Familienleben zu Corona-Zeiten: „Das größte Projekt ist es, das Kind zu beschäftigen“

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Familie Liebscher hat Glück im Unglück: Sie erlebt die Corona-Krise als Familienzeit mit ihrem Sohn Tim. Wenn Langeweile aufkommt, öffnet die 35-jährige Mutter eine besondere Tür.

Henrichenburg

, 29.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufstehen, frühstücken, spielen: Familie Liebscher versucht, ihren Rhythmus beizubehalten. Der vierjährige Tim spielt allerdings nicht mehr in der Kita am Wald, sondern zu Hause.

„Wir haben ihm altersgerecht einiges von Corona erzählt, zum Glück macht er sich keine Sorgen oder Gedanken“, erklärt Mutter Julia Liebscher. Er genießt es eher, dass Mama und Papa jetzt jeden Tag zu Hause sind und mit ihm spielen und basteln. „Das größte Projekt ist es, das Kind gut zu beschäftigen“, erklärt die 35-jährige Mutter.

Doppelhaushälfte mit Garten

Julia Liebscher betont, dass es der Familie in dieser Situation wirklich gut geht. Sie kann als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Duisburg-Essen wunderbar im Home Office arbeiten. Ihr Mann ist Berufsschullehrer, auch sein Einkommen ist somit gesichert. Zudem hat die Familie einen Garten, der jetzt ordentlich bespielt wird.

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„Es gibt Menschen, denen es wirklich schlecht geht, weil sie zum Beispiel finanzielle Sorgen durch die Coronakrise haben“, weiß Julia Liebscher. Dagegen sei es wirklich ein Luxusproblem, dass die Kita gerade ausfällt. Die Kita von Tim bietet einen Internet-Blog an. Dort laden Erzieherinnen und Eltern regelmäßig kleine Videos mit Bastelideen, Fingerspielen und Geschichten hoch. „Das nutzen wir regelmäßig.“

Und kommt doch mal Langeweile auf, öffnet Julia Liebscher die Tür des Überraschungsschranks. In dem sind Spiel- und Bastelsachen versteckt, die sie für Tim irgendwann gekauft, die er aber noch nicht bekommen hat. Dafür ist jetzt die Gelegenheit. „Dann fallen die Geburtstagsgeschenke vielleicht ein bisschen kleiner aus“, erklärt Julia Liebscher.

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Seinen Geburtstag will Tim im Mai unbedingt feiern, das plane er jetzt schon. Noch ist vollkommen unklar, wie Kinder im Mai ihren Geburtstag feiern können. Julia Liebscher: „Vielleicht wird es ein Geburtstag mit Gästen per Videotelefonie.“ Aber auch das wäre ok, er habe schließlich noch viele Geburtstage vor sich.

So verbringt die Familie ihre Zeit zu Hause, einmal in der Woche bekommen die drei eine Obst- und Gemüsekiste geliefert, genauso oft fährt der Papa einkaufen und der Sohnemann genießt die Zeit, in der er auch ein bisschen öfter Playmobil-Videos schauen darf als vorher. Aber abends geht es pünktlich um 19 Uhr ins Bett. Julia Liebscher: „Da brauchen meine Mann und ich Zeit, um die aktuelle Situation zu besprechen.“

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