Deininghausen: Ein grüner Stadtteil mit vielen Problemen

DEININGHAUSEN Ein verschlammter Teich im Naherholungsgebiet. Mieter, die über den Tisch gezogen werden. Und ein Ortseingang, bei dessen Anblick man gleich das Lenkrad wieder herumreißen möchte. Zum Abschluss der Zukunftstouren der SPD standen die Probleme des Ortsteils Deininghausen auf der Liste.

von VonDaniel Sczekalla

, 09.03.2009, 06:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum ein anderer Stadtteil in Castrop-Rauxel hat dermaßen mit seinem Image zu kämpfen, wie Martin Oldengott vom Bereich Stadtentwicklung in seiner Präsentation im Bürgerzentrum deutlich machte. Laut einer früheren Befragung würden sich nur 30 Prozent der Familien in dem Stadtteil sicher fühlen, die Kriminalstatistik zeige jedoch ganz andere Zahlen. Ein Grund für das schlechte Image von Deininghausen mag schon der Ortseingang sein. Ratsmitglied Hans-Jürgen Noll verwies auf die dort stehenden Container, die von den Deininghausenern gar nicht genutzt würden. Bei der Stadt will man jetzt über einen Alternatv-Standort nachdenken.

Naherholung

Peter Mertens vom Verein Bürger für Deininghausen könnte sich auch ein neues Schild am Ortseingang vorstellen. Das sollte neben dem Stadtemblem auch den Hinweis "Stadtteil im Grünen" tragen. Denn trotz aller Vorurteile ist Deininghausen durch das nahe gelegene Grutholz eines der beliebtesten Erholungsziele der Castrop-Rauxeler.

Sorgen bereitet dort allerdings der Teich, der dringend entschlammt werden müsste. Die Kosten würden sich dafür jedoch auf mindestens 200 000 Euro erstrecken, prognostizierte Martin Oldengott. Eine weitaus günstigere Lösung sei es, den Teich in die Hand des Angel- und Gewässerschutzverein DoCas-Blinker zu übergeben. Dieser würde nicht nur den Fischbestand kontrollieren, sondern den Teich auch sauber halten wollen. "Der Vertragsabschluss steht kurz bevor", berichtete Martin Oldengott.

Wütende Mieter

Die Erholung scheint also weiterhin in Deininghausen gesichert, nur das Wohnen bereitet einigen Mietern derzeit erhebliche Kopfschmerzen. Falsche Nebenkostenabrechnungen und keine Erreichbarkeit der Verwalter - die Mieter in den Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft "Treureal" haben allen Grund, wütend zu sein.

Nun hat sich auch der Mieterverein Dortmund eingeschaltet: Helmut Lierhaus hat es inzwischen geschafft, Kontakt mit den Verwaltern und auch den Eigentümern in Dänemark herzustellen. "Das Problem ist, dass der Investitionsbedarf für die Wohnungen unterschätzt wurde und die Gesellschaft diese nun nicht weiterverkaufen kann", erklärte er. Die Stadt möchte sich daher ebenfalls an den Gesprächen beteiligen und mit den Eigentümern über ein tragfähiges Sanierungskonzept sprechen. Schließlich könnten dafür sogar Landesfördermittel beantragt werden.

Geht die Kirche?

Ebenfalls fraglich ist offenbar auch die Zukunft der Evangelischen Kirche in Deininghausen, für die derzeit ein Investitionsgutachten erstellt wird. "Es gibt bisher keinen Beschluss über eine Schließung, aber wir hören uns schon nach anderen Nutzungsmöglichkeiten um", erklärte Cordula Podscharly, Regionalkirchmeisterin der Evangelischen Noah Gemeinde Dortmund.  

Lesen Sie jetzt