Datteln komplett dicht: Castrop-Rauxeler Demo gegen Kraftwerk sorgt für Verkehrssperren

Demonstration

Eine Castrop-Rauxelerin hat sie angemeldet, Freitagmittag hat sie begonnen: Klimaschützer demonstrieren dagegen, dass das Kraftwerk Datteln 4 in Betrieb geht. Es gibt Argumente für beide Seiten.

Castrop-Rauxel

, 24.01.2020, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Datteln komplett dicht: Castrop-Rauxeler Demo gegen Kraftwerk sorgt für Verkehrssperren

Das Uniper-Kraftwerk Datteln 4 hinter einem Verbotsschild: Das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen soll nach den Beschlüssen der Kohlekommission ans Netz gehen. © dpa

Umweltschützer demonstrieren am Freitag (24.1.) in Datteln dagegen, dass das Kraftwerk Datteln 4 noch in Betrieb genommen wird. Eine Castrop-Rauxelerin hat sie für „Friday for future“ angemeldet, am Mittag hat sie begonnen.

Das Motto lautet „Datteln 4? Nicht mit mir!“. Die Anmelderin plante, ab 12 Uhr mit Versammlungsteilnehmern vom Neumarkt aus zum Kraftwerk Datteln 4 zu ziehen. Gerechnet wurde im Vorfeld mit ungefähr 300 Teilnehmern. Gegen 12.15 Uhr war von rund 150 die Rede. Die Polizei begleitet den Aufzug. 24vest.de berichtet live.

Hier kommt es zu erheblichen Verkehrsstörungen

Während der Versammlung, teilt die Polizei mit, werde es zu Verkehrsstörungen kommen. Die Polizei empfiehlt darum Ortskundigen, den geplante Versammlungsweg zwischen 12 und 16 Uhr weiträumig zu umfahren: Der führt über Castroper Straße zwischen Neumarkt und Südring, B235 zwischen Südring und Herdieckstraße, Herdieckstraße, Emscher-Lippe-Straße, Zur Seilscheibe. Auch die Straße „Im Löhringhof“ wird zeitweise gesperrt. Die B 235 ist bis zur Zechenstraße dicht.

Es ist die zweite Demonstration von „Fridays for Future“, die zum Kraftwerk Datteln 4 führt. Bei der letzten am 29. November gab es keine Störungen, es blieb friedlich.

Ministerium nennt Argumente für Datteln 4

Es gibt viele Argumente für, aber auch gegen die Inbetriebnahme des Kraftwerks. Das Umweltministerium in Berlin schreibt in einem Faktencheck, dass die Inbetriebnahme Teil eines Kompromisses zwischen Bund, Ländern und den Betreibern zum Kohleausstieg sei. „Datteln hatte schon seit 2017 eine Betriebsgenehmigung, also lange, bevor der Kohleausstieg besiegelt wurde“, heißt es vom Ministerium. Zu einem Rechtsstaat gehöre dann, dass man eine solche nicht für nicht erklären könne. Es gälten eigentumsrechtliche Grundsätze der Verfassung. Das Geld, das man sonst als Entschädigung leisten müsse, „kann man besser ausgeben“.

FWI nennt Argumente gegen Datteln 4

Neue C02-Emissionen verursache Datteln 4 zwar, aber die würden ausgeglichen, da andere zusätzliche Kraftwerke vom Netz genommen würden - vor allem ältere und dreckigere. Am Kohleausstieg bis 2038 oder 2035 ändere sich nichts.

In einer ausführlichen Stellungnahme hatte die FWI Castrop-Rauxel Bezug auf das Thema genommen. Sie sehe keinen Sinn in einem neuen Kraftwerk. Alle Argumente, die für Datteln 4 gesprochen hätten, hätten sich in den vergangenen Jahren in Luft aufgelöst. „Öffentlich werden immer noch die Interessen von Konzernen pber die Interessen der Bürger, den Umwelt- und den Klimaschutz gestellt“, kritisieren die Castrop-Raueler Stadtrats-Mitglieder Hilde Krusch und Christel Sperz in ihrer umfangreichen und begründeten Stellungnahme (hier im Wortlaut).

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