„Warum darf der Real eine Waschmaschine verkaufen und Loskill nicht?“

mlzGeschäftswelt

Zwei Elektrofachhändler aus Castrop-Rauxel berichten nach der erzwungenen Corona-Schließung von dringend nötigen Waschmaschinen, komplett unnötigen Spaßkäufen und großen Ungerechtigkeiten.

Castrop-Rauxel

, 22.04.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Große Elektrogeräte kauft man in der Regel nicht im Vorbeigehen. Wenn nun wie in den vergangenen vier Wochen die Elektrofachmärkte zu bleiben müssen, kommt schon mal Not auf. Das konnte auch Dirk Kowalski erfahren, Inhaber des Loskill-Fachmarktes an der Gaswerkstraße.

„Wir haben viele Kunden, die uns sagen, dass sie in den letzten Wochen den Kauf zurückgehalten haben, was etwa bei einer defekten Waschmaschine schwierig ist“, so Kowalski. „Gerade solche Geräte haben wir jetzt nach Wiedereröffnung schon richtig viele verkauft. Viele ältere Kunden wollen einfach Beratung, wollen sich das Gerät wirklich angucken, wollen jeden Knopf erklärt haben.“ Das habe gefehlt.

Dirk Kowalski: Ungleichbehandlung nervt

Seit Montagfrüh stehen die Türen bei Loskill wieder offen. „Die Kunden sind äußerst zufrieden, denn man kann wieder was anfassen, eine Waschmaschine, einen Fernseher.“ Das Geschäft sei direkt am Montagmorgen schon um 10 Uhr losgegangen und habe bisher nicht nachgelassen.

Loskill hatte zwar auch schon zuletzt einen Abhol-Service. Kunden konnten Artikel per Telefon bestellen und sich die am Laden abholen. „Mit Filtern oder Batterien geht das gut, bei Großgeräten natürlich nicht so einfach.“

Jetzt lesen

Dirk Kowalski kann die Ungleichbehandlung der Läden in der Corona-Krise nicht nachvollziehen: „Dass die Kunden in den vier Wochen, in denen wir geschlossen bleiben mussten, eine Waschmaschine oder so im Real kaufen konnten, ist aus meiner Sicht schon ungerecht.“

Das gesamte Prinzip leuchte ihm nicht ein im Kampf gegen das Virus: „Es ist doch komisch, ausgerechnet dahin, wo eh schon viele Kunden sind, noch mehr Leute hinzuschicken. Das kann ich grundsätzlich nicht nachzuvollziehen.“

Detlef Kipar betreibt an der Ickerner Straße seinen Laden für TV-Elektronik und Kaffeevollautomaten. Er hofft auf einen Lernerfolg aus der Corona-Krise.

Detlef Kipar betreibt an der Ickerner Straße seinen Laden für TV-Elektronik und Kaffeevollautomaten. Er hofft auf einen Lernerfolg aus der Corona-Krise. © Thomas Schroeter

Detlef Kipar: Hoffentlich lernen wir etwas

Detlef Kipar, der an der Ickerner Straße TV-Geräte und andere Unterhaltungselektronik sowie hochwertige Kaffeevollautomaten verkauft, kam bisher ganz anständig durch die Corona-Krise. „Zum Glück leben wir hier auch viel vom Reparatur- und Service-Geschäft“, erzählt der Ickerner Geschäftsmann. Das konnte man auch in der zurück liegenden Zeit abwickeln.

Jetzt lesen

„Die Spaßkäufe, das, was man eigentlich nicht braucht, aber gern hätte, das ist aufgeschoben worden und deshalb kommen die Leute jetzt wieder“, so Kipar. Hier setzt aber auch seine Kritik an: „Ich hoffe, die Menschen lernen aus der Corona-Krise jetzt etwas.

Warum muss der ganze Kokolores in China produziert werden, warum müssen wir durch die ganze Welt jetten? Da fällt uns jetzt viel auf die eigenen Füße.“ Daraus müsse man Konsequenzen ziehen. Aber ob die Menschen das schaffen, da ist er sich nicht wirklich sicher.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt