Alternativer Antrieb: Das Wasserstoff-Thema gewinnt in Castrop-Rauxel weiter an Dynamik

mlzBrennstoffzellen

Die FDP hat in Castrop-Rauxel zuletzt Druck für ein Engagement in die Wasserstoff-Technologie gemacht. Im Kreis Recklinghausen gewinnt das Thema durch Förderbescheide jetzt weitere Dynamik.

Castrop-Rauxel

, 21.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Castrop-Rauxeler FDP-Fraktion will die Wasserstoffwende in Castrop-Rauxel voran treiben. Die Antriebsform sei zukunftsweisend. In der letzten Ratssitzung stimmten letztlich alle Parteien für einen Beitritt zum H2-Netzwerk Ruhr.

Dieses Netzwerk will die in der Region ansässigen unternehmerischen und öffentlichen Aktivitäten der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie national und international präsentieren. Darüber hinaus setzt sich der Verein für eine breite Unterstützung dieser Aktivitäten durch die Wirtschaft und staatliche Institutionen ein und wirbt in der Öffentlichkeit für diese Technologie.

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Der gemeinnützige Verein hatte folgende Gründungsmitglieder: Emschergenossenschaft, Stadt Bottrop, Stadt Gladbeck, Stadt Herten, Stadt Marl, WiN Emscher-Lippe GmbH und Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH. Jetzt gehört auch die Stadt Castrop-Rauxel dem Netzwerk an.

Für das gab es jetzt gleich zwei gute Nachrichten. Denn sowohl der Bund als auch das Land und die EU werden die Entwicklung und Nutzung der Wasserstoff-Technologie in der Region fördern.

300.000 Euro Förderung gibt es vom Bund

Vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin gab es dazu eine Förderzusage in Höhe von bis zu 300.000 Euro für die Weiterentwicklung eines vom Kreis eingereichten Projektes. Projektidee soll es unter anderem sein, die Fachkompetenzen in der Region zu konzentrieren, um ein integriertes Konzept zum Einsatz von Wasserstoff in Mobilität und Logistik zu entwickeln, das zeitnah eine flächendeckende und breitenwirksame Nutzung der Wasserstoffmobilität ermöglichen soll.

Die Initiative HyLand

  • Die BMVI-Initiative „HyLand -Wasserstoffregionen in Deutschland“ ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP), die NOW GmbH ist als Bundesgesellschaft Koordinatorin der Initiative.
  • Im Zentrum der HyLand-Regionen steht die Integration von erneuerbarem Wasserstoff im Verkehrssektor, um den möglichen Beitrag zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele zu zeigen.

Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Frank Schwabe ist die Förderzusage ein Beleg dafür, dass die in der Emscher-Lippe-Region bereits vorhandenen Kompetenzen in der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Beachtung finden. „Vor dem Hintergrund des noch längst nicht abgeschlossenen Strukturwandels ist das eine große Chance für die wirtschaftliche Weiterentwicklung unseres Kreises“, so Schwabe.

Die regionale Wasserstoff-Produktion mit Strom aus Erneuerbaren Energien steht im Zentrum der Bundesförderung. Es geht um die langfristige Nutzung von „grünem“ Wasserstoff. Neben der Erzeugung befassen sich die vom Bund geförderten Konzepte auch mit der Speicherung, Logistik und verschiedenen Wasserstoff-Anwendungen vor Ort, schwerpunktmäßig im Verkehrsbereich.

Alternativer Antrieb: Das Wasserstoff-Thema gewinnt in Castrop-Rauxel weiter an Dynamik

Über den Förderbescheid freuten sich (v.l.): Joachim Beyer (Geschäftsführer WiN), Dorothee Feller (Regierungspräsidentin), Cay Süberkrüb (Landrat), Bernd Groß (Geschäftsführer WiN) und Dr. Klaus Rammert-Bentlage (Projektleiter Wasserstoffkoordination Emscher-Lippe). © WiN Emscher-Lippe GmbH

Land und EU geben 570.000 Euro Fördermitel

Ein weiterer wichtiger Schritt für die Emscher-Lippe Region auf dem Weg zum Top-Player beim Thema Wasserstoff: Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiN Emscher-Lippe GmbH einen Förderbescheid für das Projekt „Wasserstoffkoordination Emscher-Lippe“ in Höhe von rund 570.000 Euro überreicht.

In den kommenden drei Jahren sollen von diesen Fördermitteln vor allem zwei Wasserstoff-Koordinatoren finanziert werden. Die Koordinatoren sollen mit allen relevanten Akteuren, von der Industrie über das Bildungswesen bis hin zu den Wirtschaftsförderern, den Kommunen und auch dem Handwerk der Region einen strategischen „Wasserstoffverbund“ etablieren.

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Einen hohen Stellenwert soll auch in diesem Projekt dabei die Anwendung von „grünem“, also nachhaltig produziertem Wasserstoff haben. Vor allem in den Bereichen Industrie und Mobilität will das Projekt hier einen Beitrag zum Klimaschutz in der Region leisten.

Landrat Cay Süberkrüb sagte dazu bei der Übergabe des Förderbescheids: „Die Region hat die besten Voraussetzungen, um ein Zentrum der Wasserstoff-Forschung und -Industrie zu werden: Das Anwenderzentrum in Herten, die regionalen Hochschulen und der industrielle Besatz lassen sich im Projekt optimal miteinander vernetzen.“

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