Castrop-Rauxeler Kampagne „Wir ist das neue Ich“ wird zu Spendenaktion

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Ursprünglich als bloßer Appell gedacht, hat sich eine Kampagne gegen die Verbreitung von Corona zu einer Spendenaktion entwickelt. Hauptverantwortlich dafür sind aber nicht die Organisatoren.

von Marian von Hatzfeld

Castrop-Rauxel

, 07.04.2020, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Prominente aus Castrop-Rauxel unterstützten die von Dr. Christian Kühne und dem Lions-Club ins Leben gerufene Kampagne „Wir ist das neue Ich“. Bei dem Dreh von Videoclips am 25. März im Erin-Park sendeten die Unterstützer emotionale Botschaften an Castrop-Rauxeler.

Die Videoclips sollten als Appell für mehr Zusammenhalt in der Corona-Krise dienen und die Menschen dazu bewegen, die behördlichen Regeln gegen die Verbreitung des Coronavirus einzuhalten. Die Aktion bekam viel positive Resonanz - und ist inzwischen zu einer Spendenaktion geworden.

Bürgermeister Rajko Kravanja unterstützt die Kampagne "Wir ist das neue Ich" und zieht sich die symbolische rote Maske auf.

Bürgermeister Rajko Kravanja unterstützt die Kampagne "Wir ist das neue Ich" und zieht sich die symbolische rote Maske auf. © Marian von Hatzfeld

Dabei steht die rote Maske, die alle Unterstützer, wie beispielsweise Bürgermeister Rajko Kravanja, im Video getragen haben, im Vordergrund. „Alle wollen die Masken haben. Wir haben Anfragen für knapp 1000 Masken“, sagt Christian Kühne über das Symbol der Kampagne.

Verkauf von roten Masken als Spendenaktion

Wegen der hohen Nachfrage kam dem Chirurg am EvK und anderen Mitgliedern des Lions-Clubs die Idee, die Masken gegen Spenden zu verkaufen und den Erlös an Bedürftige weiterzugeben. An wen das Geld geht, „wollen wir dann mit dem Bürgermeister abstimmen“, erläutert er.

Wichtig sei ihm, dass in der Aktion „null kommerzielles Interesse“ liege. „Die Masken werden selber von einer Patientin meiner Frau und von Mitgliedern des Lions-Clubs genäht“, erklärt der Chirurg. Eine Firma mit der Herstellung zu beauftragen komme nicht infrage, „das soll etwas Persönliches sein“ betont er.

Kühne erläutert: „In der Herstellung kostet eine Maske wegen des gestiegenen Preises etwa sechs Euro. Jeder, der mehr für die Maske bezahlt, spendet also die Differenz von Einkaufspreis zu Herstellungspreis.“ Zu beachten sei jedoch, dass den Masken nur eine symbolische Funktion zukommt. Sie böten keinen echten Schutz.

Castrop-Rauxeler machen aus Kampagne Spendenaktion

„Ursprünglich hatten wir gar nicht die Idee, eine Spendenaktion zu starten. Die Idee ist erst durch die Castrop-Rauxeler selbst entstanden“, berichtet Kühne. Unter anderem bei Facebook erreichen den Chirurgen „so viele Anfragen, dass wir mit der Produktion gar nicht hinterher kommen“, fügt er hinzu.

Seit Beginn der Aktion seien viele Unterstützer hinzugekommen. Neben den knapp 30 Mitgliedern des Lions-Clubs Castrop-Rauxel und den Rotariern aus Castrop-Rauxel „sind es mit den Leuten, die die Masken angefragt haben, knapp 200 Unterstützer, dafür sind wir sehr dankbar“, betont Christian Kühne.

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Kühne, der immer wieder die Unterstützer hervorhebt, tut selbst viel für die Kampagne. So teilte er unter anderem am Montag (6.4.) zum Start der Spendenaktion die Masken selber in der Praxis seiner Frau „PhysioVital“ in Ickern aus und beantwortet Anfragen zur Aktion bei Facebook.

Masken erhältlich in der Altstadt Apotheke und bei Physio Vital

Um die Spendenaktion zu unterstützen und laut Kühne „gedanklich, aber nicht physisch“ etwas näher zusammen zu rücken, können Castrop-Rauxeler die Masken (auf denen ein durchgestrichenes „Ich“ und ein fettgerdrucktes „Wir“ steht) in der Altstadt Apotheke (Am Markt 18) oder bei „PhysioVital“ (Kirchstraße 60) erwerben.

„Auch wenn die Masken mal einen Tag nicht verfügbar sind, versuchen wir mit der Produktion hinterher zu kommen, das ist auf Grund der Knappheit des Rohmaterials aber schwer“, sagt der Chirurg.

Für Fragen und weitere Informationen verweisen die Mitglieder des Lions-Club auf die Facebook-Gruppen „Castrop gegen Corona“ und „Du bist Castroper wenn...“. Auf die Unterstützer wartet unter anderem eine Überraschung, die am Ende der Kampagne enthüllt werden soll.

Auch unser Karikaturist Rudi Grabowski hat sich Gedanken zur Kampagne „ Wir ist das neue ich!“ gemacht.

Auch unser Karikaturist Rudi Grabowski hat sich Gedanken zur Kampagne „ Wir ist das neue ich!“ gemacht. © Rudolf Grabowski

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