Corona-Pandemie: Ordnungsamt hat Dutzende Bußgelder kassiert

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Die Stadt Castrop-Rauxel hat kurz vor Beginn des November-Lockdowns den Corona-Ordnungsdienst noch mal erweitert. Aktuell sind zwölf Personen auf den Straßen unterwegs. Und verhängen Bußgelder.

Castrop-Rauxel

, 29.10.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis jetzt sind Anfragen unserer Redaktion an die Stadtverwaltung nach Bußgeldern wegen Corona-Verstößen in Castrop-Rauxel immer auf eine Antwort hinausgelaufen, die etwa so lautete: Wir arbeiten mit freundlichen, aber bestimmten Ansprachen an die Menschen, bei denen wir Verstöße beobachten. Jetzt, wo die Pandemie ernster wird und sich immer mehr Menschen anstecken, ändert das Ordnungsamt diese Strategie.

„Die Zeit der nur-höflichen Anrede ist vorbei“, sagte Bürgermeister Rajko Kravanja schon am Montag (26.10.) in einer rund zweistündigen Facebook-Sprechstunde auf die Frage eines Zuschauers. „Aber das muss mit Augenmaß gehen.“ Heißt: Die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes sind angehalten, nun auch zu kassieren, wenn sie auf Maskenmuffel stoßen, auf größere Ansammlungen von Menschen oder Gastronomen, die die Sperrstunde missachten.

Summe der Geldbußen ist fünfstellig

Auf Anfrage unserer Redaktion antwortet Stadt-Sprecherin Uta Stevens: Bis Donnerstag seien „47 rechtskräftige Bußgeldbescheide wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung bzw. die Coronaeinreiseverordnung erstellt“, erklärte Sprecherin Uta Sevens. Und: „Die Summe der Geldbußen beläuft sich inklusive der gesetzlichen Verfahrenskosten auf über 10.000 Euro.“

Den Aussagen folgen nun also auch Taten. Das ist offenbar auch notwendig, denn nicht überall stößt zum Beispiel die Pflicht zum Tragen einer Maske auf Akzeptanz. Das hatten wir am vorvergangenen Sportwochenende auf den Fußballplätzen festgestellt, aber auch bei einer Stippvisite in der Castroper Fußgängerzone vor 14 Tagen. Auch einzelne Bürger beobachten und kritisieren dann bei Facebook immer wieder Verstöße.

Vergleich: Haltern kassierte schon mehr Gelder

Zum Vergleich: In Haltern, etwa halb so groß wie Castrop-Rauxel, am Nordrand des Kreises gelegen, wurden seit Beginn der Pandemie 12.100 Euro eingenommen bei 37 Bußgeldverfahren. 15 Fälle seien in dieser Woche in der Warteschleife, so der Ordnungsamtsleiter am Dienstag.

Die geltenden Regelungen wie eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen, auf Sportplätzen, beim Einkaufen, in sensiblen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und Apotheken sowie dort, wo der Mindestabstand nicht einzuhalten ist, werden ab Montag weiter verschärft.

Aus der Sperrstunde in gastronomischen Betrieben (23 Uhr) wird eine komplette Schließung für den ganzen November. Aus der Höchstzahl von fünf Personen bei Treffen im öffentlichen Raum wird die neue Regelung maximal zwei Haushalte, maximal zehn Personen. Und generell gilt der Appell: Meiden Sie so viele Kontakte wie möglich. Bäder, Theater, Kinos werden geschlossen, Veranstaltungen sind abgesagt.

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Wir berichten täglich live und kostenlos über die Auswirkungen des Coronavirus in Castrop-Rauxel und Umgebung. Am Mittwoch meldet der Kreis zwei neue Todesfälle, darunter ist ein Mann aus Castrop-Rauxel. Von Beate Dönnewald, Ronny von Wangenheim, Marius Paul, Thomas Schroeter, Tobias Weckenbrock

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