Positives Signal in Zeiten der Ungewissheit: Castroper Leselust wappnet sich in Sachen Corona

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Minütlich könnte die Ansage kommen, dass Einzelhändler in Castrop-Rauxel ihre Geschäfte schließen müssen. Das Coronavirus ist längst angekommen im Alltag, doch die Not macht erfinderisch.

von Marian von Hatzfeld

Castrop-Rauxel

, 17.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ab Montag alle ‚Amüsierbetriebe‘, ab Dienstag der Betrieb von Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbädern sowie Saunen“: Bereits am Sonntag (15. März) teilte die Landesregierung NRW mit, dass sie Freizeitangebote wegen des Coronavirus stoppen werde.

Doch Gewissheit gibt dieser Erlass noch nicht – er könnte weitreichender werden. Dienstleister und Einzelhandel sind Stand Montagabend (16. März) noch nicht betroffen. Nur der „Zutritt zu Einrichtungshäusern und Einkaufszentren“ ist auf die „Deckung des dringenden Bedarfs“ beschränkt.

Entgegen der Öffnungszeiten und ohne jeglichen Hinweis sind am Montag die Türen zweier Kosmetik-Studios geschlossen. Ob die Betriebe freiwillig, vielleicht in weiser Voraussicht vorübergehend dicht gemacht haben, bleibt unklar.

Es gibt jedoch viele Dienstleister, die geöffnet haben und erst bei einer „behördlichen Anordnung schließen würden“. So zum Beispiel das Belissimo by Furkan, Hair & Beauty Center am Markt, der Friseursalon Melis am Markt oder Figaro Monika Böhmer an der Viktoriastraße.

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„Bis die Ansage kommt, haben wir geöffnet“, sagt Friseurmeisterin Simone Jansch. Nach „viel weniger Betrieb als sonst“ in den vergangenen Wochen, ist der Friseursalon Melis am Vormittag des 16. März voll. „Heute ist ein großer Andrang, weil die Kinder frei haben“, sagt Jansch.

„Sorgen um Bezahlung“

Der Friseur hat bereits Maßnahmen ergriffen: Selbst-Desinfizierung vor und nach jedem Kunden – und auch der Kunde wird aufgefordert, Selbiges zu tun. Doch die angestellte Friseurmeisterin sorgt sich, dass der Laden in den nächsten Tagen schließen müsse und auch darum, wie es dann mit ihrer Bezahlung weitergehe.

Einbußen befürchtet auch Birgit Henschel von der Castroper Leselust“. Die gebe es „im Einzelhandel jedoch immer“, sagt die Buchhändlerin. „Wir wussten lange genug, was auf uns zukommt und versuchen vorzusorgen und selber zu handeln“, gibt Henschel sich kämpferisch.

„Corona Extraservice“

Aufgrund der Situation werden „momentan stapelweise Bücher verkauft“, denn ein „gutes Buch braucht man immer“, sagt Henschel. Aber auch im Falle einer Schließung ist die Buchhandlung gewappnet.

Geschäftsführerin Martina Tielker und Buchhändlerin Birgit Henschel bieten einen „Corona Extraservice“ an. Dieser umfasst „Bücherberatung und Verkauf in Krisenzeiten“. Die Beratung erfolgt bei eventueller Schließung per Telefon, Mail, WhatsApp oder auf der Homepage.

„Corona-Extraservice“ der Castroper Leselust

„Corona-Extraservice“ der Castroper Leselust © Marian von Hatzfeld

Auch eine Bücher-Lieferung „frei Haus“ sei möglich. Bezahlt werden könne dann auch mit EC-Karte mithilfe eines mobilen Kartenlesegeräts. Inwieweit die Geschäfte in den nächsten Tagen und Wochen geöffnet haben, bleibt abzuwarten. Fast minütlich ist mit neuen Entwicklungen in Sachen Corona zu rechnen.

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