Die Artenvielfalt im Castrop-Rauxeler Emscher-System steigt weiter an

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Die „Emscher-Groppe“ ist im Deininghauser Bach und im Landwehrbach längst zu Hause. Bald vielleicht auch der „Neunstachlige Stichling“. Die Artenvielfalt in den Emscher-Bächen steigt weiter.

Castrop-Rauxel

, 27.08.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vergangenen Jahr sorgte der „Dreistachlige Stichling“ als Fisch des Jahres 2018 für Furore – in diesem Jahr setzt die Emschergenossenschaft noch einen drauf und stellt zum offiziellen „Tag des Fisches“ am 22. August den „Neunstachligen Stichling“ vor.

Der Fisch lebt bevorzugt in an Wasserpflanzen reichen Flüssen und Bächen mit niedrigem Wasserstand und langsamer Fließgeschwindigkeit. Dieser Umstand rettet ihn gerade in heißen Trockenperioden, in denen neuerdings immer mehr Gewässer eine geringe Wasserführung aufweisen oder sogar trockenfallen. Diese Entwicklung beobachtet die Emschergenossenschaft vor dem Hintergrund des bereits eintretenden Klimawandels mit Sorge.

Ein Überlebenskünstler unter den Fischen

Der Neunstachlige Stichling, der aufgrund einer Maximallänge von fünf bis sieben Zentimetern auch Zwergstichling genannt wird, ist zwar eher ein Neunstachliger Winzling, gilt aber aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit als wahrer Überlebenskünstler – denn er kommt in Gewässerabschnitten vor, wo vielen Fischarten ein Überleben kaum mehr möglich ist. So zählen sogar sumpfige Quell- bzw. Auenbereiche oder kleine krautreiche Gräben zum Lebensraum dieser Kleinfischart.

Hier überdauerte der Neunstachlige Stichling auch das schmutzige Kapitel im Emscher-Gebiet, in dem zahlreiche Gewässerabschnitte im Zuge der Industrialisierung als offene Schmutzwasserableiter genutzt wurden.

Das hat neben seinem dreistachligen Verwandten nur noch die Emscher-Groppe geschafft, die auch in Castrop-Rauxel im Emschersystem lebt. Unter anderem im Deininghauser Bach und im Landwehrbach. Denkbar ist daher, dass auch der Neunstachlige Stichling eines Tages im Deininghauser Bach in Castrop-Rauxel schwimmt.

Trockenperioden und Heißzeiten gefährden die Fische

Die ökologischen Erfolge des Emscher-Umbaus können jedoch auch schnell wieder in Gefahr geraten. Seit 2018 beobachtet die Emschergenossenschaft intensive Trockenperioden und Heißzeiten, die den Gewässern zu schaffen machen. Bachläufe drohen trockenzufallen, für die gerade erst zurückgekehrte Fluss-Fauna ist dies lebensbedrohlich.

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Erschwerend hinzu kommt, dass sich die Grundwasserstände noch nicht von dem vorherigen Jahrhundert-Sommer 2018 erholt haben. Inzwischen wird deutlich, dass bereits weitaus kürzere Trockenperioden ausreichen, um bedrohliche Wasserstandsabsenkungen in den Gewässern zu verursachen. In der Folge ist damit die gesamte Gewässerlebewelt ernsthaft bedroht.

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