Corona-News überschlugen sich: Schulen, Kitas und mögliche Trendwende

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Corona-Fälle an der Fridtjof-Nansen-Realschule. Einer am ASG. Weitere in der Ökoinsel. Die Nachrichten überschlugen sich am Dienstag. Und mittendrin: eine Trendwende hin zu weniger Neu-Infektionen?

Castrop-Rauxel

, 11.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Nachrichtentag in Castrop-Rauxel am Dienstag (10.11.) war sehr kurzweilig. Er begann mit einer bösen Überraschung, summierte sich auf und hinterlässt doch ein Fragezeichen: Wie kann es sein, dass bei immer mehr Infektionsfällen an Schulen und Kitas in Castrop-Rauxel aktuell bei den Zahlen alles auf eine Trendwende zu weniger Infektionen hindeutet?

9 Uhr: Am Morgen wurden wir mit Hinweisen aus der Fridtjof-Nansen-Realschule konfrontiert: Dort gebe es seit einigen Tagen schon verschiedene bekannte Corona-Fälle, aber bisher sei nichts nach draußen gedrungen.

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Unsere Redaktion recherchierte los, fragte beim Träger der Schule (Stadtverwaltung) und bei der Pressestelle des Kreises Recklinghausen an. Wir schauten uns an der Schule um, stellten dort aber nicht viel mehr fest als deutliche Corona-Warnhinweise, zum Teil geöffnete Fenster an Klassenräumen und Kinder, die Masken tragen – das alltägliche Corona-Geschehen an unseren Schulen eben.

Corona-Hinweise finden sich überall an der Fridtjof-Nansen-Schule.

Corona-Hinweise finden sich überall an der Fridtjof-Nansen-Schule. © Thomas Schroeter

10 Uhr: Beim Betrachten der gemeldeten Infektionszahlen zeichnet sich schon seit einigen Tagen eine leichte Beruhigung ab. Ist das schon eine Trendwende? Ende Oktober und Anfang November stieg die Zahl der gleichzeitig akut Infizierten in Castrop-Rauxel auf bis 216 Personen an. An diesem Dienstag lag sie bei 178, Tendenz seit Tagen leicht fallend.

Die 7-Tage-Inzidenz fiel auf 120, der niedrigste Wert seit Wochen und ein Spitzenwert im Kreisvergleich. Auch im Kreis Recklinghausen bremst die Neuinfektionswelle gerade erstmals seit Wochen und bildet grafisch nun eine Art Hochplateau. Von hier waren vergangene Woche etwa an der Hälfte aller Schulen im Kreis RE Infektionsgeschehen gemeldet worden. 92 in Summe. In Castrop-Rauxel waren uns nur drei Schulen von der Stadt gemeldet worden: EBG, Lindenschule und Elisabethschule. Das änderte sich am Dienstag.

12 Uhr: Die Stadt beantwortet eine Anfrage vom Montag und hat neue Nachrichten: Noch standen einige Testergebnisse an Schulen aus. Das bleibt auch so, weil das Gesundheitsamt lediglich bei positiven Testergebnissen die jeweilige Einrichtung informiert.

Für die beiden Grundschulen Linden- und Elisabethschule bedeutet das, dass den Schulen bisher keine positiven Ergebnisse vorliegen. Wenn die Quarantäne beendet ist, können die Schüler wieder in die Schule kommen. Anders sieht es bei der Kita Ökoinsel aus. Hier wurden weitere vier Kinder oder Erzieher positiv getestet. Ins Detail geht die Stadtverwaltung dabei nie. Fest seht aber: Die Frohlinder Kita bleibt weiterhin geschlossen.

13 Uhr: Unsere Anfrage zur FNR ist nach wie vor unbeantwortet. Aber die Hinweise verdichten sich, als ein Elternteil eines Schulkindes uns eine Mail sendet: „Mein Sohn erzählte mir jetzt schon mehrmals, dass es in diversen Klassen Corona-Fälle gibt“, schreibt die besorgte Mutter. Auch wenn ihr Sohn nicht unmittelbar betroffen sei, finde sie schon, „dass eine kleine Auskunft der Schule an uns Eltern nicht zu viel verlangt ist“.

14 Uhr: Der Kreis Recklinghausen beantwortet unseren Fragenkatalog. Wir wollten wissen, ob es Fälle an der FNR gibt. Wie viele insgesamt? Sind nur Schüler oder auch Lehrer betroffen? Welche Jahrgänge? Wie viele Menschen befinden sich jetzt in Quarantäne? Es gibt nur eine Antwort: Ja, es gibt Corona-Fälle. Aber die übrigen Fragen müssen offen bleiben. Der Grund: die generell angespannte Corona-Situation.

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„Bei der Vielzahl von betroffenen Schulen müssten wir jedes Mal ein Team aus der Kontaktverfolgung abziehen, um diese Daten genau zu erheben. Das können wir aktuell nicht leisten, weil der Infektionsschutz da momentan Vorrang hat“, so Svenja Küchmeister vom Kreis Recklinghausen.

14.30 Uhr: Die Stadt schickt aus dem Nichts eine Pressemitteilung über einen Corona-Fall am ASG. Das ist dann also die fünfte Schule der Stadt, die betroffen ist. Die Auswirkungen sind begrenzt, da die infizierte Person bereits mehrere Tage vor dem positiven Corona-Test nicht mehr in der Schule gewesen sei, heißt es. Deshalb wurde für die Kontaktpersonen keine Quarantäne angeordnet.

15 Uhr: Wir versuchen, die Schulleitung der FNR zu erreichen. Mehrere Anrufe verhallen ungehört, obwohl es auf der Schul-Homepage heißt, das Sekretariat sei bis 16 Uhr besetzt.

Bei der Kita Ökoinsel wurden weitere Kinder und auch eine Betreuungskraft positiv auf das Coronavirus getestet. Der Kindergarten in Frohlinde ist geschlossen.

Bei der Kita Ökoinsel wurden weitere Kinder und auch eine Betreuungskraft positiv auf das Coronavirus getestet. Der Kindergarten in Frohlinde ist geschlossen. © Matthias Langrock

15.30 Uhr: Schon am Vormittag hat die Stadt ein paar Infos zur städtischen Kita Mikado auf Schwerin für uns. Wir haken nach, wollen den genauen Ablauf wissen und bekommen am Nachmittag mehr Informationen: Hier wurden vier Corona-Fälle bereits Mitte Oktober bekannt. Die Quarantäne, die seit 13. Oktober galt, wurde anschließend noch einmal verlängert, nachdem sich zwei weitere Fälle bestätigt hatten.

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Ab dem 27. Oktober gab es dann nur noch eine Notbetreuung. Seit Montag (9.11.) hat die Kita Mikado im eingeschränkten Betrieb wieder geöffnet. Es wird jetzt andere Öffnungszeiten geben, die Gruppen werden streng voneinander getrennt betreut.

16.30 Uhr: Nun teilt uns die Stadt auch einige Details zur FNR mit. Über drei Corona-Fälle wolle man informieren, heißt es. Laut Sprecherin Julia Schulze seien derzeit 63 Schüler in Quarantäne. „Der Unterricht für die übrigen Schüler ist aber nicht betroffen, da sich keine Lehrperson in Quarantäne befindet“, erklärt Schulze. Der Verdacht, dass sogar bis zu acht weitere Corona-Fälle aufgetreten seien, ließ sich durch unsere Recherchen bis zu diesem Zeitpunkt demnach nicht erhärten.

17.45 Uhr: Wir erhalten per Mail eine kurze Antwort vom stellvertretenden Schulleiter der FNR, Volker Supanc. Da er sich derzeit selber im Homeoffice befinde, könne er uns unsere Fragen momentan aber nicht beantworten. Er werde unsere Fragen daher an den Schulleiter weiterleiten.

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