Hausarzt Michael Greef: „In unserer Region macht es keinen Sinn, wenn Apotheker impfen“

Gesundheit

In einem Gesetzesentwurf will Gesundheitsminister Jens Spahn verankern, dass auch Apotheker ihre Kunden impfen dürfen. Hausarzt Michael Greef findet, im Ruhrgebiet ist das unnötig.

Ickern

, 23.08.2019, 15:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hausarzt Michael Greef: „In unserer Region macht es keinen Sinn, wenn Apotheker impfen“

Der Ickerner Hausarzt Dr. Michael Greef sieht den Vorschlag des Gesundheitsministers, dass Apotheker in Zukunft auch impfen dürfen, kritisch. © Rochus

Der Gesetzesentwuf des Gesundheitsministeriums sieht vor, dass Apotheker in Modellregionen in Zukunft auch impfen dürfen. Die Apotheker in Castrop-Rauxel reißen sich nicht darum und auch der Ickerner Hausarzt Michael Greef hat Bedenken: „Wenn eine Nebenwirkung auftritt, ist der Apotheker eventuell hilflos.“ Es könne passieren, dass ein Patient kollabiert oder aus Versehen eine Arterie getroffen werde. Dann sei es gut, wenn der Patient beim Arzt und nicht in einer Apotheke sei.

Bei Hausarztmangel sinnvoll

Michael Greef versteht die Zielsetzung, dass der Imfpstatus erhöht werden soll, gibt aber zu bedenken, dass der Vorschlag nur für bestimmte Regionen sinnvoll sei. „Wo Patienten aufgrund von Hausarztmangel weit fahren müssen, wäre das eine gute Idee.“ Die Apotheke ist dort oft näher als der nächste Arzt.

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Im Ballungsraum Ruhrgebiet sei der Hausarzt nie weit weg und der habe einen Überblick über den Impfstatus der Patienten. „Wir sprechen unsere Patienten regelmäßig auf den Impfstatus an“, so Greef.

Wirtschaftlicher Gesichtspunkt geringfügig

Mit jedem Patienten, der zum Impfen kommt, verdiene er zwar Geld, den wirtschaftlichen Gesichtspunkt sieht Greef aber nicht, der sei schlicht zu geringfügig. Das übergeordnete Ziel sei die Verbesserung der Impfquote.

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