"Der Neue" war zu Gast im Haus der Begegnung

Video-Blog

Tobias Weckenbrock ist der neue Leiter der Lokalredaktion in Castrop-Rauxel. In einem Video-Blog stellt er sich vor und lernt die Stadt und ihre Menschen kennen. Im fünften Teil der Reihe war er zu Besuch im Haus der Begegnung in Habinghorst.

HABINGHORST

, 03.12.2016, 07:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eisekalt, als ich in Castrop loslaufe und -fahre zu Teil 5 meiner Serie „Neu in CAS“. Wo ich ankomme, da ist es warm. Nicht nur wegen der Heizung in diesem ehemaligen Ladenlokal, in dem jetzt Tischgruppen und Stühle stehen. Sondern auch wegen der Herrschaften, die mich eingeladen haben. Und wegen des Namens: Welcher Begriff ist einladender als „Haus der Begegnung“ oder die Abkürzung „HadeBe“?

Sprach- und Tanzkurse, Spielenachmittage, das Generationencafé

Thomas Frauendienst und Angelika Harms öffnen die Tür für den Mann im schwarzen Mantel mit der Videokamera in der Hand – also für mich. Sie sind meinem Aufruf gefolgt und haben mich nach Habinghorst eingeladen. „Menschen brauchen einen Ort, an dem sie zusammentreffen und miteinander kommunizieren können“, sagt der Frauendienst, als wir uns an einem der Tische niedergelassen und den Videodreh begonnen haben. Sprach- und Tanzkurse, Spielenachmittage, das Generationencafé – das sind die Dinge, die hier sonst stattfinden. „Die Menschen haben das Haus jetzt angenommen“, sagt Angelika Harms. Das habe zwar gedauert, aber jetzt – wenn man es jetzt schließen müsste, wären viele Menschen sehr traurig, meint sie.

Das Zusammentreffen, das scheint mir hier besonders wichtig zu sein: Denn Habinghorst ist international und damit multikulturell. „Hier leben Menschen aus 49 verschiedenen Nationen“, sagt Thomas Frauendienst. Wer „Wikipedia“ fragt, erhält die Antwort, dass es 193 oder 206 Länder (je nach Definition) auf der Erde gibt. Das sind also wirklich viele.

"Habinghorst, ganz nah am Herzen"

Kann das denn klappen, dieses Zusammenleben von Türken und Griechen, Ararbern und Kurden oder Menschen anderer Herkunft? „Es fallen sich nicht immer alle in die Arme, da bin ich ehrlich“, sagt Frauendienst, „aber es ist auch nicht so, dass man sich die Köpfe einhaut. Es geht.“ Man helfe sich, man unterstütze sich. „Dieser Ort Habinghorst, der ist mir ganz nah am Herzen“, meint er, der in Witten geboren wurde und in Solingen aufwuchs. Und Angelika Harms pflichtet bei: „Ich bin gebürtige Ickernerin, da sind meine Wurzeln. Aber mein Herz“, sagt sie, „das gehört Habinghorst“. Dabei seien die Unterschiede zwischen den „Nachbarörtchen“ (Frauendienst) gering. „Unser Ziel aber wäre, mehr gemeinsam mit Ickern zu machen.“

Stadtteil erst durch Strukturfördermaßnahme wieder lebendig

Der Stadtteil, meint Thomas Frauendienst, lag am Boden. Er habe durch die Strukturfördermaßnahme „Soziale Stadt“ begonnen, aufzustehen. „Jetzt lernt er zu laufen. Und wir merken: Habinghorst lebt.“

Wenn man mich nach diesem Termin fragt, woran man das merkt, dann sage ich: Unter anderem daran, dass es das Haus der Begegnung gibt.

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