Bastel-Masken-Alarm? Castrop-Rauxeler halten Aufregung für übertrieben

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Die Bastel-Sätze für Mund-Nase-Schutzmasken vom Land NRW zum Schutz vor Corona-Infektionen sorgen diese Woche für Aufregung. In Castrop-Rauxel gibt es eher Verwunderung über die Aufregung.

Castrop-Rauxel

, 11.06.2020, 08:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind noch gar nicht überall angekommen, die Bastel-Masken des Landes NRW. Die werden gerade zu Millionen versendet an Kommunen für Kindertagesstätten und zu Wohlfahrtsverbänden für deren Einrichtungen. Dass es keine fertigen Masken sind, sondern sie erst noch aus drei Einzelteilen zusammengesetzt werden müssen, sorgte Anfang der Woche für manche Aufregung. Bei unserer Befragung verschiedener Einrichtungen in Castrop-Rauxel kam heraus: Hier hält man die Aufregung für übertrieben.

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Veronika Borghorst kennt diese Art der Masken schon: Sie habe für den Caritasverband schon vor rund sechs Wochen über den Kreis Recklinghausen 1000 Masken-Bastelsätze bekommen, sagt sie. Und: „Wir nutzen die, klar.“ Da müsse man schon ein bisschen fummeln. Aber: „Vom Tragekomfort finde ich sie akzeptabel.“

Wie Küchenrolle, nur fester

Es handle sich um einen recht festen Stoff, ähnlich einem Serviettenmaterial oder Küchenpapier mit diesen kleinen Noppen, nur eben etwas fester als Küchenrolle. Zudem liege für jeden dieser Stoffe ein Gummi bei und ein Metall-Streifen mit Klebeband. Man brauche vielleicht eine oder zwei Minuten für eine Maske, wenn man geübt ist.

Veronika Borghorst hat für die Caritas schon verschiedene Maskenspenden erhalten. Auch die Bastel-Masken, die vor zwei Monaten vom Kreis Recklinghausen kamen, haben sie nicht verärgert, sondern gefreut.

Veronika Borghorst hat für die Caritas schon verschiedene Maskenspenden erhalten. Auch die Bastel-Masken, die vor zwei Monaten vom Kreis Recklinghausen kamen, haben sie nicht verärgert, sondern gefreut. © Stadt

„Bei dem einen entsteht bei sowas Aufregung“, sagt Borghorst, „bei dem anderen nicht.“ Die Masken, die sie bisher von der Stadt Castrop-Rauxel bekommen habe, seien etwas praktischer gewesen: Einwegmasken, die man aufsetzt und dann wegwirft. „Aber diese sind auch nicht verkehrt.“

Im Rathaus sind die Masken vom Land NRW inzwischen eingetroffen. Sprecherin Julia Schulze sagte am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Stadt freut sich über die Pakete vom Land. Der Bausatz ist wirklich nicht kompliziert: ein Filtertuch, eine Nasenklammer und ein Faden.“ Jede Erzieherin bekomme eine gewisse Stückzahl, der Aufwand sei also überschaubar.

Noch nicht in allen Kitas angekommen

Viele Kitas meldeten uns zurück, die Masken seien noch nicht bei ihnen angekommen. Frank Strümpel, Leiter der städtischen Kita Lummerland in Ickern, sagt im kurzen Telefonat mit unserer Redaktion ganz gelassen: „Wir haben schon viele Masken von der Stadt bekommen, verfügen auch über selbstgenähte Stoffmasken von unseren Eltern. Zurzeit sind noch genug da für unsere Mitarbeiterinnen. Wir warten nun auch auf die Lieferung vom Land NRW. Aber mehr wissen wir noch nicht.“

Masken werden von Erzieherinnen getragen - aber nur, wenn sie auf dem Flur unterwegs sind oder Kontakt zu Eltern oder Außenstehenden haben. Nur gesundheitsgefährdete Erzieherinnen schützen sich selbst mit FFP2-Masken, falls erforderlich.

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