Die griechische Geschichte beginnt in Castrop-Rauxel mit Gastarbeitern

Buchpräsentation

Spiridon Papaioannou hat mit der Griechischen Gemeinde ein Buch über die Geschichte der Griechen in Castrop-Rauxel geschrieben. Darin hat ein deutscher Schlager eine besondere Bedeutung.

Ickern

, 05.02.2019, 07:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die griechische Geschichte beginnt in Castrop-Rauxel mit Gastarbeitern

Spiridon Papaioannou hat das Buch „Der fremde Marktplatz – die Geschichte der Griechinnen und Griechen von Castrop-Rauxel“ geschrieben. © Ann-Kathrin Gumpert

Spiridon Papaioannou sagt von sich selbst: „Ich erfülle alle Klischees.“ Sein Großvater kam aus Griechenland als Gastarbeiter nach Lemgo in Ostwestfalen. Beim Familiennachzug holte er Spiridons Vater in den 70er-Jahren nach Deutschland. Der lernte dann eine Frau in Griechenland kennen, heiratete sie und brachte sie mit nach Deutschland. Irgendwann zog es die Familie ins Ruhrgebiet. Heute betreiben die Eltern ein griechisches Restaurant in Essen und Spiridon Papaioannou lebt in Bochum. „Ich gehöre zur ersten Generation von Griechen, die hier geboren ist.“

Über solch ähnliche griechische Familiengeschichten hat der 31-Jährige ein Buch geschrieben. „Der fremde Marktplatz – die Geschichte der Griechinnen und Griechen von Castrop-Rauxel“ enthält viele historische Zahlen und Fakten zur Community und 20 zum Teil sehr persönliche Interviews mit griechischen Migranten der ersten und zweiten Generation. Es ist in einer Auflage von 100 Exemplaren erschienen.

Buchpräsentation

Als die Griechen nach Castrop-Rauxel kamen

  • Das Buch „Der fremde Marktplatz – die Geschichte der Griechinnen und Griechen von Castrop-Rauxel“ wird am Dienstag, 18.30 Uhr, im Agora-Kulturzentrum, Zechenstraße 2a, präsentiert.
  • Die Premiere ist zweisprachig – es wird griechisch und deutsch gelesen.
  • Dazu gibt es Livemusik.

2014 hat die Agora im Mehrgenerationenhaus-Projekt Fördermittel für das Historik-Projekt bekommen und Spiridon Papaioannou gefragt, ob er es umsetzen möchte. „Eigentlich sollte daraus ein Heft entstehen, aber jetzt ist es ein Buch mit 200 Seiten“, sagt er. Vier Jahre hat der Historiker daran gearbeitet.

Das Buch arbeitet die Geschichte chronologisch ab – von den ersten Gastarbeitern in den 60er-Jahren bis zur Euro-Krise 2017. Im Buch wird es auch musikalisch. Zu jedem Kapitel gibt es den Text eines griechischen Liedes mit deutscher Übersetzung. Viele griechische Lieder handeln von Gastarbeitern. „Griechischer Wein“, den Udo Jürgens komponierte und sang, darf da nicht fehlen. „Ich habe das Lied früher immer belächelt, aber es ist 1974 erschienen“, sagt Spiridon Papaioannou. „Zu einer Zeit, als in Deutschland die ersten griechischen Restaurants eröffneten.“

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