Corona-Horror: Zahlen in Gladbeck und Oer-Erkenschwick sprengen alles

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Im Kreis Recklinghausen haben Gladbeck und Oer-Erkenschwick die meisten bestätigten Corona-Fälle. Gladbeck hat zudem die meisten Todesfälle, nämlich 17. Woran liegt das?

Castrop-Rauxel

, 07.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während in Castrop-Rauxel die infizierten Bewohner der Problemhäuser an der Wittener Straße für einen sprunghaften Anstieg der Corona-Zahlen sorgten, gibt es in Nachbarstädten im Kreis Recklinghausen andere Gründe für zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungen.

In Oer-Erkenschwick beispielsweise waren es Corona-Ausbrüche in einer Flüchtlingsunterkunft und unter den Mitarbeitern des Schlachtbetriebes „Westfleisch“, die die Zahl der bestätigten Infektionen in die Höhe trieben.

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„Westfleisch regelt innerhalb des Betriebes alles sehr vorbildlich“, sagte Landrat Cay Süberkrüb in einer Pressekonferenz am Dienstag (5.5.). „Aber die Firma hat keinen Einfluss auf den Wohnbereich der Mitarbeiter, da es sich nicht um Betriebswohnungen handelt. Dennoch wohnen viele Mitarbeiter im selben Haus auf engstem Raum, auch mit Mitarbeitern aus Bochum, zusammen.“

Infizierte wurden in Tagungsstätte isoliert

Insgesamt 128 Fälle seien so zusammengekommen, gut zwei Drittel von ihnen seien bereits wieder genesen. Alle Infizierten seien weiter in einer von „Westfleisch“ angemieteten Tagungsstätte untergebracht und isoliert. Das Ordnungsamt kontrolliere diese Maßnahmen regelmäßig, so Süberkrüb.

In Gladbeck ist die Situation derweil deutlich prekärer. Ein Bewohner des Seniorenzentrums „Cura“ kehrte nach einer Operation im St.-Barbara-Hospital zurück in seine Einrichtung – unwissentlich infiziert mit dem Coronavirus.

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„Im Seniorenzentrum hat er dann weitere Bewohner und Mitarbeiter infiziert“, sagt Barbara Eckhorst als Fachbereichsleiterin Soziales des Kreises Recklinghausen. Fünf Bewohner, unter ihnen der erste Infizierte, starben dort. Aktuell sind noch vier Mitarbeiter infiziert und deshalb unter Quarantäne.

Doch nicht nur im „Cura“ waren Bewohner von dem Virus betroffen. Auch im St. Altfried-Haus und im Elisabeth-Brune-Zentrum starben insgesamt drei infizierte Bewohner.

Von den 27 Verstorbenen im Kreis stammen allein 17 aus Gladbeck. „Allerdings ist zu beachten, dass nicht alle an, sondern auch manche mit Corona gestorben sind“, betont Landrat Cay Süberkrüb. Dennoch haben die Ausbruchsgeschehen in den Altenheimen und insbesondere auch im St. Barbara-Hospital die Zahlen beeinflusst.

Testzentren wurden geschlossen

Obwohl man drei von fünf Testzentren geschlossen habe, gebe es keinen Engpass bei den Tests, so Cay Süberkrüb. Alle von Ärzten verschriebenen Testungen könnten inzwischen von den zwei übrig gebliebenen Testzentren gestemmt werden. Die frei gewordenen Kapazitäten würden unter anderem für Massen-Coronatests wie an der Wittener und Lange Straße genutzt.

„Die mobilen Tests haben sich als sehr hilfreich erwiesen und sind bei zahlreichen Tests sinnvoller als Schlangen vor den Zentren.“



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