Doch kein Supermarkt: Neue Pläne für Gammel-Gelände an alter Tankstelle

mlzBahnhofstraße

Seit Jahren diskutiert die Politik über die Entwicklung des Gammel-Geländes an der Bahnhofstraße. Vieles deutete auf einen Lebensmittelmarkt und Wohnbebauung hin. Jetzt kommt es anders.

Rauxel

, 20.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gelände rund um die vergammelte Tankstelle an der Bahnhofstraße ist kein Schmuckstück. Aber die zentrale Lage nahe dem Hauptbahnhof ist eigentlich prädestiniert, daraus etwas Schönes zu machen. Dass etwas Schöneres als derzeit daraus wird ist weiter geplant. Aber aus den Plänen eines Investors, mit dem die Stadt seit längerer Zeit um die Gestaltung verhandelte, wird nichts.

Der bisherige Eigentümer des Grundstücks mit einer Größe von rund 4000 Quadratmetern hat es aufgeteilt in zwei etwa gleich große Hälften. Nun gibt es zwei Eigentümer. Damit steht nun fest, dass anders als es Stadtverwaltung und Politik gehofft hatten kein Lebensmittelgeschäft kombiniert mit Wohnungen darüber gebaut wird.

„Schuhkarton wollten wir nicht“

Bauausschuss-Chef Oliver Lind (CDU) erklärte am Donnerstag (18.6.) im Betriebsausschuss 3 die bisherige Leitlinie: „Schuhkarton-Einzelhandel wollten wir nicht.“ Damit meint er die übliche Bauweise von Discountern, von denen es in der Umgebung einige gibt. „Wir wollten eine Verpflichtung zur geschossigen Bauweise mit Wohnraum“, so Lind.

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Folgerichtig habe die Stadtverwaltung ein Bauleitverfahren eingeleitet. „Das hat aber offenbar dazu beigetragen, dass man nun Lebensmittel-Einzelhandel dort nicht mehr will, sondern nur noch drei- bis viergeschossigen Wohnungsbau“, so Lind.

Oliver Lind, B3-Ausschussvorsitzender und CDU-Bürgermeisterkandidat, hat eingestanden, dass die Wünsche von Politik und Verwaltung dem bisherigen Investor zu anspruchsvoll waren: Es sollte ein Lebensmittel-Geschäft mit darüber liegender Wohnbebauung her.

Oliver Lind, B3-Ausschussvorsitzender und CDU-Bürgermeisterkandidat, hat eingestanden, dass die Wünsche von Politik und Verwaltung dem bisherigen Investor zu anspruchsvoll waren: Es sollte ein Lebensmittel-Geschäft mit darüber liegender Wohnbebauung her. © Marcel Witte

Das sei im Sinne der Versorgung nicht optimal, fußläufig ist es zu Netto und K+K an der Wartburgstraße oder zu Aldi, Real und Lidl an der Siemensstraße zu weit. „Aber wenn die Alternative ist: Schuhkarton oder drei- bis viergeschossiger Wohnungsbau, dann ist mir das zweite lieber“, sagte Lind. „Wir haben an dieser Stelle kein Versorgungsproblem.“

Stadtverwaltung suchte erneut das Gespräch

Stadtbaurätin Bettina Lenort ergänzte: „Beide neuen Grundstücke sind einzeln verkauft worden. Wir haben zu beiden Erwerbern Kontakt aufzunehmen versucht.“ Dann geht sie etwas ins Detail: „Auf dem nördlichen Grundstück soll das Gebäude saniert werden und unten sollen wieder Geschäftsräume einziehen.“

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Auf dem Gewerbe-Immobilienportal der Metropole Ruhr ist die nördliche Hälfte mit 1100 Quadratmetern Wohn- und Gewerbefläche inseriert. Demnach sei sie ab Dezember saniert und bezugsfertig. In der Beschreibung wird die zentrale Lage hervorgehoben. Die Rede ist von sieben Wohneinheiten, 700 Quadratmetern Gewerbe und 400 Quadratmetern Lager im Keller mit Aufzug. Das Objekt verfügte über 20 Stellplätze und 9 Garagen.

Auf dem südlichen Teil plant ein Investor laut Lenort eine Übereck-Wohnbebauung mit drei bis vier Etagen. „Wir haben erste Entwürfe erhalten, versuchen aber zu intervenieren, ob hier im medizinischen oder kleingewerblichen Bereich noch etwas gehen könnte“, so Lenort.

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