BUND-Vorstand kritisiert Dreigrund und Bürgermeister zur Alten Eiche - „Unsinn!“

mlzAlte Eiche

Eine Lösung für die Alte Eiche lässt sich finden. Das meint der BUND-Vorstand. Dazu müsse man aber konstruktiv diskutieren „und nicht Ping Pong über die Medien und die Gerichte spielen“.

Habinghorst

, 11.11.2019, 20:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seltsam sei es, dass Dreigrund es sich selbst und allen anderen Beteiligten so schwer macht. Das schreibt BUND-Vorstand Dr. Thomas Krämerkämper in einem offenen Brief.

„Warum um alles in der Welt geht das Unternehmen nicht auf die zahlreichen direkten Gesprächsangebote ein, sondern wählt nach langem Schweigen nur den Weg über die Medien für den Austausch?“, fragt Krämerkämper. Dreigrund solle nicht den Fehler machen, eine frühere Ratsmehrheit mit einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit zu verwechseln.

Kritilk an Dreigrund: „keine Planung ist alternativlos“

Die Kritik Dreigrunds am späten Vermittlungsprozess des Bürgermeisters kann Krämerkämper nachvollziehen. „Denn die Neutralitätshaltung, welche Dreigrund dem Bürgermeister nun vorhält, hätte dieser bereits im Aufstellungsverfahren einnehmen müssen.“

Dreigrund solle aber auch zugeben, dass sie selbst nie offen waren für alternative Planungen. „Solche Planungen zum Erhalt der Eiche durften nicht vorgelegt beziehungsweise nicht diskutiert werden.“

Inhaltlich seien „die nun von Dreigrund vorgeschobenen Probleme natürlich lösbar - keine Planung ist alternativlos“, schreibt Krämerkämper.

Alte Eiche muss nicht für Entwässerung fallen

Der Bebauungsplan und Erschließungsvertrag müsse für den Erhalt der Alten Eiche geändert werden. „Wo ist da ein Problem? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ein Kaufvertrag für die Eiche kann unter der aufschiebenden Bedingung geschlossen werden, dass diese Änderungen durch die Stadt tatsächlich erfolgen.“

Zusätzlich behaupte Dreigrund neuerdings, „dass die Eiche für die Entwässerung der Fläche alternativlos fallen müsse“, schreibt Krämerkämper weiter. „Das ist schlichtweg Unsinn und ebenfalls kein Beitrag zu einer aufrichtigen Sachdiskussion. Die Fläche rund um die Eiche stellt keinerlei Zwangspunkt für die Entwässerung des gesamten Baugebiets dar.“

Konstruktive Diskussionen - einfache Lösungen

Denn die Bewässerung werde stattdessen genau zur gegenüberliegenden Seite der Fläche erfolgen, nämlich zur Emscher hin. „Offensichtlich bezieht sich also Dreigrund bei diesem Argument nur auf die Lage des Abwasserkanals im geplanten Bereich der Erschließungsstraße.“

Werde jedoch die Straßenführung zum Erhalt der Eiche geändert, so werde „selbstverständlich dabei auch der zur Straße gehörende Abwasserkanal verlegt. Auch dies ist sehr einfach lösbar. Dazu müsste man allerdings eine konstruktive direkte Diskussion führen und nicht Ping Pong über die Medien und die Gerichte spielen.“

Der Verein „Rettet die Alte Eiche“ stellt zum Eichen-Kaufangebot klar:

  • „In seiner Antwort auf den Brief des Investors Torsten Velhorst schreibt Bürgermeister Kravanja, es gäbe jetzt das Angebot ‚einer Gruppe‘, Zitat ‚nicht nur das unmittelbare Gelände um die Eiche zu kaufen, sondern auch den Investor für den sonstigen Aufwand zu entschädigen‘.“
  • „Verein und Aktionskreis Rettet die Alte Eiche weisen mit Nachdruck darauf hin, dass eine solche Äußerung, die wir für unbegründet, nicht bezifferbar und damit für fahrlässig halten, niemals von uns gemacht, sondern allein vom Bürgermeister ins Gespräch gebracht worden ist.“
  • „Da die Stadt Castrop-Rauxel ein Planungsamt hat, das mit Planungsänderungen doch vertraut ist, dürfte der Aufwand ja wenig über Null liegen, zumal vorbereitende Arbeiten auf dem Gelände außer der Einzäunung noch nicht stattgefunden haben.“
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