Um den Besitz von Kinderpornographie ging es vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht (Symbolbild). © dpa
Amtsgericht

Castrop-Rauxeler surfte aus „Einsamkeit“ auf Kinderporno-Seiten

Zum dritten Mal in kurzer Zeit musste sich ein Richter mit Kinderpornografie befassen. Der Angeklagte verteidigte sich mit dem Hinweis, er habe alles gelöscht. Ungestraft kam er nicht davon.

Das dritte Mal innerhalb kurzer Zeit hat sich das Amtsgericht Castrop-Rauxel mit einem der schlimmsten Themen in unserer Gesellschaft befasst: Wegen des Besitzes von Kinderpornographie saß ein 51-jähriger Mann auf der Anklagebank.

Gut situiert, angesehener Beruf. Vor mehr als eineinhalb Jahren waren bei ihm knapp 100 einschlägige Fotos und zwei Videos gefunden worden. „Beim Surfen auf Datingportalen und dort installierter Werbung“ habe er die Sachen entdeckt, so der Angeklagte. War nach einer Scheidung allein, hatte sein soziales Umfeld verloren, suchte Kontakt im Netz.

Erst seien „normale“ Sachen aufgeschlagen, dann habe er auch illegale Sachen bekommen. Über Whatsapp-Gruppen. Er habe die Gruppen verlassen und geglaubt, damit sei alles gelöscht.

Angeklagter schämt sich

War es aber nicht – die Polizei wurde fündig, entdeckte die Videos in einem Ordner. „Ich schäme mich, habe damit nie was zu tun haben wollen“, sagte der Angeklagte.

Sein Mandant sei nicht vorbestraft und habe die abstoßenden Bilder gar nicht aktiv gesucht, so der Verteidiger, der auf eine milde Geldstrafe hoffte. Das Urteil blieb auch bei einer Geldstrafe, allerdings mit 120 Tagessätzen zu je 60 Euro entschieden höher als erhofft.

„Ihre Erklärung ist plausibel“, so der Richter, allerdings hätte der Angeklagte mit den unerwünschten Fotos gleich zur Polizei gehen sollen.

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Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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