Castrop-Rauxeler Stadtrat soll sich für guten Tarifabschluss einsetzen

mlzVor Warnstreiks

Die Gewerkschaften haben Warnstreiks angekündigt. Jetzt soll es zum Ausstand von Beschäftigten im Öffentlichen Dienst in Castrop-Rauxel kommen. Die Politik schließt sich dem Protest womöglich an.

Castrop-Rauxel

, 23.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes wollen sich die Gewerkschaften Verdi, GEW und der Deutsche Beamtenbund (dbb) nicht mit einer Nullrunde abspeisen lassen, die Arbeitgeber-Verbänden vorgeschwebt haben soll: Am Donnerstag (24.9.) sollen in Castrop-Rauxel Warnstreiks stattfinden.

In welcher Form, war am Dienstag noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass die Stadtverwaltung sich vorbereitet hat: Für die Ratssitzung am Donnerstag, 1.10., ist die Verabschiedung einer Resolution an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) geplant. Über die soll der noch in der alten Zusammensetzung tagende Stadtrat beschließen.

„Bislang nicht gekannte Herausforderungen“

Die Beschäftigten leisteten unter schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit, heißt es. Bei allen finanziellen Schwierigkeiten der Kommunen sei wichtig, dass die Anerkennung in der anstehenden Tarifrunde (22./23. Oktober) zum Ausdruck komme.

Die Pandemie habe die Beschäftigten vor bislang nicht gekannte Herausforderungen gestellt. „Dass diese so erfolgreich gemanagt wurden, ist gerade dem Öffentlichen Dienst zu verdanken. Anerkennung darf sich jedoch nicht nur in Worten und Beifall ausdrücken, sondern sollte sich im Finanziellen widerspiegeln“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Der Rat soll in der Resolution einen Tarifabschluss fordern, in dem die Leistungen in der Corona-Pandemie anerkannt werden. Man wolle erreichen, dass die Mitarbeiter motiviert würden, auch bei der nächsten Krise über das normale Maß hinaus das Vertrauen der Bürger zu rechtfertigen.

„Warnstreiks nicht vertretbar“

Die VKA zeigte sich laut Verdi am Wochenende nicht verhandlungsbereit. Hauptgeschäftsführer Niklas Benrath hatte im Nachgang der ersten Tarifrunde Anfang September das Gegenteil behauptet: Man stehe für konstruktive Verhandlungen bereit. „In einer so frühen Phase der Tarifverhandlungen zu Warnstreiks aufzurufen, halten wir für nicht vertretbar“, so Benrath.

Benrath weiter: „Während viele Menschen um ihren Arbeitsplatz fürchten, sind die Arbeitsplätze im kommunalen öffentlichen Dienst sicher. Das ist ein hohes Gut! Es stünde den Gewerkschaften gut zu Gesicht, sich daran zu erinnern, dass wegen der Corona-Pandemie zahlreiche Dienstleistungen nicht erbracht werden konnten.“

Ein Angebot legte der Arbeitgeberverband nicht vor. Benrath meinte: „Für kommunale Arbeitgeber ist die corona-bedingte Situation nach wie vor schwierig – daran ändert auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung nichts. Die Kommunen erwarten erst wieder 2023 wirtschaftliche Verhältnisse wie im vergangenem Jahr.“

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