Edeka-Kunden ärgern sich über Klo-Neuregelung

Toilettenschlüssel gegen Personalausweis?

Wer im Edeka-Markt Gronemann in Castrop die Toilette benutzen möchte, muss seit neustem seinen Personalausweis als Pfand für den Schlüssel abgeben. Das berichten jedenfalls mehrere Kunden - während die Angestellten leugnen so vorzugehen. Auch das Thema Hygiene bereitet einigen Edeka-Kunden Sorgen.

CASTROP-RAUXEL

, 29.09.2014, 12:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weil die Toilette in der Vergangenheit häufig sehr verdreckt war, beziehungsweise regelmäßig etwas gestohlen wurde, ist die Tür nun verschlossen.

Weil die Toilette in der Vergangenheit häufig sehr verdreckt war, beziehungsweise regelmäßig etwas gestohlen wurde, ist die Tür nun verschlossen.

Die 73-Jährige ist empört. Sie habe bei Edeka Gronemann auf die Toilette gehen wollen, erzählt sie. Um den Schüssel dafür zu bekommen, habe man in der Bäckerei Büsch allerdings ihren Personalausweis verlangt. „Das ist doch wohl unmöglich“, schimpfte die Castrop-Rauxelerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. 

Unglaublich viel gestohlen „Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen“, hält Jens Gronemann, der Chef der Niederlassung im ehemaligen Mollen-Haus, entgegen. Ja, es sei richtig: Seit kurzem gebe es den Schlüssel für die Toilette beim Bäcker. „Ich bräuchte keine Toilette für die Kunden“, sagt Gronemann.

Aus Servicegründen sei es aber selbstverständlich, dass Kunden dort austreten könnten. Fast acht Jahre – seitdem der Edeka an diesen Standort zog – waren die beiden Toiletten nicht verschlossen. „Es ist unfassbar viel gestohlen worden“, erklärt Gronemann. Selbst ein Untertischgerät sei in einer Reisetasche herausgeschleust worden. Die Armaturen aus Edelstahl hätten Langfinger auch mitgenommen. Klopapier sei rollenweise und massenhaft verschwunden. Mal ganz abgesehen vom Zustand, in dem manche Benutzer die Toiletten hinterlassen hätten.Autoschlüssel oder Münze Jetzt sei er erleichtert, dass Büsch den Schlüsseldienst übernommen habe. „Die meisten Benutzer sind ja auch Büsch-Kunden“, sagt er mit Blick auf das angegliederte kleine Café. Die Mitarbeiterinnen hinter der Theke haben sich indes auch schon heftige Kritik anhören müssen. „Wir haben halt die Anweisung bekommen, für den Schlüssel ein Pfand zu nehmen“, berichten sie. Das könne ein Autoschlüssel sein oder eine Münze. Einen Personalausweis, bekräftigen sie, würden sie nicht verlangen. „Wir tun auch nur unseren Job“, heißt es unisono. Helmut K. aus Castrop-Rauxel war unterdessen ebenfalls vor kurzem im Edeka-Markt auf Toilette - und auch er habe seinen Personalausweis zurücklassen müssen, bestätigt er. Allerdings hat er Verständnis dafür: „Das machen andere Firmen aber auch“, sagt er.Bedenken wegen Viren Für Elvira Bals ist es aus hygienischen Gründen ein Unding, dass Toilettenschlüssel dort kursieren, wo offene Lebensmittel sind. „Ich habe so viel von Noroviren gehört und gelesen, es gibt so viele Menschen, die waschen sich nach einem Toilettengang nicht die Hände. Da muss es doch eine andere Lösung geben“, sagt die Schwerinerin. Die Praxis der Schlüssel-Weitergabe sieht so aus, dass die beiden Schlüssel für die Damen- und die Herrentoilette in einem Plastikbecherchen über die Theke gereicht werden.

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