Ein Großteil der befragten Castrop-Rauxeler hält die aktuellen Corona-Maßnahmen für durchaus angemessen. © Nina Dittgen (Montage)
Corona-Umfrage

Corona-Umfrage: Schulen und Kitas hätten eher geschlossen werden müssen

Das soziale Leben leidet unter den Corona-Beschränkungen. Viele Castrop-Rauxeler hätten aber sogar noch strengere Maßnahmen ergriffen. Diese und weitere Erkenntnisse liefert unsere Corona-Umfrage.

Man soll ja bekanntlich nicht zu lange in der Vergangenheit schwelgen, doch blickt man derzeit ein knappes Jahr zurück, so wird einem deutlich, dass sich 2020 vermutlich nicht so entwickelt hat, wie man es sich zum Jahreswechsel vorgestellt hat – im Gegenteil: Die Corona-Pandemie hat das soziale Leben auch in Castrop-Rauxel gänzlich auf den Kopf gestellt. Mit drastischen Auswirkungen.

Doch obwohl die momentane Situation für viele Castrop-Rauxeler sehr belastend erscheint, ist das Verständnis für die massiven Einschränkungen groß. Das ist ein Ergebnis unserer großen Corona-Umfrage, die wir bereits im Frühjahr einmal durchgeführt haben. 298 Menschen haben sich nun aktuell an der zweiten Umfrage beteiligt. Herausgekommen ist ein durchaus überraschendes Stimmungsbild. Hier gibt es die Einzelheiten:

Arbeit der Landesregierung nicht zufriedenstellend

Wieweit dürfen die Corona-Maßnahmen gehen? Eine Frage, die in der öffentlichen Diskussion regelmäßig zutage tritt. Die Kritik, die die weitreichenden Einschränkungen hervorrufen, ist stets präsent und dennoch stößt vor allem die Arbeit der Stadtverwaltung bei den befragten Castrop-Rauxelern aktuell auf eine ziemlich deutliche Zustimmung. 58 Prozent sind der Meinung, dass die Stadtverwaltung um Bürgermeister Rajko Kravanja momentan mindestens so souverän agiert wie zur Zeit der ersten Welle im Frühjahr.

Lediglich 16,4 Prozent bescheinigen der Verwaltung im Frühjahr ein souveräneres Auftreten. Die Landesregierung NRW schneidet in dieser Hinsicht hingegen weitaus schlechter ab. Während 44,3 Prozent die Arbeit der Regierung mit der Schulnote „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“ bewerten, beläuft sich der Anteil der „guten“ bis „sehr guten“ Bewertungen auf unter 15 Prozent.

45 Prozent haben teilweise Überblick verloren

Unterdessen zeigt sich ein Großteil der Befragten mit den derzeitigen Corona-Maßnahmen einverstanden. 63,4 Prozent bewerteten die aktuellen Lockdown-Bestimmungen mit der Schulnote „sehr gut“ oder „gut“. 46 der befragten 298 Castrop-Rauxeler (15,4 Prozent) vergaben indes die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Doch welche Maßnahmen gelten aktuell überhaupt und welche Regelung wurde möglicherweise schon aktualisiert? Die Gefahr, angesichts der stetig wechselnden Bestimmungen den Überblick zu verlieren, ist nicht von der Hand zu weisen. 11,1 Prozent gaben daher an, nicht mehr genau zu wissen, welche Regeln momentan Bestand haben. Immerhin 45 Prozent räumten ein, teilweise den Überblick zu verlieren. Zeitgleich gaben allerdings auch 37,2 Prozent an, die jeweiligen Änderungen sehr genau zu verfolgen.

Bei der Frage, wie man das eigene Verhalten in der Corona-Krise bewerte, ergibt sich ein deutliches Bild: 68,1 Prozent der Befragten haben sich laut eigener Aussage stets an die geltenden Regeln gehalten. 28,2 räumten ein, gelegentlich Ausnahmen gemacht zu haben.

Große Akzeptanz für Maskenpflicht

Neun Monate bestimmt Corona weite Teile des alltäglichen Lebens. Gewohnte Routinen fallen weg, der Arbeitsalltag hat sich verändert und auch der Kontakt zu Familie und Freunden ist eingeschränkt. 53,4 der Befragten gaben daher an, dass es ihnen zwar gut gehe, die Situation aber dennoch belastend sei. Während sich 23,2 Prozent trotz der Veränderungen zweifelsfrei gut fühlen, leiden zeitgleich etwa 7,7 Prozent der befragten Castrop-Rauxeler nachhaltig unter der aktuellen Lage.

Erschwerend hinzu kommt der seit Mittwoch (16.12.) geltende erneute Lockdown. Auch Schulen und Kitas waren von den verschärften Maßnahmen betroffen. Für einige Castrop-Rauxeler kam die weitgehende Schließung der Einrichtungen allerdings zu spät. So hätten 204 Teilnehmer der Umfrage (68,5 Prozent) schon früher eine Schließung der Schulen und Kitas in die Wege geleitet. Gleiches gilt für das Herunterfahren des Einzelhandels. Hier hätten 60,4 Prozent eine frühere Schließung der Geschäfte befürwortet.

Ein noch deutlicheres Bild ergibt sich bei der Frage nach der Maskenpflicht. 242 Umfrage-Teilnehmer (81,2 Prozent) gaben an, an der derzeit geltenden Maskenpflicht auf jeden Fall festhalten zu wollen. 21 Menschen würden für eine Abschaffung der Maskenpflicht plädieren.

Diskussionen um Feiertags-Regeln

Angesichts des zweiten harten Lockdowns in diesem Jahr kann man unweigerlich auf gewisse Erfahrungen zurückgreifen. So fällt etwa das Abstand halten 65,7 Prozent der Befragten leichter als noch im Frühjahr. Und auch das vermehrte Hände waschen (41,3 Prozent) und das Tragen einer Maske (46,3 Prozent) scheint weitgehend zur Gewohnheit zu werden.

Lange war außerdem diskutiert worden, ob für die nahenden Feiertage Ausnahmen von den derzeitigen Corona-Regeln verabschiedet werden sollten. Mittlerweile steht fest: Auch an Weihnachten und Silvester gelten strenge Kontakt-Begrenzungen. Inwieweit eine Kontrolle dieser Richtlinien aber tatsächlich umsetzbar ist, bleibt bislang unklar.

Dennoch gaben 61,4 Prozent der Teilnehmer an, sich an die gesetzlichen Regelungen zu halten. 21,5 Prozent wollen ihr Treff-Verhalten sogar strenger regulieren als es die Regeln eigentlich vorsehen. Allerdings offenbarten zeitgleich auch 13,4 Prozent der Befragten, dass man für die Feiertage eigene Regeln finden wolle.

Insgesamt wird deutlich, dass sowohl die Akzeptanz für die Maßnahmen wie auch die Bereitschaft, sich an die Corona-Regeln zu halten, weiterhin groß ist. Damit nicht genug: Nicht wenige hätten sogar früher strengere Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Die große Corona-Umfrage

  • Am 11. Dezember stellten wir unseren Fragebogen frei zugänglich auf unserem Internetportal online.
  • Dabei hatten die Castrop-Rauxeler die Gelegenheit, anonym knapp 30 Fragen zur aktuellen Corona-Pandemie zu beantworten.
  • 298 Menschen haben sich an dieser Umfrage beteiligt.
Über den Autor
Redakteur
Vor einiger Zeit aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 bei Lensing Media. Für die Ruhr Nachrichten anfangs in Dortmund unterwegs und jetzt in der Sportredaktion Lünen tätig – mit dem Fußball als große Leidenschaft.
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Marius Paul

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