Problemhäuser unter strenger Überwachung: „Es wird regelmäßig getestet“

mlzCoronavirus

Nach Massen-Coronatests: In zwei Häusern an der Wittener Straße stehen alle Bewohner unter Quarantäne, im Hochhaus Lange Straße eine Familie. Der Kreis will die Lage unter Kontrolle bringen.

Merklinde, Habinghorst

, 06.05.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In insgesamt drei Häusern in Habinghorst und Merklinde sind am Donnerstag (30.4.) mehr als 200 Bewohner auf das Coronavirus getestet worden. Während es im Hochhaus Lange Straße 107 nur 1 positives Testergebnis gab, sind an der Wittener Straße 27 Menschen infiziert.

Im Kreis Recklinghausen gehört Castrop-Rauxel wegen der Ergebnisse dieser Massentests derzeit wieder zu den Hotspots der Corona-Infektionen. „In den Zahlen sind nur diejenigen Infektionen aufgeführt, die erkannt, getestet und bestätigt wurden“, erklärt Dr. Richard Schröder als Fachbereichsleiter Gesundheit, Bildung und Erziehung im Kreis Recklinghausen.

Wegen der Problemhäuser in Habinghorst und Merklinde ist der Kreis nun in engem Kontakt mit Bürgermeister Rajko Kravanja. In der Intensität der Maßnahmen seien die Häuser jedoch nicht miteinander vergleichbar, so Landrat Cay Süberkrüb.

Häuser in Merklinde werden rund um die Uhr überwacht

„An der Langen Straße ist nur ein Mensch betroffen“, erklärt der Landrat. „Wir haben hier also kein Ausbruchsgeschehen wie an der Wittener Straße.“ In dem Hochhaus in Habinghorst stehe lediglich die infizierte Person mit ihrer Familie unter Quarantäne.

Das Ordnungsamt der Stadt und das Gesundheitsamt des Kreises kontrollieren teils persönlich, teils mit Anrufen, dass die Familie das Haus nicht verlässt. Zudem werde die Familie auf eigene Kosten mit allem Nötigen versorgt.

Jetzt lesen

„An der Wittener Straße bewegen wir uns im Bereich der Freiheitsbeschränkung“, sagt Cay Süberkrüb. „Wir halten es aufgrund der hohen Zahl der Infizierten für verhältnismäßig, alle Bewohner der Häuser unter Quarantäne zu setzen. Die Gefahr ist zu groß, dass möglicherweise weitere Bewohner betroffen sind.“

Schließlich seien die Tests der vergangenen Woche lediglich eine Momentaufnahme. Es sei denkbar, dass frisch infizierte Bewohner noch kein positives Testergebnis hatten. Deshalb werde regelmäßig nachgetestet.

Testergebnisse kamen nicht zu spät

Allerdings hat bereits die erste Test-Runde für Diskussionen gesorgt. Die Ergebnisse waren für den 1. Mai (Freitag) zugesagt worden, kamen allerdings erst am Wochenende.

Jetzt lesen

Ein Labor in Bad Sassendorf hat die Tests wie auch weitere Tests des Kreises ausgewertet, weil in näher gelegenen Laboren die Kapazitäten nicht ausreichen. „Die Ergebnisse kommen immer schnellstmöglich, versprechen können wir da nichts.“

Schon am Mittwoch (6.5.) werden die Bewohner nun erneut getestet. „Wir müssen die Lage beobachten und unter Kontrolle bringen“, sagt Süberkrüb. Vor Ort sorgt ein Sicherheitsdienst dafür, dass die Bewohner das Haus nicht verlassen und niemand von außen hineinkommt.

Die Bewohner werden auf eigene Kosten von Verwandten versorgt, die Einkäufe vorbeibringen.

Lesen Sie jetzt