Blumenhändler dürfen trotz Coronavirus öffnen - doch nicht alle tun es

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Floristik-Fachgeschäfte dürfen öffnen, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag (22.3.). Manche Blumenläden in Castrop-Rauxel öffnen, andere nicht. Das Geschäft leidet bei allen.

Castrop-Rauxel

, 24.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aufzählung von Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag war eindeutig: Zu den Geschäften, die auch in Zeiten des Coronavirus geöffnet sein dürfen, gehört die Floristik. Unter den Blumenhändlern in Castrop-Rauxel ist die Verunsicherung in den vergangenen Tagen groß. In der Folge haben eine ganze Reihe Blumenläden geschlossen - andere haben geöffnet.

„Wir haben nach der gestrigen Mitteilung reagiert“, sagt Susanne Wefringhaus aus Frohlinde. Der Familienbetrieb ist vormittags geöffnet. Nachmittags sollen die Ladentüren in aller Regel zu bleiben, „weil man merkt, dass die Kunden verhalten reagieren“. Dennoch, wer einen Blumenstrauß bestelle, könne ihn auch am Abend um 18 Uhr noch abholen.

Händler halten kleines Angebot vor

Öffnen oder schließen – das sei auch das Thema auf dem Großmarkt. Die Händler kaufen auf Sicht. „Schnittblumen sind verderbliche Ware“, sagt Susanne Wefringhaus. „Man muss sehen, dass man ein kleines Angebot hat.“ Denn kompostieren mag keiner die blühenden Frühlingsgrüße.

Die Folgen der Corona-Krise spürt die Inhaberin schon deutlich: Hochzeiten sind bis in den Mai abgesagt. Stornierungen gibt es auch bei Bestellungen für den Tischschmuck bei Erstkommunionen. „Alles andere läuft weiter, etwa die Trauerfloristik.“

Ute Henneböhl steckt und bindet bei Blumen Hiddemann Schönes für das Haus.

Ute Henneböhl steckt und bindet bei Blumen Hiddemann Schönes für das Haus. © Matthias Langrock

Erst gar nicht geschlossen hatte die Frohlinder Gärtnerei Hiddemann. „Es ist nicht so, dass man das große Geschäft macht“, sagt Inhaberin Else Haumann. „Es kommen schon weniger Kunden.“ Trotzdem: Hiddemann hat vormittags und nachmittags geöffnet.

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„Diejenigen, die kommen, sind froh, dass sie bei dem Dilemma etwas Schönes für das Haus bekommen“, merkt sie den Kunden an. Bis Freitag sei nach der Schlechtwetter-Periode „richtig viel zu tun“ gewesen. „Seit Samstag ist die Stimmung anders.“

Mitarbeiterinnen putzen die Regale

Ihr Cousin Ulf Drippe habe sein Ladengeschäft an der Herner Straße derweil seit Montag geschlossen. „Diesen Schritt gehe ich aus Verantwortung meinen Kunden, meinen Mitarbeitern und meiner Familie gegenüber“, heißt es auf der Internetseite der Gärtnerei.

Wie einige andere Händler auch hat Sandra Kollmann ihre "Blütezeit" am Ickerner Markt geschlossen.

Wie einige andere Händler auch, hat Sandra Kollmann ihre "Blütezeit" am Ickerner Markt geschlossen. © Uwe von Schirp

Geschlossen ist auch Sandra Kollmanns „Blütezeit“ am Ickerner Markt. „Ich hoffe, wir bleiben alle gesund und sehen uns bald wieder“, grüßt sie auf einem Schild.

Bei Blumen Risse am Markt in der Altstadt putzen Mitarbeiterinnen am Montagvormittag die Regale. Schilder in der Eingangstür weisen die wenigen Passanten auf den Bestellservice im Internet hin. „Unsere Gartencenter haben ebenfalls weiter geöffnet“, erklärt Unternehmens-Sprecherin Nadina Batze auf Anfrage.

Aus der offenen Tür bei Blumen Hiddemann lockt die farbenfrohe Frühlings-Blütenpracht.

Aus der offenen Tür bei Blumen Hiddemann lockt die farbenfrohe Frühlings-Blütenpracht. © Matthias Langrock

Die kleinen Händler machen sich Mut. Susanne Wefringhaus erzählt von einem Video eines Lieferanten. Aus Schnittblumencontainern hat er einen Schriftzug geformt: „Buy flowers not toiletpaper“.

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