Ein Sinnbild für die Corona-Pandemie: Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja bindet sich auf einem der Hügel des Erin-Parks einen Mund-Nasen-Schutz um. Die Roten Masken sind zu einer Art Symbol für die Europastadt geworden. © Marian von Hatzfeld
Coronavirus

Die Corona-Chronologie: So verlief die Pandemie in Castrop-Rauxel

Seit knapp elf Monaten leben wir mit der Corona-Pandemie. Sie bestimmt dauerhaft das Leben aller Castrop-Rauxeler wie wohl nichts zuvor in der Geschichte der Stadt. Wir blicken zurück.

Erinnern Sie sich noch, wann Sie das erste Mal von diesem Corona-Virus in China gelesen haben? Und wann Sie es dann als akute Bedrohung auch für Ihr Leben wahrgenommen haben? Jeder wird da sicher einen anderen Zeitpunkt nennen. Einen ganz persönlichen.

Doch wie hat die Pandemie in den vergangenen Monaten das Leben in Castrop-Rauxel geprägt, verändert und auf den Kopf gestellt? Folgen Sie uns auf eine kleine Zeitreise. Sie beginnt am:

8. Februar: Mangelware Masken

In Deutschland gibt es bisher erst wenige Corona-Infizierte, aber die Bevölkerung ist besorgt: Masken werden zur Mangelware. Sie seien „derzeit stark gefragt und oftmals nicht mehr über den Großhandel erhältlich“, sagt Apothekensprecher Claus Ehrensberger.

28. Februar: Erste Veranstaltung abgesagt

Eigentlich möchte die CDU Castrop-Rauxel am 29. Februar im Golfclub Frohlinde die Sportler des Jahres küren. Doch einen Tag vor der Veranstaltung wird diese abgesagt . Es ist die erste Veranstaltung in Castrop-Rauxel, die wegen Corona ausfällt. Noch ahnt keiner, auf wie viele geliebte Feste in diesem Jahr noch verzichtet werden muss.

5. März: Corona-Gipfel der Castrop-Rauxeler Ärzte

Castrop-Rauxeler Ärzte treffen sich, um einen Schlachtplan zu entwickeln, was zu tun ist, wenn das Virus die Europastadt erreicht. Ein weiterer wichtiger Punkt beim Gipfel: fehlende Schutzkleidung. Auch andere Güter werden knapp: Desinfektionsmittel, Konserven, Dosen und Klopapier sind in Supermärkten oder Drogerien ausverkauft. Die Bürger gehen auf Hamsterkauf.

10. März: Frühlingsmarkt abgesagt

Casconcept sagt seinen Frühlingsmarkt in der Castroper Altstadt ab. Es ist die erste Großveranstaltung, die der Pandemie zum Opfer fällt.

12. März: Erster Castrop-Rauxeler infiziert

Corona hat Castrop-Rauxel erreicht: Es gibt den ersten positiv Getesteten in der Europastadt. Am Nachmittag des 12. März wird sogar noch ein zweiter Fall gemeldet. Und: Das Coronavirus ist im Sport angekommen. Die Handballer lassen ab sofort den Spielbetrieb ruhen, ebenso die Korfballer und die Basketballer.

13. März: Schulen und Kitas sind zu

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Bürgermeister Rajko Kravanja (SPD) informiert über drastische, so noch nie dagewesene Maßnahmen: Alle Schulen müssen schließen, die Kitas auch. Es gibt nur noch eine Notbetreuung. Auch dicht sind Hallenbad, Bibliothek, VHS und WLT, das Rathaus öffnet nur noch eingeschränkt.

22. März: Das Kontaktverbot ist da, Restaurants müssen schließen

Die Corona-Maßnahmen werden noch mal verschärft – von heute an gilt ein Kontaktverbot. Nicht mehr als zwei Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten dürfen zusammen sein – außer im ÖPNV und im Job. Restaurants und Dienstleister, wie Friseure, müssen schließen. Bürgermeister Rajko Kravanja dazu: „Es war genau richtig, das zu tun.“


27. März: Großer Erfolg für „Wir ist das neue Ich“

Castrop-Rauxel steht zusammen und ruft eine Video-Kampagne ins Leben. „Wir ist das neue Ich“ wird ein Erfolg, das Video wird Dutzende Male in den sozialen Netzwerken geteilt. Viele Castrop-Rauxeler kaufen eine der roten Kampagnen-Masken.

Dr. Christian Kühne konnte auch Bürgermeister Rajko Kravanja für seine Kampagne gewinnen. Beide halten das Symbol der Kampagne, die rote Maske hoch.
Dr. Christian Kühne konnte auch Bürgermeister Rajko Kravanja für seine Kampagne gewinnen. Beide halten das Symbol der Kampagne, die rote Maske hoch. © Marian von Hatzfeld © Marian von Hatzfeld

30. März: Testzentrum am Berufskolleg

Am Berufskolleg gibt es jetzt ein Corona-Testzentrum. Es ist eines von fünf Durchfahrtszentren im Kreis Recklinghausen. Täglich werden am Corona-Test-Zentrum 35 bis 40 Tests durchgeführt.

6. April: Der Tagesrhythmus der Castrop-Rauxeler verschiebt sich

Die Schulen sind geschlossen, die Läden weitgehend zu. Gearbeitet wird zumeist im Homeoffice. Die Corona-Krise ändert den Tagesrhythmus. Das zeigt sich auch in den Zahlen, die Gelsenwasser vorlegt: Der morgendliche Höhepunkt des Wasserverbrauchs verschiebt sich in Richtung Mittagszeit.

20. April: Das Europafest wird abgesagt

Die Stadt sagt das für Juni geplante Europafest ab. 70 Jahren zuvor ebnete Castrop-Rauxel mit einer Abstimmung für ein großes Europa den Weg zum Titel „Europastadt“. Nun wird es nur einen kleine Festakt geben.

23. April: Riesige Trauerfeier und der erste Schultag

Auf dem Friedhof in Merklinde gab es eine Trauerfeier, zu der fast 500 Menschen kamen, begleitet von Polizei und Ordnungsamt. Das sorgt für große Diskussionen in der Politik und unter den Bürgern.

Für manche Schüler ist dieser Tag ein besonderer: Sie dürfen nach sechs Wochen Pause wieder in die Schule gehen. Doch die Freude darüber hielt sich bei den Schülern in Grenzen.

Die jüngeren Schüler, wie hier in der Marktschule Ickern, gehen auch wieder zum Unterricht. Dabei halten sie sich an den Abstand zueinander.
Die jüngeren Schüler, wie hier in der Marktschule Ickern, gehen auch wieder zum Unterricht. Dabei halten sie sich an den Abstand zueinander. © Schlehenkamp © Schlehenkamp

27. April: Die Maske gehört ab sofort zum Leben dazu

Seit dem 27. April gilt die Maskenpflicht in Geschäften, in Bus und Bahn, beim Arzt und in öffentlichen Einrichtungen. Seit Beginn der Pandemie haben sich 86 Castrop-Rauxeler mit Corona infiziert, 67 davon gelten bereits als genesen.

3. Mai: Corona-Tests in zwei Wohnkomplexen

Am 30. April werden 200 Castrop-Rauxeler in zwei Wohnkomplexen in Habinghorst und in Merklinde auf das Coronavirus getestet. Zuvor wurden mehrere Bewohner des Merklinder Hauskomplexes positiv getestet. Eine Familie zog aus dem Haus nach Habinghorst und hätte somit das Virus verschleppen können. Drei Tage nach den Tests gibt es die Ergebnisse: Während es in Habinghorst nur einen Infizierten gibt, sind es in Merklinde insgesamt 27. Der Komplex in Merklinde wird unter Quarantäne gestellt.

5. Mai: Der erste Corona-Tote in Castrop-Rauxel

Der Kreis Recklinghausen meldet fast zwei Monate nach der ersten Infektion den ersten Corona-Toten in Castrop-Rauxel. Es handelt sich um einen 51-jährigen Mann mit Vorerkrankungen.

11. Mai: Gastronomien und Kneipen dürfen wieder öffnen

Großes Aufatmen bei den Castrop-Rauxeler Gastronomen und Kneipiers. Sie dürfen wieder öffnen. Allerdings herrschen in den Lokalen strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt unterdessen, die Zeichen stehen auf weitere Lockerungen.

30. Mai: Das Parkbad Nord ist wieder geöffnet
Endlich wieder Schwimmen: Das Parkbad Nord in Ickern hat wieder geöffnet – unter speziellen Hygienevorkehrungen.

4. Juni: Castrop-Rauxel zum ersten Mal corona-frei

Corona-frei, wenn auch nur ganz kurz: Zum ersten Mal seit Beginn des Corona-Ausbruchs gibt es in der Stadt keine aktuell Infizierten. Der Zustand hält allerdings nicht lange: Am 5. Juni wird die nächste Neuinfektion gemeldet.

8. Juni: Kitas in Castrop-Rauxel öffnen wieder

Nach fast drei Monaten sind die Kindertagesstätten wieder geöffnet – allerdings nur im sogenannten „eingeschränkten Regelbetrieb“, das heißt vor allem mit weniger Betreuungsstunden.

15. Juni: Weitere Lockerungen und Grundschul-Öffnungen

Auch für die Grundschüler kehrt mehr Normalität zurück: Alle Kinder gehen wieder jeden Tag zur Schule. Genauso wie zu Vor-Corona-Zeiten läuft der Unterricht aber nicht. Die Stundenpläne werden angepasst.

17. Juni: Rütgers schickt 400 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Das Chemie-Unternehmen Rütgers Germany gibt bekannt, dass es wegen Corona 400 seiner 650 Mitarbeiter in den Werken Castrop-Rauxel und Duisburg in Kurzarbeit schickt.

22. Juni: Erster Corona-Fall an einer Schule

Castrop-Rauxel hat seinen ersten Corona-Fall an einer Schule: Ein Schulkind der Grundschule Am Hügel hat sich mit Corona infiziert. Die Stadt schließt die Schule bis auf weiteres. Mehr als 100 Schüler und Lehrer werden in den Folgetagen getestet, bis die Ergebnisse vorliegen, müssen alle in Quarantäne. In den folgenden Monaten wird es immer wieder zu Fällen an Schulen und Kitas kommen. Wer getestet wird und wer in Quarantäne muss, entscheidet das Gesundheitsamt von Fall zu Fall.

1. Juli: Corona-Krise kostet dem Stadtsäckel viel Geld

Die Kosten der Corona-Krise im Jahr 2020 bemisst die Stadt Castrop-Rauxel auf 9,3 Millionen Euro. Mit 600.000 Euro schlugen die den Eltern erlassenen OGS- und Kita-Beiträge zu Buche. Ausfälle bei Stadt- und Europahalle brachten 500.000 Euro Minder-Ertrag. 230.000 Euro gab man aus, um Verbrauchsmaterial für die Corona-Pandemie anzuschaffen.

5. Juli: Es wird wieder Fußball gespielt

Seit dem 8. März hat es wegen der Corona-Krise keine offiziellen Fußball-Spiele mehr in der Castrop-Rauxel gegeben. Nun ist wenigstens ein Testspiel wieder möglich: Bezirksligist Spvg Schwerin und der VfB Börnig (Kreisliga A) dürfen erstmals unter Corona-Schutzbestimmungen wieder kicken.

20. Juli: Zweiter Todesfall in Castrop-Rauxel

Das Kreisgesundheitsamt meldet, dass ein 49-Jähriger infolge des Corona-Virus gestorben ist.

29. Juli: Dritter Todesfall wird gemeldet

In Castrop-Rauxel gibt es einen dritten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Eine 80-jährige Frau, die mit dem Coronavirus infiziert war, ist gestorben. 68 Menschen (Stand 29. Juli) im Kreis Recklinghausen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Fast jeder Vierte war vorher im Urlaub – bevorzugt in der Türkei oder den Balkanstaaten.

31. Juli: Bewohner von St. Lambertus müssen in Quarantäne

Das Kreisgesundheitsamt hat für 31 Bewohner des Altenheims Sankt Lambertus in Castrop-Rauxel die Quarantäne angeordnet. Ein Mitarbeiter war positiv getestet worden.

20. August: CCCS sagt alle Karnevalsveranstaltungen ab

Noch 83 Tage bis zum Start der Session, so verspricht es die Homepage des CCCS Rot-Weiß. Doch der 11.11. wird in diesem Jahr kein Grund zum Frohsinn sein. Der Karnevalsclub hat seine Karnevalsveranstaltungen abgesagt.

26. August: Vierter Corona-Toter in Castrop-Rauxel

Wie das Kreisgesundheitsamt mitteilt, ist ein 61-jähriger Mann aus Castrop-Rauxel im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben. Er ist das vierte Todesopfer in der Europastadt. Kreisweit sind mittlerweile 43 Tote zu beklagen.

1. September: Fünfter Todesfall

Eine 87-jährige Frau ist gestorben, die zuvor positiv auf Covid19 getestet worden war.

7. September: Weihnachtsmarkt der JVA abgesagt

Der Weihnachtsmarkt in der JVA Meisenhof zieht jedes Jahr Tausende Menschen an. Aufgrund des Pandemie-Geschehens wird der beliebte Markt nun abgesagt.

10. Oktober: Kreis überschreitet Warnstufe Rot
Die Infektionszahlen sind zuletzt wieder deutlich gestiegen. Mittlerweile orientieren sich die Behörden an der sogenannten Wochen-Inzidenz. Diese entspricht der Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen, hochegerechnet auf 100.000 Einwohner. Überschreitet diese Wochen-Inzidenz den Wert von 35 gilt die Warnstufe Gelb. Bei einer Wocheninzidenz von mehr als 50 gilt die Warnstufe Rot. Der Kreis überschreitet diese Warnstufe am 10. Oktober.

Daraufhin werden wieder einschneidende Maßnahmen ergriffen. Zum Beispiel ruht der Ball in den Sportligen wieder, und in Fußgängerzonen gilt ab sofort MAskenpflicht.

23. Oktober: Sechster Corona-Todesfall

Ein weiterer Mensch stirbt in Castrop-Rauxel an den Folgen einer Corona-Infektion. Im Kreis Recklinghausen sind nun 52 Tote insgesamt bekannt.

2. November: Härtere Beschränkungen des öffentlichen Lebens

Mit dem heutigen Tag wird das öffentliche Leben landesweit wieder deutlich stärker eingeschränkt: Kneipen, Restaurants, Bars und Fitnessstudios werden geschlossen, auch Theateraufführungen oder Konzerte mit Publikum sind verboten. Restaurants dürfen allerdings weiterhin Essen liefern oder abholen lassen.

3. November: Kreis meldet weiteren Toten

In Castrop-Rauxel ist eine weitere Person im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Das hat der Kreis Recklinghausen bekanntgegeben. Zudem steigt die Zahl der aktuell Infizierten weiter an.

4. November: Achter Todesfall in Castrop-Rauxel

Der Mittwochmorgen beginnt mit bedrückenden Nachrichten: Ein Mann aus Castrop-Rauxel, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist verstorben. Es ist der achte Corona-Todesfall in der Europastadt.

12. November: “Ab ins Zelt” ist abgesagt worden

Jetzt steht fest, was seit Wochen zu erwarten war: Die Veranstaltergemeinschaft des Castroper Adventszelts hat „Ab ins Zelt“ im Coronajahr abgesagt. Auch ein Schicksalsschlag spielt eine Rolle.


13.November: Schüler an Fridtjof-Nansen-Realschule müssen in Quarantäne

Weitere Schüler der Fridtjof-Nansen-Realschule müssen in Quarantäne. Der Grund: Am Freitag wurde ein Schüler nach Hause geschickt, bei dem ein Angehöriger mit dem Coronavirus infiziert ist.

17.November: Neunter Corona-Toter

Fünf weitere Menschen, die positiv auf Corona getestet worden waren, sind in dieser Woche im Kreis gestorben. Darunter auch ein 67-Jähriger aus Castrop-

Rauxel.

4. Dezember: Ganze Klasse in Quarantäne

Die Stadt Castrop-Rauxel hat einen neuen Corona-Fall an einer Schule gemeldet – mit weitreichenden Konsequenzen. Alle Schüler der betroffenen Klasse müssen in Quarantäne.

11. Dezember: Corona-Zahlen steigen wieder

Die Lage ändert sich schnell: Castrop-Rauxel hat nicht mehr die besten Inzidenz-Werte im Kreis. Sie sind an einem Tag um 42,3 gestiegen. Am Freitagmorgen werden 43 neue Fälle gemeldet.

Inzwischen war fast jede Schule in Castrop-Rauxel direkt vom Coronavirus betroffen. Am Freitag wurde ein weiterer Fall in einer 9. Jahrgangsstufe bekannt.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spricht jetzt vom erneuten Lockdown, der ab 16. Dezember gelten soll. Castrop-Rauxels Bürgermeister Kravanja zum Corona-Lockdown: „Jetzt haben wir den Salat!“

12. Dezember: 27 Neuerkrankte in 24 Stunden

Nachdem am Freitagmorgen 43 neue Corona-Fälle gemeldet wurden, sind es am Samstag 27 neue Infektionen. Kein neues Rekord-Niveau, dennoch sind die Zahlen beunruhigend.

14.Dezember: Weitere Todesfälle und neuer Lockdown

Der Kreis Recklinghausen vermeldet kreisweit elf weitere Todesfälle. In Castrop-Rauxel bleibt es bei zehn Todesfällen. In Datteln sind drei Frauen im Alter von 81, 89 und 100 Jahren sowie drei Männer im Alter von 70, 88 und 95 Jahren, in Herten ein 88-jähriger Mann, in Marl eine 79 Jahre alte Frau, in Recklinghausen ein 94 Jahre alter Mann sowie eine 98 Jahre alte Frau und in Waltrop eine 88 Jahre alte Frau gestorben. Alle wurden zuvor positiv auf das Corona-Virus getestet.

In Castrop-Rauxel haben sich 14 Menschen neu infiziert. Genauso viel Menschen werden an einem Tag wieder als gesund registriert. Damit bleibt es bei 162 Menschen, die aktuell infiziert sind. Insgesamt sind es jetzt 1220 Corona-Infizierte, von denen 1048 wieder gesund sind.

Und schon wieder hat es in Sachen Corona die Wilhelmschule in Dorf Rauxel getroffen. Schon Anfang Dezember war zunächst ein Erstklässler der Wilhelmschule positiv auf das Coronavirus getestet worden. Anschließend wurde die gesamte Klasse für einen Tag von der Schule beurlaubt. Für sechs weitere Kinder, die zu den unmittelbaren Kontaktpersonen zählten, wurde Quarantäne angeordnet. Die übrigen Schüler sollten nach einem Wochenende wieder in die Schule zurückkehren.

Der Lockdown für den 16.12. ist beschlossen: Statt zehn Tagen

Weihnachtsgeschäft bleiben Einzelhändlern in Castrop-Rauxel nur noch zwei Verkaufstage. Manche sind gut aufgestellt, andere wird es hart treffen.

16. Dezember: Neuer Lockdown zwingt den Handel zum Handeln

Der erneute Lockdown in diesem Jahr ist Realität geworden: Damit die noch fehlenden Weihnachtsgeschenke trotz des Lockdowns unter dem Tannenbaum landen können, damit die Menschen auch weiter Dinge bekommen, die sie trotz des Lockdowns benötigen, verstärken Händler und Dienstleister in Castrop-Rauxel ihren Service. Viele bieten jetzt Liefer- oder Abholservice ganz neu an.

Weiterführende Schulen sind derzeit größtenteils verwaist. Für alle ab Jahrgangsstufe 8 gilt in dieser Woche Distanzunterricht. Doch es gibt Ausnahmen. Klassenarbeiten dürfen nicht geschwänzt werden.

17. Dezember: Zwei weitere Todesfälle

Wie der Kreis Recklinghausen am Donnerstag mitgeteilt hat, sind in Castrop-Rauxel eine 61 Jahre alte Frau sowie ein 72 Jahre alter Mann am Coronavirus gestorben. Damit steigt der Zahl der Menschen, die in Castrop-Rauxel seit Beginn der Corona-Pandemie an dem Virus gestorben sind, auf zwölf. Gestiegen ist von Mittwoch auf Donnerstag auch die Zahl der akut mit dem Virus Infizierten: von 162 auf 171. Die Inzidenz ist den Kreis-Zahlen zufolge weiter geklettert: Nachdem sie am Mittwoch bei 189,5 Neuinfektionen pro 100.000 in den vergangenen sieben Tagen gelegen hat, hat sie nun die 200er-Marke überschritten. Exakt liegt sie bei 201,8.

Einen Tag Zeit zum Beraten brauchten die drei evangelischen Kirchengemeinden in Castrop-Rauxel, dann stand fest: Die evangelische Paulusgemeinde, die evangelische Kirchengemeinde Castrop-Rauxel Nord und die evangelische Kirchengemeinde Schwerin-Frohlinde stellen bis zum 10. Januar alle Präsenzgottesdienste ein. Das teilten sie am Donnerstag mit.

Die drei Gemeinden folgen damit der Aufforderung der Evangelischen Landeskirche von Westfalen, wegen der Corona-Pandemie auf Gottesdienste mit Besuchern zu verzichten. Das bedeutet: Auch die beliebten Gottesdienste an Heiligabend fallen aus.

18.Dezember: 13. Corona-Toter in der Europastadt

Mit einem weiteren Menschen, der an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben ist, steigt die Zahl der Todesopfer in Castrop-Rauxel auf 13. Dabei handelt es sich um einen 69 Jahre alten Mann.

Erst am Donnerstag hatte der Kreis Recklinghausen zwei Todesfälle für die Europastadt gemeldet. Da waren eine 61 Jahre alte Frau sowie ein 72 Jahre alter Mann gestorben.

Die Zahlen steigen, wie es der bundesweite Trend auch zeigt, weiter. In Castrop-Rauxel sind bis Freitag 1272 Fälle gemeldet, 30 mehr als am Vortag. Von ihnen gelten 1075 wieder als gesundet, 16 mehr als am Donnerstag. Damit sind aktuell 184 Menschen infiziert, ein Plus von 10. Die Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in den vergangenen sieben Tagen allerdings auf 184,1 (201,8) gesunken.

Der Kreis Recklinghausen muss reagieren, wenn der Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird. Am Montag meldet das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) einen Wert von 249,1. Am Samstag wurde diese Grenze erstmals überschritten. Deshalb wird der Kreis mit dem Land weitere Maßnahmen absprechen. Ausgangsbeschränkungen könnten dazu gehören.

Auch am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien ist die Schullandschaft in Castrop-Rauxel nicht von einem weiteren Corona-Fall verschont geblieben.

Wie Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi bekanntgibt, hat die Marktschule in Ickern einen positiven Fall in einer vierten Klasse gemeldet. Insgesamt 17 Kinder der betroffenen Klasse, die am Montag noch den Präsenzunterricht besucht haben, können sich laut Fulgenzi in den nächsten Tagen zur Sicherheit auf das Coronavirus testen lassen.

Die Sternsinger-Aktionen der Gemeinden des Erzbistums Paderborn sind für 2021 abgesagt: Lange wurde überlegt und darüber diskutiert, wie die Sternsinger-Aktionen im kommenden Januar trotz der anhaltenden Corona-Pandemie vonstatten gehen könnten. Jetzt gibt es zumindest in einem Punkt Gewissheit: einen Besuch der Sternsinger an den einzelnen Haustüren wird es in den Castrop-Rauxeler Gemeinden des Erzbistums Paderborn nicht geben.

20. Dezember: Stadtrat beschließt Hilfen für heimische Unternehmen

Die Stadt Castrop-Rauxel will weiter den örtlichen Betrieben helfen, die von Corona-Beschränkungen betroffen sind. Konkret bedeutet das eine weitere Stundung von Steuerzahlungen.

Die Corona-Zahlen sinken nicht. Eine Studie empfiehlt dringend regionale Einschränkungen. In anderen Gebieten mit Inzidenzen wie im Kreis Recklinghausen wurden bereits Ausgangssperren verhängt.

14.328 bestätigte Corona-Fälle im Kreis Recklinghausen meldet die Kreisverwaltung am Sonntagmorgen mit Stand 6 Uhr. 11.887 der Menschen, die mit dem Virus infiziert wurden, sind wieder genesen, es bleibt bei 200 Todesfällen. Diese Zahl hat sich zu Samstag nicht verändert.

21. Dezember: Ende des Jahres im Schatten von Corona

Die Weihnachtsfeiertage und Silvester stehen an. Es herrscht mittlerweile Verunsicherung darüber, was eigentlich gerade erlaubt ist und was nicht. Trotzdem gilt: Feuerwerk soll man zu Silvester zünden dürfen. Große Silvester-Partys hingegen soll es nicht geben.

22. Dezember: Es steht fest, wann geimpft werden wird

Im Kreis Recklinghausen sollen am 27. Dezember die ersten Corona-Schutzimpfungen in einem Alten- und Pflegeheim vorgenommen werden. Auch die Anzahl der vorhandenen Impfdosen steht schon fest.

Trotz der strikten Maßnahmen ist bislang kein spürbarer Rückgang der Corona-Infektionszahlen zu verzeichnen.

23. Dezember: Kreisweit 23 neue Todesfälle

Der Kreis Recklinghausen hat 23 weitere Todesfälle im Kreis gemeldet.

25. Dezember: Keine neuen Todesfälle, aber weiter steigende Zahlen
Die Zahl der Todesfälle hat sich in den vergangenen beiden Tagen nicht weiter erhöht. Aber die Zahl der Corona-Kranken steigt weiter. In Castrop-Rauxel gelten am 1. Weihnachtstag mehr als 200 Menschen als Corona-infiziert. Die Inzidenz liegt über 200 – meilenweit von der Zielmarke entfernt, wenigstens wieder unter die Warnstufe Rot zu kommen.

27. Dezember: Erste Impfungen im Kreis Recklinghausen

Am Tag nach Weihnachten ist es soweit: Fast überall in Deutschland starten die Impfungen. Jede Stadt und jeder Kreis in NRW hat 180 Impfdosen für den heutigen Tag bekommen. Im Kreis Recklinghausen geht es im Julie-Kolb-Seniorenzentrum in Marl los. Der 62-jährige Jürgen Popp erhält den allerersten Piks. Ein Piks, auf dem so viel Hoffnung für das kommende Jahr ruht.

Ihre Autoren
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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