Corona-Krise: Caritas Castrop-Rauxel will „Telefon-Besuche“ vermitteln

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Je länger die Corona-Krise dauert, desto mehr Menschen brauchen Hilfe: Senioren, Familien, Bedürftige. Die Caritas Castrop-Rauxel präsentiert verschiedene Lösungsansätze.

Castrop-Rauxel

, 31.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Caritas Castrop-Rauxel hat eine Koordinierungsstelle eingerichtet – für Menschen, die in diesen Tagen Unterstützung beim Einkaufen oder ähnlichen Dingen brauchen, und für diejenigen Castrop-Rauxeler, die eben diesen Menschen helfen möchten.

„Es läuft super gut“, sagt Caritas-Geschäftsführerin Veronika Borghorst nach den ersten zwei Wochen. Es hätten sich viele Menschen gemeldet, die ihre Hilfe anbieten, vor allem bei Einkäufen, Besorgungen und Apothekengängen. Die Zahl der Hilfesuchenden sei geringer, aber es werden mehr, je länger die Krise dauert.

Eine Dame hatte sich beispielsweise gemeldet, weil sie, bevor sich die Lage so drastisch entwickelte, einen Kühlschrank bestellt hatte. Die Spediteure durften aber nicht mehr herein und so stand der Kühlschrank vor ihrem Haus – unbeweglich für die Seniorin. Durch die Koordinierungsstelle der Caritas konnte Abhilfe geschaffen werden. Eine Truppe junger Männer schleppte das gute Teil hinein und schloss es an.

Es würden jedoch auch Senioren anrufen, die einerseits Hilfe brauchen, andererseits aber auch reden wollen, weil sie einsam sind. „Die Kinder und Enkel, die vorher oft zu Besuch kamen, stellen jetzt Einkäufe vor die Tür und fahren dann wieder“, weiß Veronika Borghorst. Die sozialen Kontakte seien einfach weniger geworden.

Daher sollen jetzt sogenannte „Telefonbesuche“ vermittelt werden. Ehrenamtliche könnten dann mit den Senioren ein paarmal in der Woche telefonieren und quatschen. Borghorst: „Fünf bis zehn Minuten reichen da schon aus.“ Die hauptamtlichen Caritas-Mitarbeiter würden das jetzt zum Teil schon bei den Senioren aus dem Betreuten Wohnen übernehmen und das laufe sehr gut.

Weniger Bedürftige bei der Tafel

Was ebenfalls auffällig sei, je länger die Krise dauert: Es kämen weniger Bedürftige zur Tafel. Vermutlich aus Sorge, sich anzustecken. Hier plant die Caritas, die fertig gepackten Tafel-Tüten demnächst auszuliefern. Über ehrenamtliche Helfer würde sich die Caritas freuen.

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Veronika Borghorst will sich bedanken – bei den vielen Engagierten und Helfern. Sie betont, dass sich alle, die Hilfe brauchen, bei der Koordinierungsstelle melden können – dazu gehören auch Familien. Denn je länger die Krise andauert, desto belastender werde die Situation vor allem bei Alleinerziehenden, bei Familien, die beengt wohnen oder in einer Stress-Situation sind. Auch hier will die Caritas helfen.

Kontakt

Montags bis freitags von 9.30 bis 12 Uhr können sich Hilfesuchende und Helfer unter Tel. (02305) 9235524 melden, oder sie schicken eine E-Mail an helfen@caritas-castrop-rauxel.de
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