Castrop-Rauxel bleibt meilenweit über dem anvisierten Corona-Grenzwert

Coronavirus

Die Bundesregierung will die 50 wieder knacken: Bei 50 Neuinfektionen in sieben Tagen können die Gesundheitsämter alle Kontakte nachverfolgen. Castrop-Rauxel bleibt davon meilenweit entfernt.

Castrop-Rauxel

, 19.11.2020, 08:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schwelle 50: Es ist genau einen Monat her, dass Castrop-Rauxel zuletzt unter dieser Marke lag. 42,2 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in sieben Tagen je 100.000 Einwohner meldete das Gesundheitsamt im Kreis Recklinghausen am 18. Oktober 2020. Am 19. Oktober wuchs der Wert auf 68,1. Dann auf 83,1. Ab dem 22. Oktober war er seither dreistellig.

Der Kreis Recklinghausen war schon zehn Tage früher dran: Vom 9. auf den 10.10. wuchs der Inzidenzwert in allen zehn Städten von 44,1 auf 55,3. Am 1.11. erreichte er mit 241,2 seinen bisherigen Rekordstand. Seither sinkt er, liegt aber laut Landeszentrum für Gesundheit NRW noch immer bei 179,4 (19.11., 0 Uhr). Mehr als dreimal so hoch wie angepeilt.

Wie soll er soweit absinken? Ist das realistisch? In Gesamt-NRW ist der Wert inzwischen auf 166,5 abgesunken. Haltern am See zeigt, dass es auch tiefer geht: Die Kommune am Nordrand des Kreises, schon fast eher Münsterland als Ruhrgebiet, erreicht vermutlich als erste im Kreis RE die 50er-Schwelle. Sie lag am Mittwoch laut Kreis-Meldung bei 60,8.

Zahl der akut Infizierten wieder gestiegen

In Castrop-Rauxel liegt die Inzidenz Stand 19.11. bei 154,1 (Quelle: Kreis RE), errechnet aus 113 neuinfizierten Personen binnen sieben Tagen. Hoffnung macht vor allem die seit Wochen sinkende Zahl der akut infizierten Personen. Nach 132 Personen am 18.11. waren es allerdings am 19.11. 144 Castrop-Rauxeler. Im Kreis Recklinghausen wurden allein in den vergangenen zehn Tagen 2000 Personen, die zuvor infiziert waren, als gesundet gemeldet. Hier gelten nun noch rund 1500 Personen als infiziert. Vor einigen Tagen lag diese Zahl noch bei um 2100.

Auf der anderen Seite nimmt die Zahl der Verstorbenen eine bedenkliche Entwicklung: Sechs Todesfälle an einem Tag, das war der höchste 24-Stunden-Wert seit Ausbruch der Pandemie, gemeldet am 18.11. Am Tag davor waren es auch schon vier Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Infektion starben, am Tag danach (19.11.) kamen weitere vier Meldungen hinzu. So kommen 14 Todes-Meldungen in den vergangenen drei Tagen zusammen – so viele wie noch nie binnen 72 Stunden.

Neun Castrop-Rauxeler starben seit März mit einer gemeldeten Infektion. Bei 812 Infektionsfällen insgesamt (Stand 18.11.) ist das gerade mal ein Prozent aller Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. Ob das eine hohe oder geringe Todesrate ist, kann jeder selbst bewerten. Aber neun Tote sind neun einzelne Familien-Schicksale.

Das Alter der Menschen ist dabei signifikant: Der zuletzt verstorbene 67-jährige Mann war noch einer der jüngeren Covid-19-Patienten, die nicht wieder gesund wurden, sondern ihr Leben verloren. Das Durchschnittsalter der verstorbenen Castrop-Rauxeler liegt bei 71 Jahren.

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