric Kubasik (15) und Philipp Kallenbach (16) warten gerade auf einen Bus. „Das sieht jetzt viel besser aus“, sagt der 15-Jährige.

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Ulrike Ringler wohnt um die Ecke und fährt regelmäßig Bus. „Es wurde Zeit“, ist ihr Kommentar. Auch wenn es mit den Ersatzhaltestellen gut geklappt habe. Sie blickt sich um: „Vielleicht könnte es ja noch etwas freundlicher werden. Ein paar Blumenkästen zum Beispiel“, sagt sie. Und ergänzt: „Es ist wichtig, dass das jetzt sauber gehalten wird.“

Sehr zufrieden mit dem Umbau ist auch EUV-Bauleiter Kay Grondorf. Den größten Aufwand habe es vor Beginn der Bauarbeiten gegeben. Denn immerhin vier Verkehrsbetriebe, dazu Taxiunternehmen mussten für einen reibungslosen Nahverkehr an Bord geholt werden. Alles habe geklappt, sagt er. „Es gab nur wenige Beschwerden von Bürgern.“ Geholfen hat dabei die Corona-Pandemie. Weil weniger Busse fuhren, konnte besser gearbeitet werden, so Grondorf. Die Haltestellen waren zwar verlegt. In den Pausen parkten die Busfahrer aber weiter auf dem Münsterplatz.

Vier bis fünf Haltestellen werden jährlich barrierefrei umgebaut

Barrierefreie Haltestellen ist ein Thema im gesamten Stadtgebiet. Vier bis fünf Bushaltestellen werden im Jahr umgebaut, sagte Montag EUV-Chef Michael Werner. „Vier sind derzeit im Bau“, so Kay Grondorf, weitere vier bis fünf sollen in diesem Jahr noch ausgeschrieben werden. Die Auswahl orientiere sich an den Fahrgastzahlen und an der Umgebung. Liegt zum Beispiel ein Seniorenzentrum in der Nähe, werde eine Haltestelle früher umgebaut. Von den 148 Haltestellen, so Werner, sind ein Drittel barrierefrei.

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Barrierefreiheit ist bei der Stadt ein wichtiges Thema. „Das Nahmobilitätskonzept ist fast fertig“, informierte Stadtbaurätin Bettina Lenort. Hier habe die Coronakrise allerdings für eine Verzögerung gesorgt. Denn vor der Fertigstellung und Veröffentlichung will man noch einmal die Bevölkerung einbeziehen.

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