Coronavirus wirkt sich auf das Rollergeschäft in Castrop-Rauxel aus

Mehr Wartezeit

Das Coronavirus breitet sich aus. Doch nicht nur in China sind Land und Leute betroffen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind bis hier spürbar, sagt E-Rollerimporteur Udo Strehlau.

Castrop-Rauxel

von Joel Kunz

, 07.02.2020, 06:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Udo Strehlau und Sandra Heiderich-Strehlau bloggen gemeinsam über ihre Zeit in Shanghai

Udo Strehlau und Sandra Heiderich-Strehlau bloggen gemeinsam über ihre Zeit in Shanghai © Fabian Paffendorf

Seit anderthalb Jahren importiert Udo Strehlau gemeinsam mit seiner Ehefrau Sandra Heiderich-Strehlau Elektroroller aus China und verkauft diese unter der Marke GinkGo in Castrop-Rauxel. Seit Ausbruch des Coronavirus in Wuhan vor einigen Wochen befindet sich das Land im Ausnahmezustand. Das hat auch Auswirkungen auf das Importgeschäft der Strehlaus.

Arbeitsstopp für Fabriken und Büros

Eigentlich sollten die Neujahrsferien in China wie jedes Jahr bis zum 31. Januar andauern. Doch als Vorsichtsmaßnahme verhängte die chinesische Regierung kürzlich einen Arbeitsstopp für viele sogenannte nichtlebensnotwendige Betriebe bis voraussichtlich 9. Februar.

Davon ist auch der Elektrorollerhersteller Yadea mit Sitz in Wuxi in der Nähe von Shanghai betroffen, von dem die Strehlaus ihre Roller beziehen. GingKo mangelt es nicht an Bestellungen, die Produktion kommt in Wuxi wegen der auferlegten Pause nicht mit. Kunden der Strehlaus müssen sich nun auf eine verlängerte Wartezeit einstellen. Aktuelle Bestellungen können erst einmal nicht bedient werden.

Kunden müssen etwas länger warten

Udo Strehlau bereitet dies Sorgen. „Erst in 10 bis 15 Tagen befindet sich der Virus nach allgemeinen Berechnungen auf seinem Höhepunkt. Dies ist zeitlich sehr ärgerlich für uns, da ab März für Rollerfahrer die Saison beginnt.“

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Udo Strehlau ist derzeit in Castrop-Rauxel, während seine Frau Sandra seit Ende Januar als Geschäftsführerin in Shanghai unterwegs ist. Es gäbe zwar vereinzelt Kontrollen bei der Einreise sowie bei Betreten und Verlassen der Wohnblöcke, aber insgesamt sei die Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen in Shanghai sehr gut, schreibt sie in einem Blog im Internet.

Chinesiche Technik für Deutschland

Seit der Gründung des Unternehmens im Frühjahr 2018 bieten Udo und Sandra Strehlau Elektroroller mit dem Markennamen GinkGo an. Da sie selbst schon seit längerer Zeit in Shanghai leben, kamen sie auf die Idee, E-Roller, die in China das Straßenbild dominieren, nach Deutschland zu bringen.

Beim Angebot in Deutschland legen sie nach eigenen Angaben Wert auf einen günstigen Preis, um sich von anderen Anbietern abheben zu können. Zusätzlich werden die Produkte mit Lithium-Akkus ausgestattet, um der Nachhaltigkeit Willen einen Beitrag zu leisten. Bei der Suche nach einem geeigneten Hersteller fiel die Wahl nach einer umfassenden Suche auf die Firma Yadea, die den Vorstellungen der Strehlaus gerecht wurde.

565 Todesfälle weltweit

Ein Wechsel der Zulieferer komme nicht infrage, sagt Udo Strehlau. Man habe sich an die Qualität von Yadea gewöhnt und wolle daran festhalten, um Kunden nicht zu enttäuschen.

In Deutschland wurden bis Donnerstag (6.2.) übrigens laut Gesundheitsministerium zwölf Fälle von Erkrankten am Coronavirus gemeldet. Weltweit sind es 28.300 Fälle. 565 Menschen sind weltweit an der Viruserkrankung gestorben.

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