Maskenpflicht: Essen, Trinken, Rauchen ist in Fußgängerzone unerwünscht

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In den Fußgängerzonen in Castrop-Rauxel gilt wegen der Corona-Pandemie auch an der frischen Luft die Maskenpflicht. Doch was heißt das, wenn man hier rauchen, trinken oder essen will?

Castrop-Rauxel

, 03.11.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Fußgängerzone von Castrop-Rauxel wird die Maskenpflicht meist eingehalten. Wer aber eben ein Brötchen beim Bäcker geholt hat oder eine Zigarette rauchen will, schiebt die Mund-Nasen-Bedeckung zumindest unter das Kinn. Oder nimmt sie gleich ganz ab.

Böse Zungen würden vielleicht auch behaupten, dass die Zahl (vermeintlicher) Raucher zugenommen hat, seit die Maskenpflicht gilt. Schließlich mag die Zigarette im Mundwinkel gleich noch mal so gut schmecken, wenn man wegen des Rauchens keine Maske tragen muss.

Doch ist das überhaupt legal? Schützt das Essen, Trinken oder Rauchen vor der Maskenpflicht oder ist es eigentlich verboten? Am Samstagabend haben Mitarbeiter des Castrop-Rauxeler Ordnungsamtes bei Kontrollen in der Fußgängerzone von Rauchern kein Bußgeld gefordert, wohl aber haben sie Raucher aufgefordert, für den Tabakgenuss die Fußgängerzone zu verlassen.

Unterschiedliches Vorgehen in NRW

Nordrhein-Westfälische Städte gehen unterschiedlich mit dem Thema um: Gelsenkirchen erwägt laut Medienberichten ein ausdrückliches Ess- und Rauchverbot in den Fußgängerzonen. In Duisburg muss jemand, der beim Rauchen gesehen wird, ein Bußgeld von 50 Euro zahlen.

Essen und Trinken ist dort gestattet, sobald man sitzt oder steht und sich niemand im Umkreis von zwei Metern befindet. Auch in Datteln, das wie Castrop-Rauxel im Kreis Recklinghausen liegt, werden laut Medienberichten Raucher mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt.

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In Castrop-Rauxel achten die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes auf Menschen, die in der Fußgängerzone die Maske abnehmen. So sagt es Stadtpressesprecherin Julia Schulze auf Anfrage unserer Redaktion: „Der KOD würde in einer solchen Situation die Personen dazu anhalten, die Maske wieder aufzusetzen und die Maskenzone zum Essen, Trinken oder Rauchen zu verlassen.“ So, wie es unser Reporter beobachtet hat.

Schutzfunktion der Maske soll nicht verloren gehen

Die Stadt Castrop-Rauxel, so Julia Schulze, bittet Bürger angesichts der sich dramatisch verschlechternden Corona-Lage darum, nicht in der Maskenpflichtzone zu rauchen, zu essen oder zu trinken, damit die Schutzfunktion der Maske nicht verloren gehe. Dazu gehören nicht nur generell die Fußgängerzone, sondern auch Märkte und ähnliche Verkaufsstellen im Außenbereich.

Die Coronaschutzverordnung des Landes sieht die Maskenpflicht in Fußgängerzonen ausdrücklich vor. Ausnahmefälle sind unter anderem gegeben, wenn das zur Ermöglichung der „Kommunikation mit einem gehörlosen oder schwerhörigen Menschen, zur notwendigen Einnahme von Speisen und Getränken erforderlich ist.“ Zum Rauchen oder auch Essen und Trinken ohne Notwendigkeit finden sich keine expliziten Ausnahmeregeln. Ergo ist das verboten.

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Für Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen, ist der Lust auf eine Zigarette oder Hunger auf ein Brötchen kein Grund, sich nicht an die Maskenpflicht zu halten, die in Castrop-Rauxel in den Fußgängerzonen gilt. In anderen Städten wurden weitere belebte Straßen aufgenommen. Gerade in diesen bevölkerten Bereichen sei es umso wichtiger, die Hand nicht ins Gesicht zu führen, also nicht die Maske abzunehmen. Und erst recht nicht wie beim Rauchen die Hand noch an den Mund zu führen.

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