Das sagen die Politiker zu einer Einführung einer Wettbürosteuer in Castrop-Rauxel

mlz Prüfauftrag im Rat

Die Politiker im Rat sprachen über die Erhebung einer Steuer für Wettbüros. Doch nicht der Ertrag einer Abgabe für Wettanbieter wäre interessant. Das Ziel ist ein anderes.

Castrop-Rauxel

, 26.02.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sollte die Stadt Castrop-Rauxel eine Steuer für Wettbüros erheben? Diese Frage beschäftigte vergangene Woche die Politiker im Rat – und jetzt beschäftigt sie die Stadtverwaltung. Denn die Politiker verabschiedeten einen von der CDU initiierten Prüfauftrag einstimmig. Aber warum überhaupt?

Einige Büros für Sportwetten gelten in den großen Nachbarstädten als eher zwielichtige Einrichtungen. In Castrop-Rauxel gibt es bislang allerdings keinen Wildwuchs: Genau ein Wettbüro des durch Fernseh-Werbeclips bekannten Anbieters Tipico gibt es nach Informationen der Stadtverwaltung in der Stadt, das ist alles. Am Berliner Platz, direkt am Hauptbahnhof, ist es beheimatet.

Der Aufwand der Steuer wird geprüft

Eine spezielle Steuer extra für ein Wettbüro – das ergibt vermutlich wenig Sinn. „Darum möchten wir prüfen lassen“, erläuterte CDU-Stadtverbands-Chef Carsten Papp im Rat den von der SPD und der FWI unterstützten Antrag, „wie hoch der Aufwand einer solchen Steuer wäre – vor dem Hintergrund, dass wir nicht zu viele Wettbüros haben möchten.“

Bürgermeister Rajko Kravanja sagte, dass er mit der Verwaltung die Intention teile. Und Beigeordneter Michael Eckhardt ergänzte, dass es rechtlich auch möglich sei, eine solche Steuer zu erheben. Die Stadt Dorsten, ähnlich groß wie Castrop-Rauxel, erhebe sie schon. „Wir haben mit den Kollegen dort gesprochen, als wir den Antrag auf den Tisch bekamen“, so Eckhardt. Ergebnis: „Die Dorstener Verwaltung ist mit der Steuer nicht so ganz glücklich.“ Es sei rechtlich kompliziert, nicht so einfach wie zum Beispiel bei Spielhallen, wo es in den vergangenen Jahren erhebliche Vereinfachungen für Städte gegeben habe.

Castrop-Rauxel holt sich Infos aus den Nachbarstädten

„In Dortmund und Bochum gibt es eine Vielzahl“, so Eckhardt. „Wir werden bei unseren großen Brüdern mal anfragen, wie sie mit den Wettbüros umgehen.“ Da es aber keine Problemlage gebe, müsse man auch keine Steuer zur Eindämmung erheben.

Der Beschluss der Politik fiel einstimmig aus. In einer der nächsten Sitzungen wird die Verwaltung das Ergebnis der Prüfungen vorlegen.

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