CDU feiert sich für die „Ära Breilmann“ und wählt Papp zum neuen Stadtverbands-Chef

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Nach mehr als neun Jahren hat Michael Breilmann das Amt des CDU-Chefs in Castrop-Rauxel am Freitag an Carsten Papp übergeben. Der erhielt als einziger Kandidat 90 Prozent der Stimmen.

Castrop-Rauxel

, 02.02.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Carsten Papp ist neuer Vorsitzender der CDU Castrop-Rauxel. Mit 90 Prozent der Stimmen wurde er Freitagabend von den Delegierten zum Nachfolger von Michael Breilmann gewählt, der nach einem knappen Jahrzehnt und seiner Wahl zum Kreisvorsitzenden im Vorjahr nun den Vorsitz in Castrop-Rauxel abgibt. An der Fraktionsspitze im Stadtrat bleibt der Rechtsanwalt der Partei vor Ort aber erhalten.

56 Ja-Stimmen bei viermal Nein und zwei Enthaltungen: Das war das Ergebnis, mit dem die Delegierten auf dem Stadtverbands-Parteitag Carsten Papp in die Nachfolge von Breilmann schickten, der selbst 2009 im Alter von 26 Jahren zum jüngsten Vorsitzenden gewählt worden war. Der Bankkaufmann Papp, zuvor Schatzmeister der Union, soll nun einen Weg fortsetzen, den die Redner des Abends in der Forum-Gastronomie am Europaplatz als Erfolgsweg bezeichneten.

Team wird „sicher noch viele Erfolge feiern“

„Ich möchte mich herzlich für das gute Ergebnis bedanken“, sagte Papp zum Ende des Parteitags, der nach 70 Minuten zu Ende war. „Wir haben viel erreicht, aber haben auch viel vor uns. Wir stehen vor der Europawahl, stellen in diesem Jahr das Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 auf und müssen dafür auch das Personal aufstellen, das dann in den nächsten Stadtrat einziehen wird. Davor bin ich nicht bange, denn wir haben gutes Personal und stellen wieder ein gutes Team zusammen – so wie beim letzten Mal.“

Zur Sache

Steinbock neue Schatzmeisterin

Carsten Papps vormalige Rolle als Schatzmeister übernimmt Ratsfrau Anne Steinbock. Sie erhielt 100 Prozent der Stimmen der anwesenden 63 Delegierten.

Das aktuelle Team werde auch in den nächsten anderthalb Jahren bis zur Wahl „sicher noch viele Erfolge feiern“. Eine Koalition auf Kommunalebene sei nicht gut für die Bürger. „Mit wechselnden Mehrheiten hat man mehr Arbeit, kann aber auch mehr für die Bürger erreichen“, so Papp.

Michael Breilmann sagte mit Blick auf seine Amtszeit, dass die CDU an Einfluss gewonnen habe: „Ohne die CDU können hier keine Mehrheiten mehr gewonnen werden, und das ist gut für diese Stadt.“ Das Wahlergebnis 2014 sei ein Schock für die SPD gewesen. „Rajko Kravanja rief mich am Tag danach an und sagte: ‚Lasst uns reden und eine Koalition bilden.‘“ Er habe damals geantwortet, dass man reden könne und Mehrheiten finden wolle im Sinne einer pragmatischen Politik, aber keinen Koalitionsvertrag. „Wir wollten für die Bürgerinnen und Bürger die besten Lösungen finden. Das war nicht die politisch bequemste Entscheidung, wir hätten auch Kompromisse eingehen können. Aber wir haben gesagt: Nein, das wollen wir nicht.“

Credo: Zuerst die Stadt, dann die Partei

Man habe stets nach dem Credo gehandelt: Zuerst die Stadt, dann die Partei. Und die Bürgerbeteiligung habe man stets im Blick gehabt, wie das Bürgerbegehren zum Erhalt der Realschule gezeigt hätte; oder die Unterstützung des Bürgerbegehrens um den Kreishaus-Neubau. „Wir brauchten dafür keinen Koalitionspartner – unser Partner sind die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Wir werden deren Anwalt auch mit dem neuen Vorsitzenden bleiben“, sagte Breilmann.

Natürlich hätte er die Bürgermeisterwahl 2015 gerne gewonnen, so der Fraktions-Chef. „Wir sind noch nicht stärkste Fraktion. Aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“ Lothar Hegemann, der 35 Jahre lang Landtagsabgeordneter der CDU war, sagte: „Sie haben einen verdammt guten Vorsitzenden gehabt, der Gott sei Dank aus der Politik nicht weg ist, sondern nun seine Arbeit im Kreisverband fortsetzt – aber der Politik in der Stadt erhalten bleibt.“

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