Die Maskenpflicht, Abstandsregeln und andere Einschränkungen gelten seit Wochen und Monaten. Die Wirkung ist überschaubar. © dpa
Corona-Regeln

Castrop-Rauxel verhängt nun sofort ein Bußgeld für Maskenverweigerer

Für Castrop-Rauxeler, die die Maskenpflicht missachten, kann es ab sofort teuer werden. Sie müssen mit Bußgeldern zwischen 50 und 150 Euro rechnen. Aber schreckt das Maskenmuffel wirklich ab?

Für Kunden im Einzelhandel, Gäste der Gastronomiebetriebe und Nutzer der ÖPNV-Angebote in ganz NRW ist der Mund-Nase-Schutz, die sogenannte Alltagsmaske, schon seit mehreren Monaten Pflicht.

Seit über einer Woche gilt der Kreis Recklinghausen als Corona-Risikogebiet. Wie in anderen Städten des Kreises auch, traten neue Regelungen in Castrop-Rauxel in Kraft, um die Pandemie zu bekämpfen. Dazu gehört auch die Maskenpflicht im Bereich der Fußgängerzonen der Altstadt.

Wer dort ohne Mund-Nasen-Schutz von den Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) erwischt wird, gegen den kann ein Ordnungsgeld von 50 Euro ausgesprochen werden. Und derzeit finden vermehrt Kontrollen statt, wie Uta Stevens von der Pressestelle der Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt.

Regelmäßige Kontrollen finden jetzt statt

Der Kommunale Ordnungsdienst sei regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs und kontrolliere Gastronomie und Handel sowie die Einhaltung der Maskenpflicht in der Fußgängerzone.

Um auf die Maskenpflicht in diesem Bereich der Innenstadt hinzuweisen, habe überdies der EUV Stadtbetrieb entsprechende Plakate mit Hinweisen aufgehängt.

„Bislang hat der Kommunale Ordnungsdienst Menschen, die ihre Maske in der Fußgängerzone nicht oder nicht korrekt getragen haben, aus Kulanzgründen streng ermahnt. Nach einer Woche Geltungsdauer der neuen Pflicht wird in Castrop-Rauxel nun sofort ein Bußgeld für Maskenverweigerer verhängt“, so Stevens.

Kein Ordnungsgeld verhängt

Wirklich zur Kasse gebeten wurde aber bisher noch niemand in Castrop-Rauxel. Denn laut Uta Stevens seien bisher alle angesprochenen Menschen in der Innenstadt einsichtig gewesen. Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes hätten bisher nicht Bekanntschaft mit renitenten Maskenverweigerern oder gar Corona-Leugnern gemacht.

Wenn das der Fall wäre, hätte der Kommunale Ordnungsdienst die Möglichkeit, die Polizei um Amtshilfe zu bitten. „Weigert sich ein Bürger innerhalb der ausgeschriebenen Bereiche, in denen die Maskenpflicht gilt, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, würde neben dem Bußgeld ebenfalls ein Platzverweis ausgesprochen“, erklärt Stevens.

Keine Amtshilfe geleistet

Annette Achenbach, Pressesprecherin der Polizei im Kreis Recklinghausen, bestätigt, dass die Castrop-Rauxeler offenbar entspannt mit der Maskenpflicht umgingen.

In der Europastadt hätten die Beamten bisher weder dem Ordnungsdienst Unterstützung leisten müssen, noch sei es zu Einsätzen wegen Maskenverweigerern in Bussen des ÖPNV gekommen.

„Einsätze im Zusammenhang mit Corona-Leugnern und Maskenverweigerern, bei denen Amtshilfe angefordert wurde, gab es überhaupt im Kreis nur wenige. Ein Fall aus Haltern am See und einen einzelnen in Gladbeck gab es“, so Achenbach.

Hohe Strafen in Bus und Bahn

In den Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs müssen Fahrgäste, die sich gegen den Mund-Nasen-Schutz sträuben, sogar mit Ordnungsstrafen von 150 Euro rechnen.

Sowohl Christoph Kollmann von der Bogestra als auch DSW21-Sprecherin Britta Heydebluth erklärten auf Anfrage unserer Redaktion, dass es in den Bussen der Verkehrsunternehmen, die im Castrop-Rauxeler Stadtgebiet verkehrten, bisher keine Fälle gab, bei denen tatsächlich ein Ordnungsgeld gegen Maskenmuffel verhängt werden musste.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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