Castroper Ärztin half sechs Monate in Sierra Leone

Cap Anamur

Die Castrop-Rauxeler Ärztin Meike Massmann hat sich ein halbes Jahr lang für die deutsche Hilfsorganisation Cap Anamur in Sierra Leone aufgehalten, um dort in der Hauptstadt Freetown am einzigen Kinderkrankenhaus des gesamten Landes ärztliche Hilfe zu leisten.

CASTROP-RAUXEL

von Ruhr Nachrichten

, 21.04.2011, 15:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unter diesen Umständen hilft die Organisation "Cap Anamur" den Kindern und Familien in Sierra Leone.

Unter diesen Umständen hilft die Organisation "Cap Anamur" den Kindern und Familien in Sierra Leone.

Das westafrikanische Land von der Größe Bayerns braucht weiterhin Hilfe von außen. Das Cap Anamur-Team in Freetown macht diese Erfahrung immer wieder aufs Neue. Tag für Tag kommen rund 200 Kinder mit schwerer Malaria, Typhus und Verbrennungen in die Einrichtung. Derzeit ist sie die einzige Kinderklinik des Landes. Die sechs Wochen alte Fatima beispielsweise kam mit einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus, sie atmete flach und hatte blaue Lippen. „Die Eltern hatten die Hoffnung fast aufgegeben - angesichts des dramatischen Zustandes durchaus verständlich“, erinnert sich Meike Massmann. Zur Überraschung aller überlebte sie nicht nur die Nacht, sondern war am nächsten Morgen schon wieder verhältnismäßig munter. „Bis zur Entlassung kam mir die Mutter, wann immer ich die Station betrat, freudestrahlend mit ihrer Tochter auf dem Arm entgegen. Fatima hatte einen schweren Start, aber sie hat sich durchgekämpft“, sagt die Ärztin. Der Dankesbrief der Familie und das Foto der beiden gehören zu ihren schönsten Erinnerungen an ihre Zeit in Sierra Leone.

Seit fast zwei Jahren wird das Krankenhaus mit der Hilfe von Cap Anamur betrieben. Und die Patientenzahlen steigen ständig. Um dem immensen Bedarf gerecht zu werden, wurde ein weiteres Stockwerk mit Platz für etwa 60 zusätzliche Betten gebaut. So können insgesamt rund 200 Kinder stationär versorgt werden. Die lokalen und deutschen Mitarbeiter bewältigen unter schwierigen Umständen ein großes Arbeitspensum und motivieren sich mit jedem kleinen und großen Erfolg.

Lesen Sie jetzt