Das Gewerbegebiet auf Graf Schwerin ist seit zehn Jahren ein Ladenhüter

mlzGraf Schwerin

Vor zehn Jahren wurde das ehemalige Zechen- und Kokereigrundstück von Graf Schwerin saniert. Der Nahversorgungsstandort ist eine Erfolgsnummer. Das Gewerbegebiet floppt. Es laufen Gespräche.

Schwerin

, 11.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles wie gehabt oder womöglich doch endlich „die“ Ansiedlung im Gewerbegebiet auf Graf Schwerin? Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, seit der ehemalige Zechen- und Kokereistandort in Castrop-Rauxels höchstem Stadtteil von den Altlasten durch die Bergbauvergangenheit befreit wurde. Seitdem könnte das Gelände neu genutzt werden.

Wie viele Gespräche seitdem geführt worden sind, wie häufig der Eigentümer, die Ruhrkohle Montan Immobilien - kurz RAG MI - nach neuen Konzepten und Vermarktungsstrategien gefahndet hat, dazu gibt es keine Zahlen. Doch Fakt ist, dass sich bis heute nicht ein einziges Unternehmen für den Standort hinter dem erfolgreichen Einzelhandel mit Edeka Richter und Lidl entschieden hat.

Das Gewerbegebiet auf Graf Schwerin ist seit zehn Jahren ein Ladenhüter

Das Gewerbegebiet auf Graf Schwerin liegt seit rund zehn Jahren auf Eis. Passiert ist dort nach der Sanierung nichts. © Schlehenkamp

Das große Schildergerüst am Straßenstummel, der von der Mengeder Straße in das 5,6 Hektar große Gewerbegebiet führt, hat schon seit Jahren keinen Inhalt mehr, der Ansprechpartner nennen würde. Immer mal wieder war die Rede von Logistikunternehmen, die nur unweit von der Anschlussstelle auf die Autobahn in Bodelschwingh durchaus günstige Verbindungen vorfänden. Dann hieß es wieder, kleinteiligere Vermarktung - vielleicht auch an Handwerksbetriebe - könne den Ladenhüter vielleicht mit Leben füllen.

Es laufen Gespräche mit mehreren Interessenten

Zwischenzeitlich war sogar der Daumen drauf auf dem Gelände, auf dem manchmal Schafe grasen. Es hieß, es könnte möglicherweise gebraucht werden, um neuen Wohnraum für Flüchtlinge zu bauen. Aber auch das ist längst Schnee von gestern. In der aktuellen Anfrage unserer Redaktion gab es am 6. Februar die Antwort der RAG MI aus Essen, dass zurzeit Gespräche mit mehreren Interessenten liefen. Wegen der laufenden Gespräche, könne man keine konkreten Auskünfte geben, so die RAG MI.

Die Stadt hat kein Geld, um das Grundstück zu kaufen

Dass am Standort in der Nachbarschaft der Spielvereinigung Blau Gelb Schwerin ein zumindest interessantes Potenzial einer mit Ansiedlungsflächen nicht mehr reich gesegneten Stadt zur Verfügung steht, ist vor Ort durchaus Gesprächsstoff. Bei der Bürgerversammlung der CDU Rieperberg Mitte Januar gab es denn auch Fragen dazu aus der Bürgerschaft.

Warum die Stadt etwa nicht selbst das Gelände kaufe, um dort etwas zu entwickeln, lautete eine Frage. Die Antwort: Woher sollte die klamme Kommune das Geld hernehmen? Für die Stadtbaurätin Bettina Lenort ist das Gewerbegebiet auf Schwerin in der Tat ein Premium-Bereich. Aber sie sagte auch unmissverständlich: „Man muss nicht alles nehmen, was kommen will.“ Ob möglicherweise auch der nicht gerade günstige Preis des Areals auf Schwerin schuld ist, dass niemand anbiss, ist eine andere Frage, auf die es aber keine Antwort gibt.

Lesen Sie jetzt