Corona und seine Folgen für Castrop-Rauxels Wirtschaft: Es gibt auch Licht

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Über Corona und die Auswirkungen auf die Wirtschaft wurde lange im Ausschuss für Wirtschaftsentwicklung diskutiert. Händler von der Langen Straße klagen über drastische Einbußen.

Castrop-Rauxel

, 18.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um Corona-Auswirkungen auf die städtische Wirtschaft ging es am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaftsentwicklung in der Forum-Gastronomie.

Der Ausschussvorsitzende Nils Bettinger (FDP) stellte die Frage, welche Anforderungen die Gewerbetreibenden an die Adresse der Politik richteten. Der Chef der Standortgemeinschaft Casconcept, Matthias Zimmer, sonst eher ein kritischer Geist, wenn es um Handlungsprozesse in Politik und Verwaltung geht, lobte die Stadt für ihr bisheriges Management in der Pandemie ausdrücklich.

Auch Casconcept spricht sich für temporären Wochenmarkt auf dem Marktplatz aus

Note 1 dafür, dass die Sondernutzungsgebühren runtergesetzt worden seien. Casconcept, das gerade die Beach Volley Days abgesagt hat, hoffe darauf, dass es im Herbst und Anfang 2021 wieder größere Veranstaltungen in der Altstadt realisieren könne. Wenn dann keine Sondersteuern gezahlt werden müssten, könnte das Geld in die Qualität gesteckt werden.

Und was den alten Zankapfel – den Austragungsort des Wochenmarkts – angeht, sagte Zimmer: „Es ist eine Anregung von uns zu überlegen, ob man den Markt nicht temporär wieder auf dem Marktplatz ausrichtet.“ Dies vor dem Hintergrund, dass die Geschäfte enorm darunter litten, dass auf dem Wochenmarkt Maskenpflicht herrsche. Mit der Konsequenz, dass die Leute gar nicht mehr in die Stadt kämen. Männer übrigens noch weniger als Frauen, die offensichtlich weniger Probleme mit dem Tragen des Mund-Nasen-Schutzes hätten.

Rat entscheidet über Antrag der Grünen zum Wochenmarkt

Genau diese Verlegung des Wochenmarkts haben die Grünen schon vor einigen Wochen angeregt. Entschieden wird darüber in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 25. Juni. Zur Sondernutzungsgebühr sagte der städtische Bereichsleiter Thomas Roehl: „Wenn wir darauf verzichten sollen, braucht es dafür einen politischen Beschluss.“

Grundsätzlich, erklärte Matthias Zimmer, kämen wegen Corona weniger Menschen in die Altstadt. „Wir haben geblutet, aber wir sind nicht ausgeblutet“, sagte er. Anders etwa als die Shopping Malls Thier-Galerie in Dortmund oder Limbecker Platz in Essen, denen es deutlich schlechter ergangen sei. „Vielleicht unser Vorteil, dass wir ein pittoresker, kleiner Ort sind“, so Zimmer.

Zimmer: Die Städte werden sich grundsätzlich verändern

Er gehe davon aus, dass sich in den nächsten Jahrzehnten die Städte grundsätzlich verändern – mit weniger Frequenz in den Innenstadtlagen, wegbrechenden Mieten, auch der Bürobereich werde sich in Folge etwa von Homeoffice in der Pandemie-Zeit ändern. „Das können wir auch als Chance begreifen“, sagte der Altstadt-Juwelier.

Armin Fiolka von der Inwerb in Habinghorst sagte: „Wir haben durch Corona nur 40 Prozent der Kunden, die sonst da wären.“ Die Reduzierung der Sondernutzungsgebühren sei begrüßenswert. Ein dickes Problem bleibe die Erreichbarkeit der Geschäfte vor allem auf der Langen Straße.

„Ich habe den Eindruck, dass die Fahrradstraße ‚Lange Straße‘ eingeschlafen ist“, sagte Fiolka und erinnerte daran, dass es dazu bereits im Oktober 2017 erste Gespräche gegeben habe.

Drath: Baumärkte sind die Gewinner der Krise

EUV-Vorstand Michael Werner erwiderte: „Wir wollen den Planungsauftrag vergeben. Im Moment haben wir Schwierigkeiten, alle Beteiligten unter einen Hut zu kriegen.“

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Der Innungsobermeister und Dachdecker Hans-Joachim Drath stellte erneut fest, dass die Gewinner der Corona-Krise die Baumärkte seien, dem Baugewerbe gehe es noch gut, aber hier werde sich zeigen, dass die Leute zurückhaltender bei Investitionen geworden seien. „Auch der Bäcker lebt nicht nur vom Brötchen allein, sondern ist darauf angewiesen, dass sich die Kunden auf einen Kaffee dazu hinsetzen könnten. Ich bitte bei der Sondernutzung um einen geschmeidigen Umgang“, sagte Drath.

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