Castrop-Rauxeler Pilze in Hattingen gelandet

Commandeur-Kunst

CASTROP-RAUXEL/HATTINGEN Die außerirdischen Pilze sind gelandet - in der Henrichshütte Hattingen. Die Castrop-Rauxeler Künstlerin Ursula Commandeur hat im Hattinger Industriemuseum ihre erste große Rauminstallation verwirklicht – und die ist durchaus spektakulär.

von von Bettina Jäger

, 02.10.2009, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer aber die zehn Grad Celsius kühle Höhle betritt, ist verblüfft. Seltsame Gewächse scheinen aus den Wänden und dem Boden zu wuchern. Ihre Rüssel haben sie zum Licht hin ausgefahren. Auch Wurzeln scheinen sie zu schlagen – es sind Drähte, die aus dem Ton wachsen. Der Betrachter fragt sich unwillkürlich: Zu welchem Zweck? Diese Kunststücke wirken wie außerirdische Wesen, die von Hattingen aus die Welt erobern wollen. „Richtig spannend“ fand Ursula Commandeur die Arbeit in der Henrichshütte, deren Museumsleiter Robert Laube ihr diesen ungewöhnlichen Raum angeboten hatte.

500 Kilo Ton hat sie verarbeitete und einen Pilz zum Vorbild genommen, der Kartoffelbovist heißt. Aber die Künstlerin, die den Staatspreis für Kunsthandwerk 2007 gewonnen hatte, holt sich stets ihre Anregungen aus der Natur, um dann doch ganz neue seltsame Wesen zu erschaffen. In diesem Fall interessierte sie etwas, „dessen Wachstum wir als Menschen nicht in der Hand haben.“ Schwarzen Ton wählte sie, damit sich die Kunst in den originellen Raum einfügt. Ob ihre Alien-Pilze die Welt erobern, weiß die Künstlerin nicht. Sie selbst ist auf dem besten Weg dazu. Gerade hat sie den „Grand prix du parcours ceramique carougeois“ gewonnen, eine Schweizer Auszeichnung von internationalem Ruf. Nur 20 Keramik-Künstler hatten bei diesen Festwochen in Carouge ausstellen dürfen. Die Übergabe des Preises erfolgt in der zweiten Oktober-Woche. Außerdem stellt sie im Westerwald aus und gehört zu den Künstlern, die zur Keramik-Biennale in Kapfenberg/Österreich eingeladen worden sind. Dieses Kulturereignis beginnt ebenfalls in der zweiten Oktober-Woche.

Auch für 2010 hat Ursula Commandeur schon Pläne. Im September zeigen 20 Ruhrgebietskünstler und zehn aus dem Ausland die Schau „Im Flug vergangen“, die im Galeriehaus Grosche und im Atelier von Ursula Commandeur stattfinden wird. Besonderer Clou des Ruhr.2010-Projektes: Brieftauben werden Fotos der Kunstwerke durch die Luft transportieren.  

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