Die Zeiten kommissarischer Leitung sind bald vorbei: Castrop-Rauxels größte Schule bekommt eine neue Schulleiterin. © Iris Müller
Nach Gerichtsentscheid

Castrop-Rauxels größte Schule bekommt bald eine neue Chefin

Zehn Monate Warten haben ein Ende: Castrop-Rauxels größte Schule hat bald wieder eine Schulleitung. Ihr Vorgänger fühlt sich in Corona-Zeiten „befreit“.

Erst zog es sich – und dann ging es am Ende doch plötzlich fixer als gedacht: Am 24. November hat das Oberverwaltungsgericht in Münster einen Beschluss erlassen, der den Weg frei macht für die neue Chefin des Berufskollegs Castrop-Rauxel (BKCR).

Seit Ende Februar schon wurde die Schule nur kommissarisch geleitet. Und eigentlich war erwartet worden, dass das Gericht noch länger braucht, seine Entscheidung zu fällen.

Nun aber bekommt das BKCR ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Birgit Becker. So wird die neue Schulleiterin heißen, laut der Bezirksregierung Münster, die für die Besetzung von Lehrerstellen zuständig ist. Mit Berufskollegs dürfte sich Becker auskennen. Zur Zeit ist die Lehrerin noch als stellvertretende Schulleiterin am Robert-Bosch-Berufskolleg in der Nachbarstadt Dortmund tätig.

Neue Chefin soll schon bald starten

Aber wohl nur noch kurz: Nachdem die Stelle am BKCR so viele Monate hat frei bleiben müssen, gibt die Bezirksregierung nun Gas: „Zeitnah“ soll Birgit Becker in Castrop-Rauxel anfangen, sagt Andreas Winnemöller, Sprecher der Bezirksregierung. Einen fixen Termin gebe es zwar nicht. Aber in jedem Fall soll es noch in diesem Schulhalbjahr für Becker losgehen. Sprich: bis Ende Januar. Vielleicht sogar noch vor Weihnachten.

Wann genau sie ihre neue Kollegin und Chefin begrüßen dürfen, weiß man auch am BKCR noch nicht. Aber eins weiß der jetzige Leiter Markus Brechmann sicher: „Wir sind als Schule erleichtert, dass wir in diesen schwierigen Zeiten nun wieder eine vollständige Schulleitung zur Verfügung haben“, sagt er.

Auch stellvertretende Schulleiterin fiel lange aus

Sobald Becker am Berufskolleg anfängt, ändert sich der Schulalltag von Brechmann – er wird von seinem vorübergehenden Amt „befreit“, wie er selbst sagt: Als Ende Februar der damalige Schulleiter Fred Nierhauve in Pension ging, hat Brechmann die Leitung der Schule kommissarisch übernommen – übernehmen müssen.

Eine Mammut-Aufgabe: Das BKCR hat rund 2600 Schüler. Zudem begann fast zeitgleich die Corona-Pandemie. Und überdies fiel auch die stellvertretende Schulleiterin wegen Krankheit aus. Doch auch hier geht es offenbar voran: Die Kollegin kehre schrittweise zurück an die Schule, sagt Brechmann. „Langsam nähern wir uns der Normalität.“

Eine unmittelbare, dringliche Aufgabe für die neue Schulleiterin könne er spontan nicht benennen, sagt er. Er habe noch nie eine Schule übergeben müssen. „Wir werden alles absprechen“, sagt er. Und sicher werde er anfangs auch noch im Schulleitungs-Team helfen.

Monatelanger Rechtsstreit um die Schulleiter-Stelle

Dass die größte Schule in Castrop-Rauxel gut zehn Monate nur kommissarisch geführt werden konnte, liegt an einem Rechtsstreit, den die Besetzung der Schulleiterstelle nach sich zog. Ursprünglich hatte die Bezirksregierung Münster schon im April entschieden, dass Birgit Becker neue BKCR-Chefin werden soll.

Allerdings gab es noch eine weitere Interessentin für die Stelle und diese klagte gegen die Entscheidung. Der Fall landete beim Verwaltungsgericht Arnsberg, das die Entscheidung der Bezirksregierung bestätigte. Dagegen ging die Bewerberin erneut vor: Sie legte Beschwerde ein, der Fall landete in der nächsten Instanz, beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster.

Das wies die Beschwerde jetzt schließlich als „unbegründet“ zurück: Alle Punkte, die die unterlegene Bewerberin dafür anführte, warum sie und nicht Birgit Becker neue Schulleiterin hätte werden sollen, seien rechtlich nicht von Belang, heißt es sinngemäß.

Mit ihrem Beschluss beendeten die Richter des OVG den juristischen Streit um den Schulleiter-Posten. Gegen die Entscheidung kann nicht mehr weiter vorgegangen werden. Damit kann Birgit Becker nach Castrop-Rauxel wechseln.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski

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