Das sagen Kunden in Habinghorst zu den Schließungs-Spekulationen um Real

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Real in Habinghorst könnte Opfer des Metro-Deals werden. Was sagen die Kunden zu den Schließungs-Gerüchten? Wir haben sie gefragt und gezählt, wie viele es dienstags von 9 bis 10 Uhr sind.

von Janine Jähnichen

Habinghorst

, 26.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am vergangenen Wochenende haben wir über den Verkauf der Supermarkt-Kette Real an Redos berichtet. Dieser Beschluss des Mutterkonzerns Metro wird auch Auswirkungen für den Standort von Real in Habinghorst haben. Welche, ist derzeit noch ungewiss.

Aber wie attraktiv ist dieser Standort? Umsatzzahlen sind nicht zu bekommen. Wir haben es darum simpler gemacht: Wir haben am Dienstagmorgen (22. Oktober) von 9 bis 10 Uhr an zwei Orten in der Stadt Kunden gezählt: im Real an der Siemensstraße und im nach Größe und Sortiment ansatzweise vergleichbaren Kaufland im EKZ Widumer Tor.

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Kaufland auch deshalb, weil Dennis Walter, Betriebsratsvorsitzender des Real-Marktes im Castrop-Park, die Übernahme durch einen Wettbewerber wie Kaufland, Globus oder Marktkauf derzeit für am wahrscheinlichsten hält.

Unsere Beobachtung ist nicht mehr als eine kleine Stichprobe: Wie viele Kunden kommen in die beiden Geschäfte?

Trotz unterschiedlicher Standorte ähnliche Frequenzen

Das Ergebnis zeigt: Die Besucherfrequenz ist ähnlich. Den Kaufland in Castrop betraten 180 Kunden in dieser einen Stunde. Durch den Haupteingang des Real-Markts gingen 150 Kunden, durch den Nebeneingang am Getränkemarkt des Real etwa 40 weitere.

Beide Märkte liegen also an einem Werktags-Morgen in den Ferien in etwa auf einem Niveau - trotz ihrer unterschiedlichen Standorte in der City und in einem Gewerbegebiet.

Und was sagen die Real-Kunden?

Das sagen Kunden in Habinghorst zu den Schließungs-Spekulationen um Real

Uwe Weißmann kommt regelmäßig aus Waltrop zum Einkaufen nach Habinghorst. Der ehemalige Bergmann kennt sich mit Subventionen aus und weiß auch, dass man leider meist nichts ändern kann. © Janine Jähnichen

Was aber sagen eigentlich die Kunden zu den Spekulationen um das Real-Aus? Wir haben nach unserer Zählstunde am Dienstag einige befragt. Das sagten sie:

Uwe Weißmann: „Klar, es ist immer schade, wenn so ein Markt schließt. Ich bin regelmäßig aus Waltrop zum Einkaufen nach Habinghorst gekommen. Aber große Unternehmen wollen nun einmal Geld verdienen, da kann man dann leider nichts machen. Es ist schade für die Angestellten, die aufgrund der schlechten Verträge eh schon zu wenig verdient haben.“

Ivonne Hackenberg: „Die Schließung wäre sehr traurig, da ja eigentlich alles läuft. Ich bin selbst ein- bis zweimal die Woche hier einkaufen und froh, dass ich nirgendwo anders hinfahren muss.“

Frank-Jürgen Wendel: „Es ist schade, dass man gar nicht weiß, was jetzt kommt. Real ist der einzige Laden in der Nähe mit großem Sortiment, der immer alles vorrätig hat. Die Discounter in der Umgebung haben von allem nur eine kleine Auswahl. Ein Verlust wäre auch für das Industriegebiet sehr schlecht.“

Auch viele Kunden aus den umliegenden Städten betroffen

Ute Bevc: „Ich bin regelmäßig hier einkaufen. Das ist natürlich blöd gelaufen, aber große Firmen machen leider oft, was sie wollen.“

Elmar Rademacher: „Ich komme oft aus Suderwich hierhin. Von den Spekulationen habe ich gar nichts mitbekommen. Das wäre sehr schlecht. Recklinghausen hat schließlich schon lange keinen Real-Markt mehr.“

Bernhard Plöger: „Die Schließung wäre sehr schlecht für den Castrop-Park. Ich hoffe, es wird sich noch etwas ändern und die Schließung kann irgendwie verhindert werden.“

Silvia Fenske: „Es wäre schade, wenn Real schließt. Der nächste Supermarkt mit vergleichbarem Sortiment ist wieder ein ganzes Stückchen weg.“

Ralf Schmitt: „Ich fände eine Schließung wirklich traurig. Ich komme oft aus Recklinghausen zu Real, weil sich hier der Wocheneinkauf mit so vielem vereinen lässt. Wenn man hier ist, kann man direkt eine Runde durch den MediaMarkt oder die Teppichdomäne laufen. Aber auch für die Angestellten tut es mir leid.“

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