Drastischer Wasserschwund: Halterner Stauseen versorgen den Castrop-Rauxeler Norden

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Erstmals in 2019 pumpt Gelsenwasser Kanalwasser in die Stever, um die Haltener Stauseen zu stützen. Die Grundwasserstände sind inzwischen so niedrig wie nie. Ein Problem für Castrop-Rauxel.

Castrop-Rauxel

, 28.07.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Donnerstag hat die Gelsenwasser AG erstmals in diesem Jahr die Schleusen am Dortmund-Ems-Kanal in Senden geöffnet, um Wasser in die Stever zu pumpen. Damit sollen die Wasserstände in den Halterner Trinkwasserstauseen gestützt werden, die immer weiter absinken.

Inzwischen haben die Wasserstände den gleichen Tiefstand wie vor einem Jahr um diese Zeit erreicht. „Insgesamt haben wir zurzeit eine Wassermenge von 68 Prozent in beiden Halterner Stauseen“, sagt Heidrun Becker, Pressesprecherin bei Gelsenwasser. Das ist fast ein Fünftel Wasser weniger als noch Mitte Juni 2019. „Im Hullerner Stausee, den wir immer zuerst absenken, sind es nur noch 40 Prozent.“

Unter 35 Prozent soll der Füllstand im Hullerner See nicht sinken, um das biologische Gleichgewicht nicht zu gefährden. „Deshalb entnehmen wir jetzt erstmals Wasser aus dem Kanal“, so Becker. Nebeneffekt ist, dass dadurch auch der Wasserpegel der Stever ansteigt, was der Flora und Fauna am Fluss zugute kommt.

Täglich werden 350.000 Kubikmeter ins Trinkwassernetz eingespeist

Das Wasserwerk Haltern liefert in diesen Tagen rund 350.000 Kubikmeter Trinkwasser täglich für über eine Million Menschen, Gewerbe und Industrie in das nördliche Ruhrgebiet, das Münsterland und an weitere Versorgungsunternehmen. .Auch der Norden von Castrop-Rauxel hängt am Halterner Wasserwerk.

Dafür werden dem Talsperrensystem Haltern/Hullern zurzeit etwa 250.000 Kubikmeter Rohwasser täglich entnommen und dann zur Anreicherung des Grundwassers versickert.

Diese Versorgung sei auch weiterhin gesichert, so Heidrun Becker. Allerdings stellt Gelsenwasser fest, dass die Grundwasserstände in großen Tiefen leicht gesunken sind.

Dramatische Folgen für die Natur

Dramatischer ist die Lage in den Oberflächenschichten. Gelsenwasser betreibt Messstellen rund um Haltern. „Und diese zeigen in den Oberflächenschichten so niedrige Grundwasserstände wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen“, so Heidrun Becker. „Und einige der Messstellen zeichnen schon seit 80 Jahren den Grundwasserstand auf.“

Die Folgen für die Natur sind inzwischen überall sichtbar: Insbesondere sind viele Bäume auch in Castrop-Rauxel geschädigt. Im zweiten trockenen Sommer hintereinander sind im Monat Juli teilweise nur 10 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge gefallen.

Und echte Entwarnung in Sachen Trockenheit gibt es nicht. Am Wochenende soll es zwar auch in Castrop-Rauxel regnen. Aber die fehlendenden Niederschläge der letzten Wochen und sogar Monate wird das so schnell nicht ausgleichen können.

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