Corona-Service: TuS Henrichenburg geht für Senioren einkaufen

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Der TuS Henrichenburg bietet seit mehreren Wochen einen Einkaufsservice für Menschen an, die zur Risikogruppe des Coronavirus zählen- am Mittwoch (1.4) wurde dieses Angebot angenommen.

von Marian von Hatzfeld

Becklem

, 05.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trotz des schönen Wetters der vergangenen Wochen bleibt das Ehepaar Sennekamp derzeit Zuhause. „Wir trauen uns nicht wirklich raus“, sagt Hannelore Sennekamp, die als Seniorin, wie ihr Mann Hans-Georg, zur Risikogruppe gehört. Das müssen sie auch nicht, denn es hat sich ein Helfer gefunden.

Um 10 Uhr klingelt es an der Haustür der Familie. Thorsten Philipp aus dem Vorstand des TuS Henrichenburg möchte für die Eheleute einkaufen. Dabei unterstützt Philipp die Aktion von Carsten Ferlmann, dem 2. Vorsitzenden von TuS Henrichenburg, der den Einkaufsservice ins Leben gerufen hat.

„Normalerweise gehe ich nicht einkaufen“

Hannelore Sennekamp hat von dem Angebot durch ein Plakat erfahren. „Schon am Telefon bin ich toll von einer Dame empfangen worden“, berichtet sie. Vereinskassiererin Anke Bojak koordiniert die Anrufe und ermöglichte auch die Aktion am vergangenen Mittwoch.

Die Eheleute haben bereits eine Einkaufsliste, Geld und eine Tüte in den Eingangsbereich neben die Tür gelegt. Nach dem Klingeln öffnet die Dame die Tür und geht ein paar Schritte zurück, um den Abstand zu wahren. Philipp nimmt die Sachen und erkundigt sich noch nach Einzelheiten. „Normalerweise gehe ich nicht einkaufen, das macht eigentlich meine Frau“, scherzt der 47-Jährige.

„Schwächeren helfen und dem Verein etwas zurückgeben“

Auf geht’s zum Rewe-Markt an der Recklinghauser Straße. Philipp erzählt, dass er die Aktion vor allem unterstützt „um Schwächeren zu helfen, aber auch um dem Verein etwas zurückzugeben“. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt der hauptberufliche Schausteller beim TuS Henrichenburg. Wegen dieser und anderer Aktionen, wie beispielsweise dem Gemeindefußballfest, bewundert er den Verein, „der immer sehr engagiert ist“, so Philipp.

Der Familienvater nutzt im Supermarkt einmal seine Frau als Telefonjoker, um sicher zu gehen, dass das richtige Produkt im Wagen landet. „Noch vier Nackenkottelets und fertig, ein Kinderspiel“, sagt er kurz vor Ende des Einkaufs.

Einkaufsservice bisher nicht oft genutzt

Nach dem knapp 30-minütigen Einkauf macht er sich auf den Rückweg. Dabei erzählt er: „Der Einkaufsservice wurde bisher erst dreimal genutzt“. Er leidet als Schausteller selbst unter der Krise, viele Veranstaltungsabsagen treffen derzeit bei ihm ein. Jetzt möchte er sich solidarisch zeigen: „So etwas könnte einem später selbst passieren“, erklärt der 47-Jährige.

TuS Henrichenburg lehnt Geld für Service ab

Am Haus angekommen, klingelt Philipp und stellt den Einkauf vor die Tür. „Gute Nachricht, wir haben alles bekommen“, sagt er. Hannelore Sennekamp ist sichtlich erfreut und bedankt sich bei Thorsten Philipp und würde ihm gerne etwas Geld für den Einkauf geben.

Der Helfer lehnt das jedoch dankend ab und betont: „ Das machen wir aus Solidarität, um den Leuten aus der Umgebung zu helfen“. Familie Sennekamp bedankt sich: „Wir finden das sowas von toll, dass ihr das macht!“

Leute, die sich in Henrichenburg auch helfen lassen wollen, melden sich bei Carsten Ferlmann unter Tel. (01520) 2635044 oder bei Vereinskassiererin Anke Bojak unter Tel. (01575) 4679494.

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