Das Buskap ist jetzt da - aber was ist mit dem Ginkgo und der roten Telefonzelle?

Am Gretenkordhaus

Das Buskap am Altstadt-Markt ist fertig. Aber nicht zur Zufriedenheit aller Castroper. Ein Leser beschwert sich: Was ist mit der Telefonzelle? Und was mit dem Ginkgo-Baum? Wir hakten nach.

Castrop

, 17.01.2019, 05:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Buskap ist fertig. Jetzt wundert sich ein Leser, warum Deko-Elemente wie die rote Telefonzelle und der angedachte Baum hier nicht wieder aufgestellt werden.

Das Buskap ist fertig. Jetzt wundert sich ein Leser, warum Deko-Elemente wie die rote Telefonzelle und der angedachte Baum hier nicht wieder aufgestellt werden. © EUV Stadtbetrieb

„Die langjährig an dieser Stelle stehende englische Telefonzelle, die immer ein Blickfang war, ist seit längerer Zeit verschwunden. Das spielt keine Rolle! Und dass bei der Planung der Buskaps und der Fällung des Baumes vermittelt wurde, dass es eine Ersatzbepflanzung an dieser Stelle gäbe, davon ist auch keine Rede mehr.“ Der Leser, der sich mit diesen Worten an unsere Redaktion wandte, ist stinksauer: Bei den Bauarbeiten des Buskaps vor dem Gretenkordhaus am Castroper Altstadtmarkt wurden laut seiner Aussage nicht alle Versprechen eingehalten.

Was sagen Stadtverwaltung und der EUV-Stadtbetrieb?

Sabine Latterner zur englischen Telefonzelle: „Die Telefonzelle wurde bereits vor mehr als einem Jahrzehnt abgebaut, da es immer wieder Fälle von Vandalismus gab. Aus Verkehrssicherungsgründen musste sie letztlich abgebaut werden.“ 1983 wurde sie als Geschenk der englischen Partnerstadt Wakefield hier aufgestellt, ergänzt die Stadt-Pressestelle. Sprecherin Maresa Hilleringmann: „Leider wurde sie immer wieder zerstört.“ Mehrfach habe die Stadt sie reparieren lassen, aber irgendwann seien die Schäden einfach zu groß und die Kosten zu hoch gewesen. „So blieb nur, ihre Überreste abzubauen.“

Und warum konnte der Baum nicht am Gretenkordhaus bleiben? Die dort eigentlich stehende Linde sollte ursprünglich als einziger Baum bei der Marktplatz-Sanierung erhalten bleiben. Dann aber ergaben Untersuchungen, dass der Baum krank war. Drum wurde er schließlich doch gefällt. Als Ersatz dafür sollte an gleicher Stelle tatsächlich ein neuer Baum gepflanzt werden. „Im Zuge des dritten Bauabschnittes am Marktplatz“, so Sabine Latterner vom EUV, „konnten erst die Lage und die Anordnung der Versorgungsleitungen vor dem Gretenkordhaus festgestellt werden. Da eine Vielzahl von Versorgungsleitungen im Bereich des geplanten neuen Baumstandortes liegen, konnte er dort nicht gepflanzt werden.“ Eine Verlegung der Versorgungsleitungen im Gehweg sei aus Platzgründen nicht möglich gewesen.

Beisenherz-Ginkgo kommt ans Rathaus

Eigentlich sollte als Ersatz für die Linde ein von Ex-Bürgermeister Johannes Beisenherz gestifteter Ginkgo-Baum gepflanzt werden. Bei seiner Verabschiedung aus dem Bürgermeister-Amt hatte Beisenherz der Stadt diesen Baum als eine Art Vermächtnis versprochen. Es handelt sich um einen inzwischen über 30 Jahre alten Gingko („mein Lieblingsbaum“, so Johannes Beisenherz im Oktober 2015), der in seinem eigenen Garten steht. Der stehe symbolisch für Umweltschutz, Freundschaft und Kraft, erläutere der Spender bei seinem Abschied.

Ein Gingko-Baum steht schon vor dem Rathaus, ein zweiter soll bald hinzukommen.

Ein Gingko-Baum steht schon vor dem Rathaus, ein zweiter soll bald hinzukommen. © Ann-Kathrin Gumpert

Da der Baum nun am Marktplatz keinen Platz finden kann, wurde nach einem Ersatz-Standort gesucht. Der ist laut Stadt-Pressestelle jetzt gefunden: Er soll auf der Nordseite des Rathauses, auf den Grünstreifen zwischen Bürgersteig Europaplatz und Rathaus, einen neuen Standort bekommen.

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