Offener Vollzug in der JVA Meisenhof wird durch Corona geschlossener

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Die JVA Meisenhof in Ickern will verhindern, dass das Coronavirus eingeschleppt wird. Der Offene Vollzug ist angepasst worden, es gibt aber auch Ausnahmen.

Ickern

, 18.03.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gute Nachricht: Im NRW-Justizvollzug gab und gibt es bisher keine Verdachtsfälle einer Coronavirus-Infektion, also auch keine Infizierten. Das meldete Julius Wandelt, Leiter der JVA Castrop-Rauxel.

Für den Fall der Fälle stünden im Vollzug, auch im Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg, medizinische Behandlungsplätze zur Verfügung. Aktuell schätzt Julius Wandelt die Situation der Gefangenen als recht glücklich ein.

Schließlich hätten sie ein 13 Hektar großes Außengelände zur Verfügung und könnten somit gut an die frische Luft. „Damit sind sie besser dran, als jemand in einer Etagenwohnung“, sagt Wandelt.

Bedienstete und Insassen hielten sich zudem an die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, sie halten Abstand voneinander, niesen in die Armbeuge und waschen fleißig Hände. Wandelt. „Sie wissen schon: Wasser, Seife, 30 Sekunden, das sind zweimal Happy Birthday summen oder wie unser Pfarrer sagt: ,Ein Vater Unser reicht, genau 30 Sekunden.‘ So halte ich es auch, ich arbeite hier ja auch.“

Alle müssten aufpassen, dass jetzt keine Infektion in den Meisenhof eingeschleppt würde. Das ist besonders im offenen Vollzug wie dem in Castrop-Rauxel wichtig. Das Ministerium der Justiz ordnete an, dass grundsätzlich keine „vollzugsöffnenden Maßnahmen“ mehr gewährt werden dürfen, die nicht dringend erforderlich seien – beispielsweise Ausgänge zu unaufschiebbaren Arztbesuchen in Freiheit, bei Vorladungen zum Gericht, bei Geburt eines Kindes oder dem Tod eines nahen Angehörigen.

Keiner der Häftlinge soll seinen Arbeitsplatz verlieren

Julius Wandelt betont, dass niemand seinen Arbeitsplatz verlieren dürfe, den er zur besseren Entlassungsvorbereitung draußen schon bekommen hat. Da dürften die Häftlinge weiter hin.

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Alle lockerungsgeeigneten Gefangenen, die nicht draußen arbeiten, dürften zudem zwei Stunden pro Woche im Supermarkt um die Ecke einkaufen. Das sei eine Angleichung an die Lebensverhältnisse draußen. Dabei gehe es um Besorgung von Tabak, Zigaretten, Kosmetika und von Lebensmitteln, mit denen neben der Anstaltsverpflegung gemeinsam gekocht wird.

Normalerweise dürfen die Häftlinge, je nach Lockerungsstufe, nicht nur zur Arbeit und zum Supermarkt, sie haben auch deutlich mehr Freizügigkeiten, dürfen teilweise woanders übernachten und dem Meisenhof auch am Wochenende fern bleiben. Das sei in Corona-Zeiten so nicht möglich.

Julius Wandelt: „Wenn wir im sprichwörtlichen Sinne den Zaun hochziehen, müssen wir dem dadurch entstehenden Druck für die Gefangenen durch verbesserte Sport- und Freizeitmaßnahmen, also auch gemeinsames Kochen in der Teeküche, ein Ventil geben.“

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