Polizei geht zur Not massiv gegen private Corona-Partys vor

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Die Gesundheitsbehörden warnen vor privaten Corona-Partys und deren völlig unabsehbaren Folgen für die Gesundheit. Die Polizei geht in Castrop-Rauxel zur Not gegen solche Partys vor.

Castrop-Rauxel

, 19.03.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Internet kursieren Hinweise auf sogenannte Corona-Partys, die unter dem Motto „Lieber jetzt anstecken, dann hab‘ ich’s hinter mir“ veranstaltet werden.

Aufrufe dazu gibt es bei Facebook und in anderen sozialen Medien gerade unter jungen Leuten.

Hintergrund ist die Annahme, dass mehr als 80 Prozent der Infektionen nach derzeitigem Erkenntnisstand harmlos verlaufen. Das hat jetzt auch der Volkswirtschafts-Professor Thomas Straubhaar aufgegriffen und die These aufgestellt: „Wenn sich junge und aktive Menschen gezielt anstecken würden, könnte man die wahren Risikogruppen viel besser schützen.“

Doch das Robert-Koch-Institut und viele Virologen warnen: Genau wie Masern als harmlose Kinderkrankheit eingeschätzt werden, wird auch das Coronavirus unterschätzt. Zumal heute noch niemand sagen kann, ob nicht auch vermeintlich harmlose Krankheiteverläufe zu Langzeitschädigungen der Lunge führen können.

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Bereits am Montag hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) deshalb dringend vor „Corona-Partys“ gewarnt. RKI-Vizepräsident Lars Schaade erklärte, derartige Verabredungen seien im Sinne der Eindämmungsbestrebung nicht sinnvoll. Er appellierte: „Bleiben Sie möglichst zu Hause, und schränken Sie Ihr Gesellschaftsleben so weit wie möglich ein.“

Zur Not schreitet die Polizei ein

Doch in Zeiten, wo alle üblichen Treffpunkte geschlossen sind, wo die abendlichen Partymacher kein Ziel mehr finden, werden Privatpartys zur vermeintlichen Ausweichlösung, werden Verabredungen an verschwiegenen Orten getroffen.

Die Kreispolizeibehörde Recklinghausen hat gerade erst auf einem Zechengelände in Herten eine große Gruppe junger Leute auflösen müssen, bestätigte Sprecherin Ramina Hörst unserer Redaktion. „Wir wissen nicht, ob das als Corona-Party geplant war, die Stadt hat uns aber gebeten, bei der Auflösung zu helfen“, so Ramona Hörst. Das laufe unter dem Stichwort Gefahrenabwehr im Rahmen des Infektionsschutz-Gesetzes.

Auch der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange warnte am Mittwoch in einem Video dringend vor solchen Partys und drohte an, dass die Polizei und das Ordnungsamt sie auflösen und gegebenenfalls auch Strafanzeigen schreiben würden.

Ramona Hörst verwies dabei eindeutig auf die besondere Zuständigkeit der örtlichen Ordnungsbehörden. „Wir helfen da, wo wir von den Städten zur Hilfe gerufen werden. Und wir nutzen alle Gelegenheiten, um auf Menschen einzuwirken, wie wichtig es ist, Abstand zu halten.“ Noch handele es sich bei Partys und Treffen um Einzelfälle, es sei aber schwer absehbar, wie sich die Situation in Zukunft entwickle.

Während sich an der einen Stelle also Menschen bewusst treffen, machen an anderer Stelle viele Menschen ganz bewusst darauf aufmerksam, wie wichtig es in Corona-Zeiten ist, Abstand zu halten, um die Infektionsketten zu unterbrechen und so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

„Bleibt zu Hause, bleibt gesund“

Schlagworte und Hashtags, die dabei in den sozialen Medien benutzt werden, lauten etwa „Abstand halten“, „Bleibt zu Hause, bleibt gesund“, #flattenthecurve oder #socialdistancing. Denn nach wie vor ist es das Bestreben aller Behörden, durch die Schließungen und Restriktionen des öffentlichen Lebens dafür zu sorgen, die zahlenmäßige Entwicklung der Infizierungen zu verlangsamen, um so mit dem Platz in den Krankenhäusern für die Erkrankten auskommen zu können.

Auch die Jugendorganisationen der Parteien in Castrop-Rauxel haben jetzt auf Facebook eine gemeinsame Aktion gestartet, um „Corona-Partys“, Versammlungen oder andere Treffen im privaten oder öffentlichen Raum zu verhindern. „Bitte folgt den Empfehlungen und bleibt zuhause“ heißt es dort und weiter „Gemeinsam gegen Covid 19.“

Yasemin Dittrich (CDU), Daniel Djan (SPD), Lilli Meister (Grüne), Philipp Barthelt (FWI), Tom Roehl (FDP), Fotis Matentzoglou (Linke), Nele Feigl (Grüne), Jonas Ehm (CDU), Lea Leidig (Jusos): Sie alle tragen eine Botschaft nach außen.

Yasemin Dittrich (CDU), Daniel Djan (SPD), Lilli Meister (Grüne), Philipp Barthelt (FWI), Tom Roehl (FDP), Fotis Matentzoglou (Linke), Nele Feigl (Grüne), Jonas Ehm (CDU), Lea Leidig (Jusos): Sie alle tragen eine Botschaft nach außen. © Parteien

Auf einer Foto-Collage haben sich dazu junge Politiker und Politikinteressierte einzeln mit Plakaten fotografiert, um auf ihre Message aufmerksam zu machen.

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