Mit dem Zustand der Spielplätze wollen sich Verwaltung und Politik im kommenden Jahr auseinandersetzen. Es gibt gute und miese Beispiele – und eine Richtungsentscheidung, die zu treffen ist.

Castrop-Rauxel

, 27.12.2018, 04:50 Uhr / Lesedauer: 5 min

Die Richtungsentscheidung, vielleicht die übergeordnete Spielplatz-Frage der Stadt, lautet: Wollen wir in Castrop-Rauxel all unsere Spielplätze in einem guten Zustand haben und eher kleine und unspektakuläre, aber dafür funktionale und in der Fläche fußläufig zu erreichende Spielplätze? Oder wollen wir die allgemeine Qualität und Quantität auf Kosten eines besonderen Abenteuerspielplatzes mit Strahlkraft herunterfahren – also uns eher auf einen besonderen Spielplatz fokussieren, zu dem Familien aus ganz Castrop-Rauxel fahren würden?

Diese Frage steht auch hinter der Idee, einen neuen Spielplatz am Wasserkreuz der Emscher mit dem Rhein-Herne-Kanal zu errichten. Dort will die Verwaltung im Zuge des Emscherumbaus und des Projektes Emscherland 2020 initiativ werden, um mit der genossenschaftlichen Beteiligung und Fördergeldern einen besonderen Wasserspielplatz zu schaffen.

Es gibt 37 Spielplätze in Castrop-Rauxel, 9 Bolzplätze und 22 sogenannte Spielflächen, also Freiflächen ohne Geräte. Dazu kommt eine große Skate-Anlage an der Wartburgstraße, zwei weitere kleine an der Willy-Brandt-Gesamtschule und am Jugendzentrum Trafo. Wenn man eine Berechnung aufmacht, die die Größe der Spielflächen mit der Einwohnerzahl verknüpft, dann kann eine Stadtverwaltung auch 19 Schulhöfe in diese Ziffer einfließen lassen. „Das treibt die Zahl in die Höhe“, sagte Carolin Lork Anfang November im Jugendhilfeausschuss, sei aber „auch okay, sofern sie offen und einigermaßen annehmbar gestaltet sind“.

Diese Rutsche im Spielplatz im Volkspark Ickern soll auch schon mal zum Herunterpinkeln genutzt werden, sagen Zeugen. Eigentlich hat der Spielplatz im Wald viel Potenzial.

Diese Rutsche im Spielplatz im Volkspark Ickern soll auch schon mal zum Herunterpinkeln genutzt werden, sagen Zeugen. Eigentlich hat der Spielplatz im Wald viel Potenzial. © Tobias Weckenbrock

Carolin Lork arbeitet im Rathaus und ist seit 2006 zuständig für das Thema Spielplätze. Seit 2015, sagte sie vor der Politik, habe man nur Spielplätze geschlossen, wenn es um Bewegung in dieser Sache gehe. Die Spielflächen-Leitplanung der Stadt sei 2015 ausgelaufen. „Die Dinge, die darin stehen, sind aber nicht veraltet. Nur an der Umsetzung hapert es noch. Denn es steht sehr wenig Geld dafür bereit.“ Vier Spielplätze und die Skateranlage kamen seit 2009 neu dazu, acht allerdings wurden allein seit 2015 aufgegeben. Und drei Schulhöfe fielen weg. So kommt es im Saldo zu einem Minus.

Geht es nur um Zahlen? Vordergründig erst einmal schon: Auch bei der Frage nach der Spielfläche pro Kopf, die man kommunal erhebt, um einen Vergleich herstellen zu können. 2,5 Quadratmeter Spielfläche pro Einwohner hatte Castrop-Rauxel Ende 2017. Deininghausen kam dabei mit 11,4 qm und Pöppinghausen mit 7,8 qm auf deutlich mehr als Dingen mit 0,6 qm. Ob das viel oder wenig ist, darüber kann man diskutieren, aber entscheidender ist für viele Nutzer die Qualität: Wie viel Spaß macht es Kindern? Wie nett ist es für Eltern, dort die Zeit mit der Familie zu verbringen?

Der Spielplatz an der Waldenburger Straße in den Ickerner Aapwiesen: Vater Michael Wöhrmann mit Ben-Luca (3) und Mika Maxim (1) gefällt es hier gut.

Der Spielplatz an der Waldenburger Straße in den Ickerner Aapwiesen: Vater Michael Wöhrmann mit Ben-Luca (3) und Mika Maxim (1) gefällt es hier gut. © Tobias Weckenbrock

Familie Wöhrmann ist so eine Familie, die Kinder im Spielplatzalter hat: Mika Maxim mit seinen anderthalb Jahren wächst gerade so richtig in das Alter herein, Ben-Luca (3) ist schon lange mittendrin. Vater Michael (39) geht gerne mit den Jungs spielen. Vor allem in Ickern, denn dort wohnt die Familie. In den Aapwiesen, gleich an der Waldenburger Straße, fühlen sie sich alle sehr wohl: Der Spielplatz, sagt Wöhrmann, sei gut, weil er komplett eingezäunt und übersichtlich sei. „Bei uns direkt um die Ecke an der Kirche an der Vinckestraße ist nur eine Rutsche und eine Schaukel, darum setzen wir uns oft ins Auto und fahren hierher“, sagt Michael Wöhrmann beim Ortstermin mit unserer Redaktion. Ben-Luca sitzt da schon auf einer Art schaukelndem Karussell – sein Lieblingsgerät, wie er sagt. Jede Woche, fast jeden Tag sei man hier. „Die Atmosphäre, vor allem im Sommer, ist super“, findet Michael Wöhrmann. Da sei es auch schon mal vorgekommen, dass einer von den Eltern rüber gegangen sei in den Kiosk und für alle Kinder, die auf dem Spielplatz gewesen seien, Wassereis eingekauft hätte.

So gut gefällt Familie Wöhrmann bei weitem nicht jeder Spielplatz: Der im Nordlager, sagt Vater Michael, sei Treffpunkt für Jugendliche, die dort in den Abendstunden auch Alkohol tränken. „Da kann man mit Kindern gar nicht hingehen“, sagt er. Und der im Volkspark? „Total verdreckt“, findet Wöhrmann und erzählt von einem Gerücht, dass da Jugendliche die Rutsche runter gepinkelt hätten. Schade, denn der Spielplatz hat eigentlich Potenzial: Eine Tarzan-Schaukel, eine Röhrenrutsche von einem Hügel und einem hohen Turm herunter, schön beschattet durch die alten Bäume – das könnte eigentlich ein toller Ort sein. Aber auch dort treffen sich in den warmen Monaten abends junge Erwachsene, wie Bürgermeister Rajko Kravanja kürzlich selbst auf dem Streifengang mit dem Außendienst des Ordnungsamtes feststellen musste.

„Experten“-Aussagen

Das meinen Eltern auf unsere Frage bei Facebook

Man könne sich was von Nachbarn abschauen, meinen Experten aus Castrop-Rauxel - Experten im Sinne von erwachsenen Begleitern ihrer eigenen Kinder: „Wir haben drei und fahren schon lange in die Nachbarstädte“, scheibt zum Beispiel Judith Kania bei Facebook auf unsere Frage: „Recklinghausen, Herne, Phoenixsee in Dortmund.“ Und meint: „Es gibt so tolle Ideen im Ketteler Hof in Haltern. Warum setzt man die Erfahrungen auch in unserer Stadt?“ Auch in den Niederlanden gebe es schöne Beispiele.

Der Spielplatz auf der Rennbahn, sagt Wöhrmann, und der in den Aapwiesen, das seien tolle Orte. Aber auch die Fläche in Castrop neben der Rennwiese ist kürzlich erst so verdreckt gewesen, dass die Stadtverwaltung eine Pressemitteilung herausgab, aus der die Entrüstung quillte.

In einer Präsentation der Stadtverwaltung für den Jugendhilfeausschuss bezeichnete Carolin Lork eine Reihe von Spielplätzen als gute Beispiele. Darunter war auch der an der Waldenburger Straße – aber auch der im Volkspark Ickern, der auf der Rennbahn und weitere an der Grundschule Alter Garten in Henrichenburg mit den umkämpften Bolzplätzen, der hinterm Hallenbad und der im Grutholz. Die Kriterien, die sie da anlegte: großzügige Flächen mit viel Grün rundherum. Dass die Sauberkeit einiger dieser Plätze zeitweise nicht so toll ausfällt: geschenkt.

Die Spielplatz-Frage von Castrop-Rauxel

© Weckenbrock, Tobias

Aber sie unterscheiden sich von vielen anderen Spielplätzen in der Stadt. 500-Quadratmeter-Spielflächen seien „leider oft der Standard in Neubaugebieten“, so Lork: wie in Becklem im Wiesengrund oder der Spielplatz am Bogenweg in Dingen, der 2011 eröffnete. „Wir wollen bei Neubaugebieten mehr Einfluss nehmen“, so Lork: „Die Spielflächen sollen nicht mehr, wie Planer das gern machen, ganz am Ende eines Baugebietes und auch nicht mehr so klein geplant werden.“ Ob man aber Einfluss geltend machen kann? Am Ende entscheidet auch hier wohl eher die Rendite des Überplaners der Freiflächen.

Negativ-Beispiele für Spielplätze zeigte Lork den Politikern auch auf: Im Brand, Ickern-Süd, wo sich seit 2006 nichts verändert habe, der dreieckige Platz an der Sünderlingstraße und der Spielplatz auf Schwerin am Erlenweg, der eigentlich eine schöne Lage habe, aber dessen Flächenbeschaffenheit wenig zum Spielen auffordere. Die Fläche an der Malterscheidstraße sei im vergangenen Jahr sogar aus dem Plan herausgenommen werden. „Ein bisschen Gestaltung würde hier guttun“, so Lork.

Die Spielplatz-Frage von Castrop-Rauxel

© Weckenbrock, Tobias

Ein Ziel, eine Wunschvorstellung, die aber an ein Budget gekoppelt ist: „Wir haben 10.000 Euro pro Jahr für die Beschaffung der Geräte und 15.000 Euro für den Neubau, das heißt also zum Beispiel für Zäune“, sagte Lork vor der Politik. Geld zum Gestalten von knapp 50 Spielflächen – wie soll das gehen? Und wie erst will man größere Projekte anfassen? Die gibt es nämlich auch.

Carolin Lork formulierte ganz forsch das Ziel, größere, multifunktionalere Flächen zu finden und sie mit einem „entsprechenden Budget“, so sagte sie, umzugestalten. Im Raum steht ein Wasserspielplatz, und zwar ein ganz neuer, im Zuge des Umbaus an der Emscher. Dort geistert seit einigen Monaten die Idee umher, Fördergelder aus der Emschergenossenschaft, Landes- oder Bundesmittel abzufischen, sprich: den kommunalen Haushalt nicht so stark zu belasten. Auch der Bau eines Abenteuer-Bauspielplatzes hinter dem Jugendtreff Café Q in Habinghorst sei nach wie vor Thema, so Lork. Er ist es im Prinzip seit 2009, also seit fast zehn Jahren. „So ein Spielplatz hätte Anziehungscharakter für die ganze Stadt, das zeigen Erfahrungen zum Beispiel aus Herne“, so Lork. Gerade in Habinghorst, einem Ballungsraum, wäre das perfekt. „Diesen einen Spielplatz“, ergänzte Frank Ronge, Vorsitzender des Stadtjugendrings, „diesen Ausflugsort gibt es in Castrop-Rauxel nicht. Dafür fährt man in andere Städte, wo es dann im Umfeld auch noch eine Waffelbude oder einen Imbiss gibt.“ Da seien dann viele Menschen. Und: „Das Hallenbad-Gelände wäre toll geeignet.“

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Castrop-Rauxel, deine Spielplätze

Es gibt gute und schlechte Beispiele für den Zustand der Spielplätze in Castrop-Rauxel. Wir waren auf ein paar Spielplätzen selbst und zeigen weitere Bilder aus dem Bestand der Stadtverwaltung.
23.12.2018
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Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen.© Tobias Weckenbrock
Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen.© Tobias Weckenbrock
Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen.© Tobias Weckenbrock
Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen. © Tobias Weckenbrock
Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen.© Tobias Weckenbrock
Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen.© Tobias Weckenbrock
Spielplatz im Volkspark Ickern: Sein Zustand ist umstritten. Die Stadtverwaltung gruppiert ihn unter den guten ein, die Nutzer bei Facebook allerdings kritisieren ihn als Treffpunkt für Jugendliche, die dort Unrat hinterlassen.© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern, Vater Michael Wöhrmann mit Ben-Luca (3) und Mika Maxim (1)© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern, Vater Michael Wöhrmann mit Ben-Luca (3) und Mika Maxim (1)© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern, Vater Michael Wöhrmann mit Ben-Luca (3) und Mika Maxim (1)© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz Waldenburger Straße Aapwiesen Ickern, Vater Michael Wöhrmann mit Ben-Luca (3) und Mika Maxim (1)© Tobias Weckenbrock
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: der Waldspielplatz im Volkspark Ickern.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Rennbahn.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: der Spielplatz nebst Bolzplatz in der Nähe des Wildgeheges im Grutholz.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Schwerin, Westhofenstraße.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Ickern an der Leveinghauser Straße.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Ickern, am Busch.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Pothof in Henrichenburg, ein Spielplatz, der mit Bürgerbeteiligung entstand und gepflegt wird.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Alter Garten Henrichenburg.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: die große Fläche mit dem Spielplatz hinterm Hallenbad.© Weckenbrock, Tobias
Aufgeführt in der städtischen Liste der guten Spielplätze in der Stadt: Becklem, Wiesengrund, errichtet im Jahr 2007.© Weckenbrock, Tobias
Beispiele für Spielplätze in schlechtem Zustand nach Einschätzung der Stadtverwaltung: der Spielplatz an der Malterscheidstraße in Ickern.© Stadt
Beispiele für Spielplätze in schlechtem Zustand nach Einschätzung der Stadtverwaltung: der Spielplatz am Erlenweg/Tannenweg auf Schwerin.© Stadt
Beispiele für Spielplätze in schlechtem Zustand nach Einschätzung der Stadtverwaltung: der Spielplatz Im Sünderling in Ickern.© Stadt
Beispiele für Spielplätze in schlechtem Zustand nach Einschätzung der Stadtverwaltung: der Spielplatz Im Brand in Ickern.© Stadt
Dieser Spielplatz ist zwar recht klein, aber der neueste der Stadt: Er ist im kleinen Neubaugebiet am Bogenweg in Dingen.© Stadt
Der Spielplatz hinter dem Hallenbad verteilt sich zum Teil auch über die große grüne Freifläche. Hier bestünde noch mehr Potenzial.© Tobias Weckenbrock
Für diesen Spielplatz am BBZ in Dingen sucht die Stadt Spielplatzpaten, die sich um die Pflege kümmern.© Tobias Weckenbrock
Auf Spielplätzen in Castrop-Rauxel herrscht Rauch- und Alkoholverbot. Hier das Schild am Spielplatz am Bogenweg in Dingen.© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz im Kleingarten Am Schellenberg: Spielplätze in privater Hand oder der Hand eine Vereines sind manchmal besser gepflegt als städtische Anlagen.© Tobias Weckenbrock
Der Spielplatz am Bogenweg in Dingen ist der jüngste der Stadt.© Tobias Weckenbrock

Wenn nur die Finanznot nicht wäre. Ausschussvorsitzender Sebastian John (SPD) kommentierte die Ideen so: „Wir haben das Thema ja nicht aus Lust und Laune stiefmütterlich behandelt, sondern aus Finanzgründen.“ Dennoch sei es wichtig, dass eine Stadt, die attraktiv sein will für junge Familien, sich darum kümmere. Er muss es selbst wissen, schließlich hat er Kinder in diesem Alter. „Das ist ein wichtiger Faktor gerade für die, die kein Eigenheim mit eigenem Garten haben. Wir müssen da ran, es ist ein wichtiges Thema für das Jahr 2019, finde ich.“

Was 2019 passiert, ist offen. Es scheint, als wolle man wirklich über die Spielplätze diskutieren. „Wir wollen das Thema angehen“, sagte Sozialdezernentin Regina Kleff im Jugendhilfeausschuss. Die Spielraumforscher des Kinder- und Jugendparlamentes sollten einbezogen werden, der Jugendhilfeausschuss, aber auch die großen Wohnungsbaugesellschaften: Da gebe es gute Beispiele aus der Nachbarschaft, so Kleff, die zeigten, dass man LEGs, Vonovias und Co. auch dazu bringen könne, qualitativ hochwertige Spielflächen anzulegen, um Mehrfamilienhaus-Siedlungen attraktiver zu machen. „Wir müssen schauen, wie viele Plätze wir uns leisten sollten“, sagte Kleff.

Um was genau zu erreichen? Die Zieldefinition der Stadtverwaltung liest sich vage: „Größere multifunktionale Spiel- und Erholungsflächen an zentralen Orten im Stadtgebiet, die langfristig ein größeres Einzugsgebiet und mehrere Zielgruppen ansprechen“ heißt es auf der letzten Folie einer Präsentation von Carolin Lork im Ausschuss. Vermutlich ist das bewusst so offen formuliert. Am Ende soll eine Spielplatzkommission dieses Ziel intensiver verfolgen – und dann auch genauer definieren. In der Hoffnung, dass sich dann mehr bewegt als in der intensiven Spar-Phase; in der Zeit seit 2009.

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