DSDS-Kandidatin Alicia-Awa Beissert: „Ich hatte den Spaß und den Glauben an mich verloren“

mlzDeutschland sucht den Superstar

Am Samstagabend singt Alicia-Awa Beissert bei der ersten Liveshow von Deutschland sucht den Superstar bei RTL. Im Interview spricht sie über ihre größte Schwäche und die Arroganzvorwürfe.

Castrop-Rauxel

, 06.04.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 4 min

Sie hat es geschafft. Die 21-jährige Castrop-Rauxelerin Alicia-Awa Beissert gehört zu den zehn besten Kandidaten bei der TV-Castingshow Deutschland sucht den Superstar. Am Samstagabend entscheidet sich ab 20.15 Uhr, welche acht Kandidaten in die nächste Runde einziehen.

Zuvor sprachen wir mit der WBG-Abiturientin über ihre Gefühle vor der ersten Livesendung, ihre Probleme in Thailand und warum sie bei einem Fantreffen geschockt war.

Es ist nicht mehr lange bis zum Beginn der ersten Liveshow. Was geht gerade in Ihnen vor?

Ich bin so aufgeregt, dass ich ziemlich unruhig bin und in der Nacht des Öfteren wach werde. Ich mache viele Übungen, wie zum Beispiel Yoga oder Atemübungen, um einen Ausgleich zu haben. Ich bin vor allem nervös, weil nun alles live ist. Wenn man beispielsweise stolpert, das kann nicht weggeschnitten werden, das sieht dann jeder. Aber natürlich freue ich mich darauf. Das Motto „Chartbreaker“ ist zudem ganz cool.

Warum gefällt Ihnen das Motto so gut?

Weil man einfach die Sau rauslassen kann, man kann andere Seiten von sich zeigen. Wir stehen mit Tänzern auf der Bühne und proben Choreos. Wir sind ganz anders vorbereitet und man fühlt sich schon etwas wie ein richtiger Künstler.

Vor welchem Auftritt waren Sie nervöser: Vor der Solidarfonds-Party in der Europahalle, bei der Sie vor Freunden und der Familie aufgetreten sind, oder vor der Liveshow bei DSDS?

Auf jeden Fall jetzt vor der Liveshow. Das kann man gar nicht vergleichen mit einem normalen Auftritt. Da würden mir zehn Auftritte an einem Tag leichter fallen als bei DSDS in die nächste Runde zu kommen. Wenn du einen Partysong singst und alle im Publikum mitmachen, ist das leicht. Aber nun sitzt die Jury da und wird mir ihr Urteil sagen und davon ist auch vieles abhängig, denn einige Zuschauer lassen sich von diesen Meinungen beeinflussen. Es wird spaßig, aber es wird nicht leicht.

Alicia-Awa Beissert (l.) und Momo Chahine (r.) aus Herne traten gemeinsam bei der Solidarfonds-Party auf, die von Uwe Hübner moderiert wurde.

Alicia-Awa Beissert (l.) und Momo Chahine (r.) aus Herne traten gemeinsam bei der Solidarfonds-Party auf, die von Uwe Hübner moderiert wurde. © Volker Engel

Sie haben alle vier Runden in Thailand überstanden, doch Sie konnten bei keinem der Auftritte Ihre Bestleistung abrufen. Woran lag das?

Mein größtes Problem in Thailand war, dass ich irgendwann angefangen habe, vor lauter Druck mir zu viele Gedanken zu machen. Ich habe mich selbst so sehr runtergezogen und den Glauben an mich und den Spaß verloren. Ich war auch krank, das kam noch dazu. Mit der Erkältung hat das alles angefangen. Dann hatte ich das Gespräch mit Oana, das hat mir die Augen geöffnet. Ich wusste wieder: Ich bin hier, weil ich singen möchte und weil ich Spaß daran habe. Der letzte Auftritt war dann gut, es war nicht perfekt, aber es war schön und ich konnte mit meinen Gefühlen beim Singen wieder mehr spielen. Bei der Verkündung war es auch so lustig: Dieter Bohlen wollte etwas sagen, ich dachte mir schon: ‚Oh Gott, was kommt jetzt?‘ Aber dann hat er selbst schon gelacht und gesagt: ‚Das war gut!‘

Bei den Liveshows wird der Druck ja nicht weniger. Wie wollen Sie damit umgehen?

Ich mache mir selbst viel Druck, das ist meine größte Schwäche. Wenn ich das nicht hätte, könnte ich in meinem Leben schon viel weiter sein. Ich lasse mir von keinem etwas einreden, selbst meine Eltern streiten öfters mit mir und sagen: ‚Alicia, jetzt lass es doch einfach mal an dich ran und sag nicht die ganze Zeit ‚Nein, Nein, Nein‘.‘ Ich habe enorm viel dazugelernt und hoffe, dass das nun erhalten bleibt.

Dieter Bohlen warf Ihnen des Öfteren während des Recalls in Thailand Arroganz vor. Wie reagieren Sie darauf?

Das war das, was mich wirklich am meisten verletzt hat. Das gebe ich ganz offen zu: Ich hatte meine Phasen, in denen ich wirklich sehr traurig war und mir dachte: ‚Was hab ich da gemacht?‘ Aber letztlich ist mir auch klar: Mein Casting war einfach zu schön, dass es danach nur so weiterlaufen könnte. Vieles kommt aber auch anders rüber, als es wirklich der Fall ist. Jetzt kommt die erste Liveshow und ich weiß, dass es nur an mir liegt.

Bei Instagram ist Ihre Beliebtheit rasant gestiegen auf über 200.000 Follower. Wie gehen Sie damit um, dass Sie nun viel mehr Nachrichten bekommen als früher?

Ich kann das gar nicht wirklich glauben. Das sind 200.000 Leute, die mich anscheinend kennen und mich mögen, sonst würden sie mir ja nicht folgen. Bei mir verursacht das Gänsehaut. Diese Arroganz-Vorwürfe hatte ich früher schon einmal. Wenn ich einen strengen bzw. neutralen Blick habe, denken die Leute, ich wär arrogant. Aber es ist schön zu sehen, dass es sehr viele Leute gibt, die nicht so denken. Das war für mich wie eine Rose, die nun anfängt sich zu öffnen und zu blühen. Ich dachte mir: ‚Wow, es scheint ja doch nicht so zu sein.‘

Joana Kesenci (l.) und Alicia-Awa Beissert (r.) teilen sich ein Zimmer. Die Kandidaten sind bereits eine Woche vor dem Beginn der Liveshows in drei Apartments eines Kölner Hotels gezogen.

Joana Kesenci (l.) und Alicia-Awa Beissert (r.) teilen sich ein Zimmer. Die Kandidaten sind bereits eine Woche vor dem Beginn der Liveshows in drei Apartments eines Kölner Hotels gezogen. © DSDS

Zuletzt waren Sie mit Momo Chahine aus Herne, der ebenfalls zu den Top-10-Kandidaten gehört, bei einem Fantreffen in Düsseldorf. Wie war das für Sie und was haben Ihnen die Fans gesagt?

Das war so schön, die Fans haben uns sogar Geschenke und viele Briefe mitgebracht. Darauf kommt es an. Vier Mädels, die waren etwa elf, zwölf Jahre alt, kamen extra aus Frankfurt, um uns zu sehen. Ich war geschockt! Man vergisst das manchmal, aber dann ist mir wieder eingefallen: Alicia, du hast das selbst früher gemacht. Die Busse sind damals nicht gefahren, daher bin ich von Castrop bis zum Ruhrpark gelaufen, um die DSDS-Kandidaten zu sehen, weil die dort eine Autogrammstunde hatten. Und nun denke ich mir: Diese Gefühle, die ich früher gegenüber den Kandidaten hatte, haben die Mädels nun für mich.

In unserem Datencheck vor der ersten Liveshow haben wir die Followerzahlen der Top-10-Kandidaten bei Instagram verglichen. Mit Ihrer Followerzahl gehören Sie zu den Favoriten. Sehen Sie sich dadurch als Favorit? Letztlich entscheiden schließlich die Zuschauer und Fans über das Weiterkommen.

Ich kann gut performen und natürlich identifizieren sich die Leute mit mir, aber nicht jeder ruft letztlich überhaupt an. Viele wollen vielleicht nicht anrufen, weil sie dafür kein Geld bezahlen wollen. Für die Show ist es meiner Meinung nach kein großer Vorteil.

Jetzt lesen

Wen sehen Sie sonst als Favoriten?

Joana, Momo, Davin, Taylor ist auch sehr beliebt - aber das ist Geschmackssache. Am Ende kommt es darauf an: Möchtest du wen, der süß ist? Möchtest du wen Älteres als Superstar haben, der dir komplett Gänsehaut verpasst? Darauf kommt es an im Endeffekt und das kann man erst nach der ersten Liveshow beurteilen, weil man dann weiß, wie jeder bei den Zuschauern ankommt. Aus meiner Sicht haben aber die vier genannten sehr große Chancen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt