Darum werden ab jetzt große Bäume auf der Frohlinder Brandheide gerodet

Ehemalige Deponie

Im Zuge der Sanierungsarbeiten auf der Altdeponie Brandheide, müssen ab Montag, 28. Oktober, zahlreiche Bäume gefällt werden. Was passiert dann mit dem gerodeten Waldstück?

Frohlinde

von Janine Jähnichen

, 27.10.2019, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum werden ab jetzt große Bäume auf der Frohlinder Brandheide gerodet

Ein Teil der bestehenden Bäume wird gerodet und durch neue ersetzt. Kleine Bäume bleiben erhalten und bekommen neue Möglichkeiten zu wachsen. © Tobias Weckenbrock

Ab Montag, 28. Oktober, beginnen auf dem Gelände der Altdeponie in Frohlinde Baumfällarbeiten. Den Auftrag dazu erteilte der AAV-Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung.

Der Auftrag sowie seine Abwicklung erfolgen in Abstimmung mit der Stadt Castrop-Rauxel, dem EUV-Stadtbetrieb Castrop-Rauxel und dem Kreis Recklinghausen.

Die Rodung dauert rund sechs Wochen. Da für das Fällen und den Abtransport des Holzes Großmaschinen im Einsatz sein werden, wird für die Dauer der Arbeiten ein Großteil des zum Teil neu angelegten Wegenetzes auf der Ex-Deponie gesperrt.

Vorgegebene Schutzzeiten des Naturschutzes werden dabei eingehalten, teil der AAV mit. Außerdem werde die ganze Maßnahme naturschutzfachlich begleitet.

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Ein Rundflug über die "neue" Brandheide

Wie genau sehen die Rodungsarbeiten aus?

Die Rodung wird zu einem veränderten Landschaftsbild führen, da zahlreiche, vor allem große Bäume gefällt werden. Kleinere Bäume auf der Brandheide wie zum Beispiel Ahorne oder Buchen bleiben hingegen stehen. Sie erhalten durch den Wegfall mehr Licht und können dann besser nachwachsen.

Im Anschluss an die Rodung werden auf einer Fläche von fast vier Hektar rund 7000 neue Bäume gepflanzt. Zur Aufforstung des Baumbestandes werden speziell ausgesuchte Baumarten wie Küstentannen, Douglasien und Schwarzkiefern verwendet.

So wird auf dem Gelände ein Mischwald entstehen. Und warum das ganze? Durch ihn soll die Verdunstungsrate erhöhte und damit das Sickerwasser minimiert werden. Außerdem werden in dem Areal eine Streuobstwiese und Gehölzstreifen angelegt.

Darum werden ab jetzt große Bäume auf der Frohlinder Brandheide gerodet

Zu einem Naherholungsgebiet rund um den renaturierten Mühlenbach hat sich das Gebiet um die ehemalige Mülldeponie Brandheide zwischen Frohlinde und Merklinde entwickelt. © Tobias Weckenbrock

10 Millionen Euro investiert

Das 16,4 Hektar große Gebiet, auf dem sich Hausmüll, Bauschutt sowie teerbehaftete Abfälle in Form sogenannter Teerschlämme aus den Jahren 1959 bis 1972 befinden, wurde unter der Federführung des AVV-Verbands seit Anfang 2018 für rund 10 Millionen Euro saniert. Im Frühjahr war die Umgestaltung zum Naherholungsgebiet fertig.

Das Bett des Mühlenbachs verläuft offen über das einstige Deponiegelände. Brücken führen über den Bach, neu angelegte Wegeverbindungen schlängeln sich entlang des umgestalteten Mühlenbaches und des noch aufzuforstenden Waldgebietes. Zudem wurden zahlreiche Maßnahmen zum Gewässerschutz ergriffen - von der Trennung und Abkopplung des Sickerwassers sowie der Errichtung einer Pflanzenkläranlage.

Weitere Entwicklungen: der Einbau von Spundwänden, die Schaffung eines Retentionsraums, Arbeiten am Mühlenteich und die Optimierung des dortigen Pflanzenbestandes.

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