Janis Böhne (16): Tablets müssen auch im Schulunterricht erlaubt sein

mlzDigitalisierung an Schulen

Jeder Schüler muss zu Hause mit Tablet oder Laptop arbeiten können. ASG-Schülersprecher Janis Böhne findet, auch im Unterricht solle das erlaubt sein. Doch das sieht die Schulordnung nicht vor.

Castrop-Rauxel

, 06.11.2020, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kommt es noch einmal zum Homeschooling, sind die Schüler besser gerüstet. Das sagt Janis Böhne, seit diesem Sommer Schülersprecher des Adalbert-Stifter-Gymnasiums (ASG). Aber einiges sei noch zu tun auf dem Weg der Digitalisierung.

„Ich bin froh, dass die Digitalisierung vorangetrieben wird“, sagt der 16-Jährige. „Der Einsatz der Lehrer wird von uns Schülern positiv aufgenommen.“

Klar gebe es auch kritische Stimmen, es gehe alles zu langsam. „Aber man muss bedenken, dass sich die Lehrer intensiv mit dem Thema beschäftigen und sich Wissen selber in der Freizeit aneignen“, sagt er. Andere seien da eher gefragt. Wenn Lehrer Workshops besuchen könnten, das fände er zum Beispiel gut.

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Das ASG arbeitet mit der MNS-Cloud. „Das läuft gut“, sagt Janis Böhne. Der Kontakt zwischen Schülern und Lehrer klappe mithilfe der Cloud und Teams-Videositzungen. Das war vor allem in der Zeit des Homeschoolings so. Aber auch jetzt würden Lehrer, zum Beispiel weil sie krank sind oder sich wie kurz nach den Herbstferien an einem Pädagogischen Tag treffen, Hausaufgaben per Lernplattform an die Schüler weitergeben.

Plattform ist eine gute Unterstützung des Präsenzunterrichts

Klar, in den 5. Klassen, wo viele Schüler gerade ihr erstes Handy bekommen, müsste man den Umgang mit der Plattform erst lernen. „Da brauchen die Schüler die Unterstützung der Lehrer und ihrer Eltern.“ Für ihn ist es „eine gute Unterstützung des Präsenzunterrichts“.

Janis selbst kann zu Hause auf ein iPad zurückgreifen. „Ein Handy ist zu wenig“, sagt er. „Gutes WLAN und ein Laptop oder Tablet braucht man“, sagt er. Das hätten zwar viele Schüler, aber eben nicht alle. Er selbst, so erzählt er, hat oft das Buch neben dem iPad liegen, weil man schneller hin und her wechseln kann. Im iPad könne er zum Beispiel gut Dinge markieren, was in den Schulbüchern ja nicht erlaubt sei.

Auch in der Schule selbst sei einiges auf dem Weg. Für WLAN würden gerade die Voraussetzungen geschaffen. Vor allem in Fachräumen gebe es Beamer oder ähnliche Präsentationsmöglichkeiten. „Das wird gut genutzt. Aber um die Qualität zu steigern, muss es in jedem Raum vorhanden sein.“

Digitale Mappe statt Schnellhefter

Am liebsten würde Janis Böhne auch im Unterricht mit seinem iPad arbeiten. Würde Aufzeichnungen hineintippen oder mithilfe eines speziellen Stifts schreiben und so eine digitale Mappe statt eines Schnellhefters haben. Doch: „Das sieht die Schulordnung nicht vor.“ Die Schülervertretung versuche jetzt aber, die Schulordnung zu ändern. „Für Schüler ist die Nutzung von Laptop oder Tablets sehr attraktiv.“

Dann müsste jeder Schüler solch ein Arbeitsgerät haben. „Kurzfristig muss man sicher privat die Anschaffung finanzieren, auf lange Sicht wäre das Aufgabe des Schulträgers oder des Landes“, so seine Meinung. Aber prinzipiell müsse langfristig erreicht werden, dass alle gleichberechtigt auf eine gute Ausstattung und gute Kenntnisse zurückgreifen können.

Für Janis Böhne ist das digitale Lernen eine gute Ergänzung zum Präsenzunterricht. „Der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern kann nicht durch Videokonferenzen und E-Mails ersetzt werden“, sagt er. Im Falle eines erneuten Homeschoolings müsse man schnell reagieren. Und es sei wichtig, dass alle Lehrer gleichermaßen mit der Lernplattform arbeiten würden. Das sei noch nicht gegeben.

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Die Corona-Pandemie wird oft als Beschleuniger der Digitalisierung beschrieben. In dieser Serie beschäftigen wir uns mit dem Stand der Digitalisierung in Castrop-Rauxels Schulen in zahlreichen Facetten – vom persönlichen Erleben von Lehrern und Schülern und Eltern bis zu übergreifenden Themen wie Ausstattung und Fördermitteln.
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